Präsident macht Rückzieher

Zusammenarbeit mit Putin? Republikaner verspotten Trump

Mehrere prominente Republikaner haben US-Präsident Donald Trump wegen seines Plans verspottet, mit Russland bei der Abwehr von Cyber-Attacken auf Wahlen zusammenzuarbeiten.

Washington - Nach heftiger Kritik auch aus den eigenen republikanischen Reihen macht US-Präsident Donald Trump einen Rückzieher: Er hält nun anscheinend doch nichts von dem Plan, mit Russland bei der Cybersicherheit zusammenzuarbeiten. Trump hatte nach seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in Hamburg die Absicht einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zu dem Thema verkündet - und angesichts der Russland angelasteten Hackerangriffe im US-Wahlkampf daheim teilweise sogar beißenden Spott geerntet.

Die US-Senatoren Marco Rubio, John McCain und Lindsey Graham äußerten sich ironisch bis sarkastisch zu einer solchen Zusammenarbeit mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Rubio schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter sogar, dies sei, als würde man mit der syrischen Regierung gegen Chemiewaffenangriffe zusammenarbeiten.

Die US-Geheimdienste waren vergangenes Jahr zu dem Schluss gelangt, dass Russland hinter Hackerangriffen während des US-Wahlkampfs gesteckt habe. Trump hatte beim G20-Gipfel in Hamburg erstmals ein ausführliches Gespräch mit Putin. Danach verkündete er über Twitter am Sonntag, es sei Zeit, "konstruktiv" mit Russland zusammenzuarbeiten. Er und Putin hätten auch darüber gesprochen, eine "Einheit zur Cybersicherheit" aufzustellen, um künftige Einflussnahmen im Wahlkampf zu verhindern.

McCain sagte dazu in einem CBS-Fernsehinterview sarkastisch: "Ich bin sicher, dass Wladimir Putin eine große Hilfe dabei sein kann - schließlich hat er die Hackerangriffe ja gemacht." Graham wiederum nannte im Sender NBC eine Zusammenarbeit mit Putin bei Hackerangriffen "nicht die dümmste Idee, die ich je gehört habe, aber fast".

Alle drei Senatoren haben Trump schon häufiger kritisiert. Rubio und Graham verloren im vergangenen Jahr bei der Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten gegen Trump. McCain war 2008 der republikanische Präsidentschaftskandidat gewesen.

afp/dpa

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