1. Spieltag

Werder macht einfach so weiter: Heimpleite gegen Hertha BSC

Theodor Gebre Selassie (l) von Werder Bremen kommt zu spät, Dodi Luebakio macht das 2:0 für Hertha klar. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
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Theodor Gebre Selassie (l) von Werder Bremen kommt zu spät, Dodi Luebakio macht das 2:0 für Hertha klar. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Die neue Saison ist gerade einmal 90 Minuten alt, doch bei Werder Bremen ist die Ernüchterung schon wieder groß. Vom so viel propagierten Neuanfang ist gegen Hertha BSC nichts zu sehen. Es wartet noch viel Arbeit auf Trainer Kohfeldt.

Bremen (dpa) - Florian Kohfeldt verließ mit versteinerter Miene das Weserstadion. Während Hertha-BSC-Coach Bruna Labbadia jedem seiner Spieler nach dem verdienten 4:1 (2:0)-Sieg der Berliner um den Hals fiel, musste Kohfeldt erst einmal den nächsten Bremer Rückschlag verarbeiten.

"Natürlich ist die Enttäuschung bei der Mannschaft und bei mir groß", sagte der Werder-Trainer nach dem in allen Belangen ernüchternden Saisonstart. "Insgesamt war es in vielen Belangen nicht gut genug, um ein Bundesligaspiel zu gewinnen."

Dabei waren die Hoffnungen auf einen guten Auftakt nach der Katastrophen-Saison 2019/20 groß bei den Grün-Weißen. Das neue Werder hatte in der positiv verlaufenen Vorbereitung Zuversicht keimen lassen, die Rückkehr von immerhin 8400 Zuschauern ins Weserstadion sorgte ebenfalls für eine hoffnungsvolle Grundstimmung. Doch dann folgten 90 Minuten, die auf frappierende Art und Weise an die vielen Rückschläge in der vergangenen Spielzeit erinnerten. Werder machte einfach so weiter wie zuvor und setzte seine eklatante Heimschwäche auch gegen den bisherigen Lieblingsgegner Hertha BSC fort.

Keines der vergangenen 13 Duelle gegen den Hauptstadt-Club hatten die Norddeutschen verloren. Doch nun setzte es eine desillusionierende Klatsche, nachdem schon in der vergangenen Runde nur zwei Spiele im eigenen Stadion gewonnen werden konnten. "Natürlich ist die Ernüchterung groß", sagte Geschäftsführer Frank Baumann. Am Samstag geht es für Werder zum FC Schalke 04, den es beim 0:8 bei Bayern München noch schlimmer erwischt hatte. Die Fußball-Bundesliga hat damit bereits am zweiten Spieltag ihren ersten Krisen-Gipfel.

"Wir müssen richtig gallig sein, um ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Nur spielerisch wird es nicht gehen", kritisierte Kohfeldt die fehlende Widerstandsfähigkeit seines Teams. "Vor allem in den ersten 35 Minuten hätten wir die Chance gehabt, das Spiel an uns zu reißen. Das ist uns nicht gelungen."

Vor 8400 Zuschauern, die nach den neuen Corona-Regeln erstmals wieder ins Stadion durften, erzielten Peter Pekarik (42. Minute), Dodi Lukebakio (45.+2), Matheus Cunha (62.) und Jhon Cordoba (90.) die Treffer für die Hertha, die sich damit für das Pokal-Aus beim Zweitligisten Braunschweig rehabilitierte. Der Ex-Berliner Davie Selke (69.) traf nur zum zwischenzeitlichen 1:3 für die enttäuschenden Bremer, für die die Rückkehr der Fans das einzig Positive blieb.

"Es war schön, dass wieder Atmosphäre im Stadion da war. Das haben wir schon sehr vermisst", sagte Kohfeldt zur Teil-Rückkehr der Fans. Als um 14.55 Uhr die Werder-Mannschaft zum Aufwärmen auf den Rasen kam, brandete lauter Jubel auf. "Werder, Werder"-Sprechchöre sorgten wieder für Fußball-Atmosphäre im Weserstadion. Doch schon zur Pause gab es Pfiffe, nach dem Schlusspfiff flüchteten die Anhänger aus der Arena am Osterdeich. Den Neuanfang hatten sich an der Weser alle ganz anders vorgestellt.

© dpa-infocom, dpa:200919-99-628976/3

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