Beschluss aus Karlsruhe

Stadionvebote: Bayern-Fan mit Verfassungsbeschwerde nicht erfolgreich

+
Immer wieder gibt es in Stadien unschöne Szenen mit Fußball-Rowdys (Archivbild).

Gewalttätige Auseinandersetzungen unter Fans begleiten viele Fußballspiele. Liga und Vereine reagieren auch mit bundesweiten Stadionverboten. Ein betroffener Fan ist bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen.

Karlsruhe - Bundesweite Stadionverbote für Fußballfans sind nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zulässig. Diese dürften aber mit Blick auf das Gleichheitsgebot nicht willkürlich festgesetzt werden und müssten auf einem sachlichen Grund beruhen, entschied der Erste Senat in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss vom 11. April. Für ein Stadionverbot reiche aber schon die Sorge, dass von einer Person die Gefahr künftiger Störungen ausgehe. (1 BvR 3080/09)

Ein Anhänger des FC Bayern München hatte die Verfassungsbeschwerde eingereicht. Er hatte 2006 im Alter von 16 Jahren ein Heimspiel des MSV Duisburg gegen Bayern München besucht. Nach Abpfiff kam es zu Auseinandersetzungen unter den Fangruppen, in denen sich auch der Jugendliche befand. Gegen den 16-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet und später wegen Geringfügigkeit eingestellt. Der MSV Duisburg sprach ein bundesweites Stadionverbot bis Ende 2008 aus und erhielt das auch nach der Einstellung des Verfahrens ohne Anhörung aufrecht. Inzwischen sehen die Richtlinien eine Anhörung vor, bevor ein Stadionverbot ausgesprochen wird.

FCB schloss den Fan aus dem Verein aus

Der Verein handelte im Namen des DFB, des Ligaverbandes und aller Bundesligavereine, die sich zur Ausübung des Hausrechts gegenseitig bevollmächtigt hatten. Der FC Bayern München schloss den jungen Mann nach der Entscheidung aus dem Verein aus und kündigte seine Dauerkarte. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Stadionverbot bestätigt, weil es sich auf einem sachlichen Grund stütze. Der Veranstalter müsse aber ausschließen, dass ein Verfahren offensichtlich willkürlich oder aufgrund von falschen Tatsachenbehauptungen eingeleitet wurde, entschied der BGH.

Lesen Sie auch: 

Urteil:Bundesweite Stadionverbote für Fußballfans zulässig

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Konzert in WM-Stadion: Helene Fischer stört Training eines Bundesligisten

Wegen dem deutschen Schlagerstar Helene Fischer muss ein Bundesliga-Verein sein Training verschieben. Auf- und Abbauarbeiten für ihr Konzert blockieren das Stadion.
Konzert in WM-Stadion: Helene Fischer stört Training eines Bundesligisten

Nach tödlichem Unfall: Harit zurück auf Schalke - so will der Verein ihm helfen

Amine Harit ist wieder ins Training beim FC Schalke 04 eingestiegen. Am Tag der Rückkehr des WM-Fahrers dreht sich aber alles um einen Unfall mit Todesfolge in seiner …
Nach tödlichem Unfall: Harit zurück auf Schalke - so will der Verein ihm helfen

WM 2018 im Ticker: Özil muss nach Vorrundenaus Marketingtour mitmachen

Die Fußball-WM 2018 ist zu Ende. Im Finale, einem der aufregendsten der Geschichte, sicherte sich Frankreich letztlich verdient gegen Kroatien den Titel. Der Tag danach …
WM 2018 im Ticker: Özil muss nach Vorrundenaus Marketingtour mitmachen

Juves „Lottogewinn“: Mit Ronaldo beginnt in Italien eine neue Ära

Italien war bei der WM 2018 nur Zuschauer. Dank Juventus Turin feiert die Serie A aber den Coup des Jahres. Cristiano Ronaldos Verpflichtung ist ein Versprechen für eine …
Juves „Lottogewinn“: Mit Ronaldo beginnt in Italien eine neue Ära

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.