Acht Jahre nach Einsatz-Ende

Zahl der Trauma-Erkrankungen bei Soldaten bleibt hoch

+
Bundeswehrsoldaten sind 2011 nahe Kundus im Einsatz. Foto: Maurizio Gambarini

Auch Jahre nach dem Ende des Kampfeinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan geht die Zahl der an Kriegstraumata erkrankten Soldaten kaum zurück.

Berlin (dpa) - 2018 wurde bei 182 Soldatinnen und Soldaten eine einsatzbedingte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) neu diagnostiziert - zwölf mehr als im Jahr 2017, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf den Sanitätsdienst der Bundeswehr berichtet.

Die Zahl anderer einsatzbedingte Störungen wie Depressionen sank laut Sanitätsdienst weiter leicht. Insgesamt seien somit im vergangenen Jahr bei 279 Soldaten eine einsatzbedingte psychiatrische Erkrankung diagnostiziert worden - das waren in etwa so viele Neuerkrankungen wie 2017 mit 274 Fällen. Die tatsächlichen Erkrankungen dürften höher liegen, denn gezählt werden nur die Fälle, die in Bundeswehreinrichtungen behandelt werden.

Der Kampfeinsatz der Nato in Afghanistan endete 2014. Die Bundeswehr ist nur noch zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Zeitung, häufig nähmen Betroffene erst Jahre nach dem auslösenden Ereignis "eine unserer vielen Hilfsmöglichkeiten wahr".

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, geht davon aus, dass "viele Soldaten sich auch erst später melden, weil erst heute PTBS wie eine körperliche Verwundung angesehen wird". Bei vielen Soldaten seien die Erkrankungen inzwischen aber chronisch und es sei fraglich, ob die Bundeswehr den bestehenden Behandlungsbedarf noch adäquat befriedigen könne - zumal in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser ein Teil der Stellen nicht besetzt sei. Insgesamt sei aber vieles besser geworden. Bartels stellt am Dienstag seinen Jahresbericht vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Politischer Aschermittwoch: CSU hat „Ökosozialist“ Habeck im Blick - Merz spricht in Thüringen

Es darf wieder vom Leder gezogen werden: Der politischer Aschermittwoch 2020 ist da. Die Blicke gehen in diesem Jahr aber auch nach Thüringen - dort spricht Friedrich …
Politischer Aschermittwoch: CSU hat „Ökosozialist“ Habeck im Blick - Merz spricht in Thüringen

Donald Trump: Blumenkohl untergejubelt – Leibarzt wollte ihn zum Abnehmen bringen 

Ronny Jackson war Chefarzt im Weißen Haus und damit auch für US-Präsident Donald Trump zuständig. Er wollte den Präsidenten dazu bringen, abzunehmen – und scheiterte. 
Donald Trump: Blumenkohl untergejubelt – Leibarzt wollte ihn zum Abnehmen bringen 

Friedrich Merz gerät wegen Äußerungen zu Rechtsradikalismus in die Kritik

Im Kampf um den CDU-Vorsitz gerät Kandidat Friedrich Merz wegen seiner umstrittenen Äußerungen zum Thema Rechtsradikalismus in die Kritik.
Friedrich Merz gerät wegen Äußerungen zu Rechtsradikalismus in die Kritik

Chaostage der CDU: AKK überrascht mit Geständnis - Unionsfraktionschef mit Warnung an Vorsitz-Kandidaten

Wer künftig an der Spitze der CDU sein wird, soll sich bei einem Sonderparteitag am 25. April entscheiden. Merz lehnte ein Angebot von AKK bereits vorher ab.
Chaostage der CDU: AKK überrascht mit Geständnis - Unionsfraktionschef mit Warnung an Vorsitz-Kandidaten

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.