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Werra-Meißner-Kreis plant touristische Vermarktung aus einer Hand

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Von: Florian Renneberg

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Der Tourismus ist im Werra-Meißner-Kreis ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Künftig sollen die Anstrengungen in dem Bereich gebündelt werden. Foto: WTMG
Der Tourismus ist im Werra-Meißner-Kreis ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Künftig sollen die Anstrengungen in dem Bereich gebündelt werden. Foto: WTMG © Lokalo24.de

Der Tourismus im Werra-Meißner-Kreis soll unter dem Dach des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald gebündelt werden. Das soll die Kommunen entlasten.

Werra-Meißner. In einer gemeinsamen Sitzung haben der Finanz- sowie der Entwicklungs- und Wirtschaftsausschuss des Kreistags den Weg für die Neugestaltung der Tourismusförderung im Werra-Meißner-Kreis geebnet. Jetzt muss der Kreistag den Plänen noch zustimmen.

Die sehen vor, dass der Kreis die Anteile der Städte und Gemeinden an der Werratal Tourismus Marketing GmbH (WTMG) für 11.300 Euro aufkauft, um als alleiniger Gesellschafter der künftigen "Marketinggesellschaft" zu agieren. Die soll unter dem Dach des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald verortet werden – mit  gemeinsamer Geschäftsführung. Das Ziel: touristische Vermarktung aus einer Hand.

Bislang sind die Kommunen des Kreises – außer Hessisch Lichtenau – und Nentershausen mit 37,7 Prozent an der WTMG beteiligt – und tragen die Hälfte des Budgets von 320.000 Euro pro Jahr.Künftig soll der Kreis die finanzielle Ausstattung der Marketinggesellschaft übernehmen. Deren Bedarf soll durch Synergieeffekte von 320.000 auf 270.000 Euro sinken. Damit will der Landkreis den Kommunen einen kostenlosen Basisservice im Tourismusmarketing bieten. Zusätzliche Leistungen können sie hinzubuchen – oder eben auch nicht.

Städte und Gemeinden sollen finanziell entlastet werden

"Vor dem Hintergrund des Schutzschirms war der Tourismus in den Kommunen ständiger Gegenstand von Diskussionen", sagte Landrat Stefan Reuß. Durch die Neuaufstellung sollen die Städte und Gemeinden entlastet werden. Schließlich können sie künftg selbst entscheiden, welches Budget sie für das Tourismusmarketing aufwenden.

Dass es trotz der Bündelung des Tourismus unter dem Dach des Naturparks weiterhin einer Marketinggesellschaft bedarf, ist der Tatsache geschuldet, dass den Naturparks Tourismusmarketing per Gesetz verboten ist. Die Gesellschaft soll daher das Außenmarketing übernehmen, der Naturpark die Produktentwicklung.

Sobald sich die rechtlichen Voraussetzungen ändern, soll die GmbH in den Zweckverband Naturpark Meißner-Kaufunger Wald überführt werden. "Bis dahin haben wir eine arbeits- und leistungsfähige Zwischenlösung", so Reuß.

Die Übernahme des Personals der WTMG durch die neue Marketinggesellschaft wird derzeit im Detail abgestimmt, informierte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann am Rande der Ausschusssitzung.

Werra soll im Namen des Naturparks vorkommen

Während sich FWG und Linke enthielten, stimmten SPD, CDU, Grüne und FDP den Plänen zu.

Einen "wunden Punkt" sprach Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard, zugleich Mitglied des Kreistags,  dennoch an: Das Werratal kommt im Namen des Naturparks nicht vor. "Dabei übt die Werra eine starke Anziehung auf Touristen aus." Mit dieser Meinung steht er nicht allein da. "Es gibt innerhalb des Naturparks Diskussionen über eine Namensänderung", berichtete Reuß. Dies sei allerdings ein selsibles Thema – schließlich ist auch der Landkreis Kassel mit 33,3 Prozent am Naturpark beteiligt.

Ähnliche Diskussionen hatten seinerzeit dazu geführt, dass Hessisch Lichtenau der WTMG als einzige Kommune des Werra-Meißner-Kreises fern geblieben war. Sie fühlte sich vom Namen nicht repräsentiert. Künftig soll allerdings auch die Hollestadt von den Leistungen der neuaufgestellten Tourismusförderung profitieren können.

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