Vorschlag der "New York Times"

Wird Angela Merkel bald UN-Generalsekretärin?

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Im September 2015 sprach Angela Merkel beim Gipfel für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

New York - Die renommierte „New York Times“ hat Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut für den Posten des UN-Generalsekretärs ins Spiel gebracht. Zudem gibt es Lob vom UN-Flüchtlingskommissar.

„Wenn jemand der Herausforderung in dieser neuen, enorm schwierig zu steuernden multipolaren Welt gewachsen ist, in der Konflikte nationale Grenzen überschreiten, wäre es Deutschlands Kanzlerin“, schrieb Mark Saddon in einem Beitrag für die Zeitung am Mittwoch. Saddon ist ehemaliger Redenschreiber des derzeit amtierenden UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon und Journalist.

Bei den Vereinten Nationen wächst die Ansicht, dass erstmals eine Frau den höchsten UN-Posten besetzen sollte und dass Bans Nachfolger oder Nachfolgerin aus einem osteuropäischen Land stammen sollte. Die in der früheren DDR aufgewachsene Merkel könne dank ihrer Beziehungen zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin zwischen ihm und den USA vermitteln, schrieb Saddon. Zudem habe sie in der Flüchtlingskrise ihre menschliche Seite und in der Eurokrise Führungsstärke gezeigt.

Der neue UN-Generalsekretär wird spätestens im Herbst gewählt und tritt das Amt Anfang 2017 an. In Berlin heißt es, Merkel habe eine Kandidatur für den Posten ausgeschlossen. Offiziell nominiert sind derzeit fünf ranghohe Politiker aus Mittel- und Südosteuropa: Kroatiens Außenministerin Vesna Pusic, die bulgarische Unesco-Chefin Irina Bokova, Sloweniens ehemaliger Präsident Danilo Türk, der mazedonische Politiker und Ex-Präsident der UN-Generalversammlung, Srgjan Kerim, sowie Montenegros Außenminister Igor Luk?ic.

Lob für Merkel vom UN-Flüchtlingskommissar

Der UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi hat währenddessen die Rolle Deutschlands in der Flüchtlingskrise begrüßt. Ohne das Vorgehen der Bundesregierung "befänden wir uns schon heute in einem anderen Europa", sagte Grandi am Mittwoch bei einem Treffen mit Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin. Die aktuelle Situation stelle Europa vor ganz neue rechtliche und grundsätzliche europapolitische Fragen, sagte Grandi, wie anschließend aus Teilnehmerkreisen verlautete.

Eine internationale Lösung müsse auf verschiedenen Ebenen erfolgen und sei nur unter Führung Deutschlands denkbar, fügte Grandi den Angaben zufolge hinzu. Gauck sagte demnach, er sei "sehr froh, dass die Bundesregierung sich entschlossen hat, in der Flüchtlingskrise sehr deutlich ein Signal zu setzen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht wegen ihres Kurses in der Flüchtlingspolitik und der hohen Zahl der Asylbewerber innenpolitisch unter Druck. Eine nationale Obergrenze für Flüchtlinge lehnt sie ab. In der EU bemüht sie sich um gemeinsames Vorgehen der EU-Staaten und eine Lastenteilung, stößt damit aber auf Ablehnung.

Am Donnerstag und Freitag findet in Brüssel der EU-Gipfel zum Thema "Brexit" und Flüchtlingskrise in Europa statt. Alle aktuellen Informationen zum EU-Gipfel hier im Ticker.

dpa

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