Partei soll „bodenständiger“ werden

„Zu sehr auf Machtoptionen ausgerichtet“: So analysiert Nahles die SPD-Schlappe

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Andrea Nahles im Gespräch mit Martin Schulz (li.) und Sigmar Gabriel

Andrea Nahles soll die SPD wieder auf Vordermann bringen. Wie sie das machen will hat die Fraktionschefin nun angedeutet - und dabei kräftige Kritik am bisherigen Kurs geübt.

Berlin - Die Bundestagswahl hat die SPD kräftig durchgeschüttelt. Eine Reform ist angekündigt. Richten soll es im Bundestag nun die neue Fraktionschefin Andrea Nahles. Wie sie das machen will, deutete Nahles am Dienstag parteiintern an. In einem Arbeitspapier hat die 47-Jährige einige Kritikpunkte präsentiert. Darunter, frei zusammengefasst: Die SPD wirke zu machtversessen - und wirke langweilig bis verstockt in ihren Positionen.

So muss die SPD nach Einschätzung Nahles‘ bodenständiger werden. „Die SPD wirkt für viele Bürgerinnen und Bürger abgehoben und zu sehr auf Machtoptionen ausgerichtet“, heißt es in der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Analyse der Wahlniederlage, die Nahles nun in der Bundestagsfraktion als Diskussionsgrundlage präsentierte. Die bisherige Arbeitsministerin hat sechs Fragen formuliert, wie die SPD ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen und sich in der Opposition im Sechs-Parteien-Bundestag behaupten kann.

„...dann auf Kampagnenmodus umschalten funktioniert nicht“

Die Sozialdemokratie müsse sich rasch für Menschen öffnen, die sich nicht in Parteien, sondern lieber in Vereinen oder Nicht-Regierungsorganisationen engagierten. „Wir werden von Vielen zurzeit nicht als die Partei angesehen, die intellektuell und politisch spannend ist, die für und mit der Gesellschaft die großen Fragen unserer Zeit verhandelt“, stellt Nahles fest.

Die SPD müsse sich klar werden, was sie wolle und wofür sie stehe: „Dreieineinhalb Jahre regieren oder Oppositionsarbeit betreiben und dann auf Kampagnenmodus umzuschalten funktioniert nicht. Die SPD muss zu einem Ort werden, an dem die spannenden Debatten geführt werden, kontinuierlich und nach vorne gerichtet.“

Unterdessen hat Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht der SPD bereits eine stärkere Zusammenarbeit in der Oppositionsarbeit angeboten.

dpa/fn

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