Hartes Durchgreifen gefordert

Weihnachtsmann im Krieg: Rios Polizei provoziert

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Seit den Olympischen Spielen 2016 ist die brasilianische Metropole spürbar gefährlicher geworden, auch wegen Einsparungen bei der Polizei. Foto: Antonio Lacerda

Von wegen Fest des Friedens. Rios umstrittene Polizei-Spezialeinheit, deren Wappen ein Totenschädel ziert, richtet zu Weihnachten eine Grußbotschaft an Bürger und Gangster, die unmissverständlich ist.

Rio de Janeiro (dpa) - Die berüchtigte Spezialeinheit der Polizei in Rio de Janeiro (BOPE) hat mit einem bewaffneten Weihnachtsmann "ein frohes Weihnachtsfest" gewünscht und damit für Aufsehen gesorgt.

Die bei Facebook veröffentlichte Botschaft zeigte ein Bild, das an ein Kriegsgebiet erinnert, mit Kämpfern im Hintergrund und vorne dem roten Weihnachtsmann mit weißem Bart, kugelsicherer Weste und einem Sturmgewehr in der Hand. Die Botschaft wurden binnen kurzer Zeit über 6000 Mal mit einem "Gefällt mir" versehen. Viele Bürger fordern wegen der schlechten Sicherheitslage ein härteres Durchgreifen der Polizei.

Zu der Botschaft schrieb die Einheit, deren Wappen ein Totenkopf mit einem durch den Schädel gestochenen Dolch ziert: "Weihnachten ist da und damit die Hoffnung auf bessere Tage". Immer wieder steht das Batalhão de Operações Policiais Especiais (BOPE) im Fokus von Kritik, wiederholt wurden der Einheit Menschenrechtsverletzungen und gezielte Tötungen bei Operationen in Favelas vorgeworfen. Die Polizeiführung äußerte sich zunächst nicht zu der provokanten Botschaft, die sich auch an die zahlreichen Drogengangs richtet. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung rückte eine BOPE-Einheit an Heiligabend zu einem Kampfeinsatz in der Favela Rocinha aus, verletzt wurde aber niemand.

Seit den Olympischen Spielen 2016 ist die brasilianische Metropole spürbar gefährlicher geworden, auch wegen Einsparungen bei der Polizei. Die Auslastung der Hotels lag zuletzt bei unter 50 Prozent. Die Regierung schickte im Juli rund 8500 Soldaten, die zur Eindämmung der Gewalt noch bis 2018 in Rio und Umgebung stationiert bleiben.

Bereits 132 Polizisten wurden in Rio in diesem Jahr erschossen - auch die Mordzahlen stiegen stark an. Von Januar bis November starben 6173 Menschen im Bundesstaat Rio de Janeiro einen gewaltsamen Tod - 518 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ist ein Zuwachs von 6,2 Prozent.

Facebook-Botschaft

Bericht O Globo

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