15. Spieltag

Bosz offen: «Glücklich, dass keine Zuschauer dabei waren»

Bayer Leverkusen - SV Werder Bremen
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Leverkusens Trainer Peter Bosz steht an der Seitenlinie - die Punkteteilung ist für die Leverkusener eigentlich zu wenig. Foto: Bernd Thissen/dpa-pool/dpa

Die dritte Niederlage in Folge hat Bayer Leverkusen vermieden. Allerdings verpasste es die Werkself, vom Ausrutscher des FC Bayern zu profitieren und den Rückstand zu verkürzen. Der Trainer war entsprechend sauer.

Leverkusen (dpa) - Peter Bosz kam direkt auf den Punkt. «Ich war glücklich, dass heute keine Zuschauer dabei waren», sagte der Trainer von Bayer Leverkusen gleich zu Beginn seiner Ausführungen während der Pressekonferenz: «Es macht keinen Spaß, so ein Spiel anzuschauen. Das war kein guter Fußball.»

Gründe für die schwache Leistung seiner Spieler beim 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen gab es einige. «Aber wir dürfen keine Ausreden suchen», stellte Bosz klar.

Eine ließ er zumindest halbwegs gelten. Die Qualität des Rasens in der heimischen BayArena, der erst vor sechs Wochen erneuert wurde und trotzdem erstaunlich ramponiert war. «Ich bin kein Platzwart. Ich weiß nicht, wie das möglich ist», sagte der Coach. Aber es sei schwer, auf diesem Platz guten Fußball zu spielen. «Damit will ich meine Spieler schützen», sagte der 57-Jährige: «Es ist von außen einfach zu sagen, man muss schneller spielen. Aber dafür braucht man einen Top-Platz. Und den haben wir im Moment nicht.»

Überraschend war, wie sehr der erst 17-jährige Florian Wirtz den Leverkusenern schon fehlte. Das Ausnahme-Talent erhielt in eng getakteten Wochen nach schon 22 Pflichtspiel-Einsätzen seit September eine Verschnaufpause. Die aber offenbar bitter nötig war, weswegen noch nicht klar ist, ob er im verlegten Zweitrunden-Spiel des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt am Dienstag spielen kann. «Das weiß ich noch nicht», sagte Bosz: «Er hat eine Überbelastung gespürt. Er ist nicht verletzt, aber wir wollen nicht, dass er verletzt wird.»

Ohne Wirtz verhinderte Bayer gerade so die dritte Niederlage in Folge, was für Torhüter Lukas Hradecky ein schwacher Trost war. Auf die Frage, was der Punkt wert war, den Patrik Schick (70.) nach dem ersten Werder-Tor des langjährigen Leverkuseners Ömer Toprak (52.) sicherte, antwortete der Finne: «Das kleine Mentale, dass wir nicht das dritte Mal in Folge verloren hat. Sonst nichts.» Zumal Leverkusen es verpasste, aus dem 2:3 des FC Bayern am Freitag in Mönchengladbach Kapital zu schlagen und den nun vier Punkte betragenden Rückstand entscheidend zu verringern.

Augenscheinlich ist: Bayer, das in das letzte Spiel 2020 gegen die Münchner noch als ungeschlagener Tabellenführer gegangen war, geht auf der Felge. Und das in entscheidenden Wochen: Im Pokal geht es gegen Frankfurt um den Achtelfinal-Einzug, in der Liga warten im Rest-Januar mit Überraschungsteam Union Berlin, Dortmund, Wolfsburg und Leipzig nun herausfordernde Gegner.

Zufriedenheit herrschte trotz der aus der Hand gegebenen Führung dagegen bei den Bremern. «Das war ein hochverdienter Punkt, den sich die Mannschaft mit einer guten Leistung verdient hat», sagte Trainer Florian Kohfeldt, der sein Team nach dem 0:2 gegen Union Berlin in der Vorwoche noch harsch kritisiert hatte. Richtig aufatmen kann Werder aber nach nur einem Sieg aus zwölf Spielen nicht. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz betrug am Samstag fünf Punkte, am Sonntag könnte er auf vier schrumpfen.

© dpa-infocom, dpa:210109-99-956987/3

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