Vindman-Anhörung

Zeuge: Protokoll von Trumps Ukraine-Telefonat hat Lücken

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Alexander Vindman, führender Experte im Nationalen Sicherheitsrat für die Ukraine, kommmt zu seiner Anhörung ins US-Repräsentantenhaus. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Washington (dpa) - In dem veröffentlichten Protokoll zu dem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fehlen nach Angaben eines Zeugen wichtige Punkte.

Das sagte Alexander Vindman, Ukraine-Experte im Nationalen Sicherheitsrat der USA, am Dienstag (Ortszeit) in einer nicht öffentlichen Sitzung vor dem Kongress aus, wie mehrere US-Medien, darunter die "New York Times", nach seinem Auftritt übereinstimmend berichteten. Das Telefonat steht im Zentrum der Ukraine-Affäre um einen möglichen Amtsmissbrauch durch den US-Präsidenten.

Trump hatte Selenskyj in dem Telefonat Ende Juli zu Ermittlungen ermuntert, die seinem politischen Rivalen, dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden, schaden könnten. Hintergrund ist das frühere Engagement von Bidens Sohn bei einem in der Ukraine tätigen Energieunternehmen namens Burisma.

Die Demokraten haben den Verdacht, dass US-Militärhilfe als Druckmittel für die Forderung nach Ermittlungen gegen die Bidens eingesetzt wurde. Sie werfen Trump daher Machtmissbrauch vor und haben Ermittlungen für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten eingeleitet.

Vindman hatte das Gespräch damals nach eigenen Angaben live mitgehört - wie auch andere Mitarbeiter des Regierungsapparates. Er sagte laut den Medienberichten bei seinem Auftritt hinter verschlossenen Türen im US-Kongress, Trump habe in dem Telefonat etwa auf Tonaufnahmen von Joe Biden zur Ukraine hingewiesen, und Selenskyj habe explizit Burisma in dem Gespräch erwähnt. Beides tauche in dem vom Weißen Haus veröffentlichten Gesprächsprotokoll aber nicht auf - dabei habe er sich selbst bemüht, dies dort zu ergänzen, erklärte er demnach.

Das vom Weißen Haus veröffentlichte Gesprächsprotokoll basiert auf Notizen von Regierungsmitarbeitern. Eine wörtliche Mitschrift wurde bislang nicht herausgegeben. Ein anonymer Hinweisgeber hatte der Regierungszentrale hier Vertuschungsversuche vorgeworfen: Es sei ein Wortprotokoll angefertigt worden. Dies sei nach dem Gespräch aber auf Anweisung von Juristen aus dem Weißen Haus aus einer dafür gewöhnlich vorgesehenen Datenbank entfernt und stattdessen in einem besonders geschützten System gespeichert worden.

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