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„Ich würde Filip Kostic eher applaudieren, als ihn auszupfeiffen“

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Von: Johannes Götze

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Filip Kostic
Ciao Eintracht Frankfurt: Europa-League-Sieger Filip Kostic wechselt zu Juventus Turin. © Arne Dedert/dpa

An dieser Stelle wagt Christopher Schaus in unregelmäßigen Abständen den „Adlerblick“ – immer kritisch, immer aus der Vereinsbrille. Schaus ist Fan von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt und blickt diesmal für torgranate.de auf den Kostic-Wechsel, die Super Cup-Niederlage gegen Real Madrid und das Auswärtsspiel bei Hertha BSC.

Der Trip nach Helsinki zum Super Cup-Finale hat sich gelohnt, wenn ich vom Ergebnis und den äußeren Umständen bei unserer Eintracht absehe. Helsinki ist eine tolle Stadt, das Wetter war traumhaft, der Schoppen zwar etwas teurer, aber er hat geschmeckt. Wir waren eine tolle Gruppe, die mit dem Fanflieger vom Eintracht-Fanshop gereist ist – und mit Uwe Bein war sogar eine echte Eintracht-Legende an Bord und mit uns im Block.

Filip Kostics Wechsel sagt viel über das Geschäft

Ich hätte mir allerdings mehr von der Eintracht versprochen. Eben solch einen Auftritt, wie wir ihn aus der Europa League gewohnt waren. Mich hat eine Menge an ein Freundschaftsspiel erinnert. Dass wir die erste Gelbe Karte in der Nachspielzeit kassieren, sagt eigentlich alles. Mir hat die Galligkeit gefehlt. Klar, das war Real Madrid, aber hätte die Mannschaft mehr in das Spiel investiert, wäre vielleicht mehr möglich gewesen.

Mit Uwe Bein (rechts) waren Christopher Schaus (Bildmitte) und Co in Helsinki beim Super-Cup-Finale.
Mit Uwe Bein (rechts) waren Christopher Schaus (Bildmitte) und Co in Helsinki beim Super-Cup-Finale. © privat

Wobei die äußeren Umstände natürlich suboptimal waren, denn dass kurz vor Abflug der Wechsel von Filip Kostic publik wird, war nicht gut. Der Wechsel sagt viel über das Fußballgeschäft aus. Warum spielt so ein verdienter Spieler nicht noch solch ein Spiel, in dessen Rahmen er ja sogar noch als Spieler der Europa-League-Saison ausgezeichnet wird? Aber ich kann Kostic den Wechsel nicht verübeln, er hat immer mit offenen Karten gespielt und besitzt einen großen Anteil am Europapokalsieg. Wenn er mit Juventus nach Frankfurt kommen würde, ich würde eher applaudieren als zu pfeifen.

Die Person mit dem Adlerblick

Christopher Schaus (41) ist geschäftsführender Gesellschafter des Fuldaer Unternehmens WEMAG GmbH und Co. KG. Er betreibt seit 2013 den Eintracht-Fanshop in den Räumlichkeiten der WEMAG in der Heidelsteinstraße. Schaus ist zeitlebens eingefleischter Eintracht-Fan und hat die großen Triumphe der letzten Jahre hautnah miterlebt.

Jetzt muss die Eintracht zusehen, dass sie adäquaten Ersatz für seine Position findet oder aber das System wechseln. Denn unser Fußball funktioniert in dem aktuellen System nur mit einem Spielertypen wie Kostic. Die 12 Millionen Euro, die die Eintracht bekommen hat, kann sicherlich zu Teilen reinvestiert werden. Für uns geht es nun zu Hertha BSC. Es ist wichtig, dass wir nun in den Bundesliga-Modus umschalten. Und das schnellstmöglich. Wenn ich Trainer wäre, würde ich Mario Götze und Randal Kolo Muani in die Startelf bringen, um mehr Druck nach vorne zu erzeugen. Dann sollte es auch was mit meinem Tipp werden: 3:0 für die Eintracht.

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