Werratalsee: Bürgermeister Heppe nennt Fakten und Kosten

+

Hier der Magistratsbericht von Bürgermeister Heppe während der heutigen Eschweger Stadtverordnetensitzung zum Thema Werratalsee:Fangen wir mit einem

Hier der Magistratsbericht von Bürgermeister Heppe während der heutigen Eschweger Stadtverordnetensitzung zum Thema Werratalsee:

Fangen wir mit einem Thema an, dass uns wirklich sehr umtreibt. Wir haben uns mehrfach mit der Wasserstandsanhebung des Werratalsees und mit der aktuellen Algenblüte beschäftigt.

Auf Grundlage der Machbarkeitsstudie, die Anfang des Jahres den Gremien von Eschwege und Meinhard vorgestellt worden sind, hat der Magistrat die Zustimmung zur Durchführung des Planfeststellungsverfahrens mit dem Ziel der Anhebung des Wasserstandes des Werratalsees beschlossen. Es fanden diesbezüglich mehrere Abstimmungsgespräche statt, die Verwaltung steht in einem sehr engen Kontakt mit der Gemeinde Meinhard, dem hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, der oberen Wasserbehörde und, soweit erforderlich, auch weiteren Fachbehörden.

Die genannten Behörden empfehlen dringend, mit der Durchführung des Planfeststellungsverfahrens ein Planungsbüro zu beauftragen, um so besser die unterschiedlichen Maßnahmen zu koordinieren und die unterschiedlichen gutachterlichen Maßnahmen aufeinander abzustimmen.

Sobald wir dort Ergebnisse haben ist es geplant, so früh wie möglich die Seenutzer und Grundstückseigentümer einzubinden. Gemeinsam mit FBL Thielemann wurden zudem mehrere Gespräche im Umweltministerium geführt mit dem Ergebnis, dass man uns in Aussicht gestellt hat, die Förderfähigkeit des Projektes wohlwollend zu prüfen.

Wichtig ist dabei, dass uns der Nachweis gelingt, dass durch die geplanten Maßnahmen, die Anhebung ist ja nur Teil eines ganzen Maßnahmenpakets, eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität gelingen wird. Dies ist insofern beachtlich, als es viele Möglichkeiten für die Schaffung von Retentionsraum gibt, Beispiel Albungen, das Umweltministerium trotz alledem bereit ist, für das genaue Gegenteil, nämlich eine Wasserstandsanhebung und Seentherapie möglicherweise Fördergeld in die Hand zu nehmen.

Die Kosten...

Das unser gemeinsames Anliegen mit der Gemeinde Meinhard bei den verschiedenen Fachbehörden auf so große Zustimmung und Unterstützung stößt macht uns wirklich sehr hoffnungsvoll, denn der See liegt uns schließlich allen sehr am Herzen. Folgende Maßnahmen werden für das Planfeststellungsverfahren erforderlich werden: Eine Ingenieurplanung, Begleitplanung des Planfeststellungsverfahrens, ein landschaftspflegerischer Begleitplan, eine komplette Vermessung des Sees und der umliegenden Natur- und Kulturräume, ein hydrologisches Gutachten, ein hydrogeologisches Gutachten und ein geologisches Gutachten sowie Beweissicherungsverfahren, insgesamt gehen wir geschätzt von rd. 114.000,00 € aus, die das Planfeststellungsverfahren uns kosten wird.

Im Zuge der Umsetzung der Wasserstandsanhebung rechnen wir mit Bau- und Investitionskosten von rund 250.000,00 €. Bgm. Giller wird den Meinharder Gremien vorschlagen, sich an den Kosten mit 50% zu beteiligen, die anfallenden Investitionskosten sollen dann gemarkungsscharf von der einzelnen Kommune zu tragen sein.

Weiterhin haben wir im Magistrat regelmäßig Informationen über die Entwicklung der Algenblüte im Werratalsee bekommen. Auch gegenwärtig ist es so, dass diese Algenblüte anhält. Wir stehen über dieses Thema regelmäßig mit dem HLUG und dem Gesundheitsamt in Verbindung und bekommen regelmäßig die neuen Messwerte. Diesen zufolge lautet die derzeitige Maßnahme "Abraten vom Baden" – die Grenzwerte die für ein Badeverbot gesprochen hätten wurden jedoch bei allen Probeentnahmen bei weitem nicht erreicht. Je nach Windrichtung und Strömung gibt es auch derzeit viele Bereiche im See, in denen man nach Sichtkontrolle, wie auf den Hinweistafeln, problemlos, wenn auch auf eigene Verantwortung, baden kann.

Höchste Wasserqualität

Abgesehen von den Cyanobakterien, die man ja glücklicherweise schon optisch wahrnehmen kann, gibt es keine Beeinträchtigung des Sees der Gemeinde Meinhard und der Stadt Eschwege, im Gegenteil, gem. den EU-Richtlinien haben wir vor Ort die höchste Badegewässerqualität. Wir werden die weitere Entwicklung nach wie vor streng überwachen und haben bereits mit unserem Seegutachter, dem Büro clear waters, über Alternativen geredet, die vor Abschluss der Wasserstandsanhebung kurzfristig eine Verbesserung ergeben können. Er sagte uns aber auch, dass eine solch spontane Massenentwicklung im Werratalsee noch nie zuvor vorgekommen sei und derzeit deutschlandweit als Phänomen zu beobachten sei. Es bleibt also festzuhalten, Eschwege und Meinhard sind am Thema dran und arbeiten gemeinsam mit Hochdruck an Wasserstandsanhebung und den weiteren Maßnahmen zur Seentherapie.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Schwierige Koalitionssuche in Niedersachsen hat begonnen

Niedersachsens Parteien machen nach der Wahl vor allem klar, was sie nicht wollen: Die Grünen wohl kein Jamaika, die FDP sicher keine Ampel und die große Koalition ist …
Schwierige Koalitionssuche in Niedersachsen hat begonnen

Konzernchefs fordern bessere soziale Absicherung

Die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein plant, das bedingungslose Grundeinkommen zu testen. In einer Jamaika-Koalition im Bund dürfte die Idee aber kaum …
Konzernchefs fordern bessere soziale Absicherung

Maltesische Bloggerin getötet

Valletta (dpa) - Eine auf Malta populäre Bloggerin ist offenbar Opfer eines gezielten Anschlags geworden. Regierungschef Joseph Muscat bestätigte, dass Daphne Caruana …
Maltesische Bloggerin getötet

Bundeswehr unterbricht Ausbildungsmission im Nordirak

Im Irak wächst die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg. Die Bundeswehr unterbricht deshalb die Ausbildung der kurdischen Peschmerga. Der Einsatz liegt auf Eis. Deutsche …
Bundeswehr unterbricht Ausbildungsmission im Nordirak

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.