Sonderpreis für Korrespondent

Zeichen für die Pressefreiheit: Deniz Yücel bekommt Journalistenpreis

+
Deniz Yücel.

In Abwesenheit hat der Journalist Deniz Yücel den renommierten Theodor-Wolff-Preis erhalten. Der „Die Welt“-Korrespondent sitzt seit weit über 100 Tagen in der Türkei im Gefängnis.

Berlin - Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat an fünf Journalisten den renommierten Theodor-Wolff-Preis vergeben. Erstmals gab es einen Sonderpreis, den der in der Türkei inhaftierte Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“, Deniz Yücel, erhält. Damit soll nach dem Willen von Jury und Kuratorium „im Geist von Theodor Wolff ein Zeichen für die Pressefreiheit gesetzt werden, die in der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt mit Füßen getreten wird“. Überreicht wurden die Preise am Mittwochabend in Berlin.

Yücel hatte seinen Anwälten eine Dankesrede an die Jury und das Kuratorium des Theodor-Wolff-Preises diktiert, die am Mittwoch verlesen wurde: „Falls es zu Ihren Absichten gehörte, mich mit dieser wertvollen Auszeichnung ein wenig aufzumuntern, dann sei Ihnen versichert: Es ist Ihnen vortrefflich gelungen. Auch dafür danke ich Ihnen“, heißt es darin.

Seine Ehefrau nahm den Preis entgegen

Den Preis nahm Yücels Ehefrau Dilek Mayatürk-Yücel entgegen, wie Bild.de berichtet. „Wir laufen einen Marathon“, sagte sie. „Das ist kein Kurzstreckenlauf. Die Strecke ist lang, schwierig, ermüdend, voller Hürden. Und wir können die Zielgerade immer noch nicht sehen. Ich werde erst das Ziel erreichen, wenn Deniz wieder frei ist.“

Die Auszeichnung in der Kategorie „Lokales“ erhielt Anja Reich von der „Berliner Zeitung“. In der Sparte „Meinung“ ging der Preis an Hans Monath („Der Tagesspiegel“), in der Kategorie „Reportage“ an Marc Neller („Welt am Sonntag“). Die Jury hatte sich diesmal für „Populismus“ als „Thema des Jahres“ entschieden. Für seinen Beitrag dazu ausgezeichnet wurde Nicolas Richter („Süddeutsche Zeitung“). Die Auszeichnungen in diesen vier Kategorien sind mit jeweils 6000 Euro verbunden.

Der Preis erinnert an den langjährigen Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868-1943), der 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen musste, dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert wurde. Er starb 1943 in Berlin.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kubicki: Was FDP vorgeworfen wird, kann man auch SPD vorwerfen

Die FDP hat einer Jamaika-Koalition den Todesstoß verpasst. Noch immer streiten die Parteien, wer der Schuldige ist - und ob es Neuwahlen geben soll. Alle News in …
Kubicki: Was FDP vorgeworfen wird, kann man auch SPD vorwerfen

Keine Koalition in Sicht: So geht es jetzt weiter

Jamaika ist gescheitert. Nun braucht Berlin neue Lösungen. So sieht der Fahrplan für die kommenden Wochen aus - bis hin zu einer möglichen Neuwahl.
Keine Koalition in Sicht: So geht es jetzt weiter

Geplant oder unvermeidlich: Warum ist Jamaika gescheitert?

Nach einer historischen Nacht bleiben mehr Fragen als Antworten. Warum hat die FDP so kurz vor dem Ziel die Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition abgebrochen? …
Geplant oder unvermeidlich: Warum ist Jamaika gescheitert?

Aktuelle Umfrage: AfD jetzt bei 14 Prozent

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die AfD ist nach dem Jamaika-Aus klar im Aufwind bei 14 Prozent. Hier finden Sie die neueste Umfrage und Prognose.
Aktuelle Umfrage: AfD jetzt bei 14 Prozent

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.