Streit vor Gericht

Zu radikal? Verlag stoppt Veröffentlichung von Thilo Sarazzins neuem Buch über den Islam

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Mit seinem Werk „Deutschland schafft sich ab“ sorgte Thilo Sarrazin 2010 für Entrüstung.

„Feindliche Übernahme“ sollte das neue Buch des Skandal-Autors Thilo Sarazzin über den Islam heißen. Kurz vor dem Erscheinen macht der Verlag aber einen Rückzieher. Der Fall geht vor Gericht.

Der frühere Berliner Finanzsenator und Bundesbanker Thilo Sarrazin streitet sich vor Gericht mit seinem Verlag über ein neues Buch. Am Montag verhandelt ein Gericht in München den Fall. Das bestätigte die Verlagsgruppe Random House am Freitag. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung sollte das Buch im August erscheinen und den Titel „Feindliche Übernahme - wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ tragen.

Der Verlag hatte nach eigenen Angaben einen Vertrag mit Sarrazin über das Buch abgeschlossen. Nun gibt es offensichtlich Unstimmigkeiten und der Verlag will das Werk nicht veröffentlichen. Er betonte aber, man wolle „das nicht angekündigte Buch von Thilo Sarrazin weder „stoppen“, noch seine Publikation erschweren oder verhindern“. Weiter hieß es: „Dem Autor steht es frei, sein Buch jederzeit in einem anderen Verlag zu publizieren.“ Sarrazin war zunächst nicht zu erreichen.

Lesen Sie auch: Zahl rechtsextremer Gewalttaten deutlich gesunken - aber Entwarnung gibt es nicht

Der langjährige SPD-Politiker hatte mit seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ im Jahr 2010 Entrüstungsstürme und Debatten über Islamkritik und Vererbung von Intelligenz ausgelöst. Es folgten weitere Bücher über den Euro und das „Wunschdenken“ in der Politik.

Der Verlag lobt Sarrazin auf seiner Internetseite als einen „der profiliertesten politischen Köpfe der Republik“ und spricht von seinem „Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen“.

dpa

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