Zwischen London und Cardiff

Das "Bauchgefühl" stimmt beim FC Bayern

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Nach dem zweiten 5:1-Sieg gegen Arsenal London steht der FC Bayern in der nächsten Runde der Champions League.

London - Beim FC Bayern drängen sich in der Champions League Parallelen zum Triumph vor vier Jahren auf. Manch einer will davon aber noch nicht zu viel hören - auch wegen der ersten Halbzeit gegen den FC Arsenal.

Im luxuriösen Hotel The Landmark geriet Karl-Heinz Rummenigge zu nächtlicher Stunde dann doch ins Schwärmen und hatte den ganz großen Wurf im Sinn. "Ich darf erinnern an 2013, als gegen Dortmund der große Coup geglückt ist, da haben wir hier auch eine schöne Party gefeiert", sagte Bayern Münchens Vorstandschef in seiner Bankettrede zu Trainer, Mannschaft und den geladenen Gästen. Damaliger Gegner im Achtelfinale: Der FC Arsenal. 

Im Lichte der historischen 10:2-Demontage (jeweils 5:1 in Hin- und Rückspiel) der Gunners zum Einzug ins Viertelfinale der Champions League fügte Rummenigge im Londoner Stammquartier hinzu: "Wir tun gut daran, uns nicht zum Favoriten abstempeln zu lassen. Aber vielleicht landen wir nochmal hier auf der britischen Insel in der Nähe. Das wäre schön." Das Triple-Jahr unter Jupp Heynckes mit dem Triumph von Wembley wird immer präsenter beim Fußball-Rekordmeister, genauso wie das Erreichen des diesjährigen Finales in der Königsklasse am 3. Juni im walisischen Cardiff realistisch erscheint. 

Hoeneß ist zuversichtlich

In einem TV-Interview mit Viasat grinste Präsident Uli Hoeneß diebisch und meinte: "Mein Bauch sagt mir, dass wir eine gute Saison haben werden." Mit Champions-League-Experte Carlo Ancelotti wächst die Zuversicht, eine gewisse Vorsicht schwingt aber noch mit. "Es sind theoretisch vier Spiele bis zum Endspiel. Es ist absehbar, dass man es schaffen kann. Aber wir müssen jetzt richtig abliefern", sagte Mats Hummels, vor vier Jahren noch auf der Verliererseite beim BVB. Ancelotti gab sich entschlossen: "Meine Motivation ist, die Mannschaft an die Spitze in Europa zu führen. Das ist mein einziges Ziel, dafür gebe ich alles." Eigentlich wiegelte bei dem Thema nur Arjen Robben ab. "Wir wissen, was wir wollen. Aber ich mag das nicht, lass' uns fokussiert weitergehen", sagte der Niederländer über das Triple-Gerede. Es kämen Mitte April im Viertelfinale, das am 17. März ausgelost wird, nur "starke, starke Mannschaften. Das wird ein ganz schweres Ding." Robben fand, es gäbe allen Grund, nicht schon zu weit vorauszudenken. "So eine erste Halbzeit dürfen wir nicht spielen. Das war eine Lernstunde für das Viertelfinale", kritisierte er die sehr dürftige Leistung vor der Pause, als die Münchner angesichts des 5:1 aus dem Hinspiel zwar nicht wankten, aber doch sehr verwundbar waren. 

„Fällt das 2:0, brennt der Baum“

Das erneute Torfestival wurde entsprechend differenziert bewertet. Schließlich nahmen erst die Rote Karte für Laurent Koscielny (54.) und der folgende Ausgleich von Robert Lewandowski (55., Foulelfmeter) den Gunners "den Wind aus den Segeln", wie es Hummels ausdrückte. Zuvor hatte Theo Walcott (20.) einen Funken Hoffnung geweckt, "und wenn das 2:0 fällt, brennt der Baum", sagte Hummels. In Überzahl aber wurde der Ausflug nach London doch noch ein Vergnügungstrip garniert mit Toren von Robben (67.), Douglas Costa (78.) und Arturo Vidal (80. und 85.). "Das große Ganze passt, aber das Ergebnis entspricht natürlich nicht dem Spielverlauf", sagte Hummels. Bestehen bleibt dennoch ein überdeutliches Signal an die internationale Konkurrenz. "Wir sind wettbewerbsfähig", sagte Ancelotti, das Erfolgsrezept für die nächsten Wochen hatte Rummenigge parat: "Wir haben 2013 die Gegner unaufgeregt abgearbeitet, und wir haben es auch mit einem Schuss Demut gemacht. Die Champions League verzeiht keine schwachen Halbzeiten." Meistens jedenfalls.

sid

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