Irres Finale in Lima

Ex-FCB-Star gewinnt größten Titel Südamerikas - aber es weckt schlimme Erinnerungen bei Bayern-Fans

Die Copa Libertadores, das südamerikanische Pendant zur Champions League, wurde in einem irren Finale entschieden. Ein ehemaliger Bayern-Star war mit dabei.

  • Die Copa Libertadores ist Südamerikas Pendant zur europäischen Champions League. 
  • Im Finale trafen Flamengo CF und River Plate aufeinander.
  • Mit auf dem Platz standen Rafinha und Javier Pinola.
  • Eine dramatische Schlussphase weckt Erinnerungen an 1999.

Lima - Was für europäische Vereine die Champions League, ist in Südamerika die Copa Libertadores. Im internationalen Wettbewerb streiten sich die Klubs aus zehn Verbänden um die kontinentale Fußball-Krone. Argentinien und Brasilien schicken meist die Favoriten ins Rennen. 

Copa Libertadores: Ex-Bundesliga-Stars im Finale der südamerikanischen Champions League

So standen sich im Finale 2019 Flamengo aus Rio de Janeiro und River Plate aus Buenos Aires gegenüber. Mit dabei zwei alte Bekannte aus der Bundesliga. Die argentinischen Titelverteidiger wurden wie schon im Jahr zuvor von Kapitän Javier Pinola aufs Feld geführt, der sich in Deutschland beim 1. FC Nürnberg in die Herzen der Club-Fans ackerte. Zehn lange Jahre hatte er den Franken die Treue gehalten, ehe es ihn zurück in die Heimat zog. 

Javier Pinola: Beim FCN eine wahre Ikone.

Und auch auf der anderen Seite findet sich ein Heimkehrer, den deutsche Fußballfans noch bestens in Erinnerung haben. Marcio Rafeal Ferreira de Souza, besser bekannt als Rafinha. Nach acht Jahren beim FC Bayern München hatte er ‚Servus‘ gesagt, tz.de* berichtete, und sich für den Wechsel zum brasilianischen Renommierklub Flamengo entschieden.

Rafinha: Feierte mit Bayern München unter anderem das Triple.

Ex-Bayer Rafinha siegt in irrem Copa-Finale mit Flamengo

Das bessere Ende hatte der große Abend für den ehemaligen Münchner und Schalker parat. Doch danach sah es lange nicht aus. In der 14. Minute schoss Borré River Plate zum 1:0, und die Führung änderte sich auch bis kurz vor Schluss nicht. 

Wer ab und an Spiele der südamerikanischen Ligen verfolgt, weiß, dass es hier meist ohne Visier zur Sache geht und vor allem K.o.-Spiele zu wilden Achterbahnfahrten werden können. Aber die Schlussphase im diesjährigen Finale der Copa Libertadores kann man nur mit einem Wort beschreiben: irre. 

Zwei Minuten vor Schluss setzt Ex-Wolfsburger Bruno Henrique vor dem Flamengo-Strafraum zum Dribbling an, zieht vier Mann auf sich und steckt den Ball zu de Arrascaete durch. Der kann das Leder im Liegen quer legen und findet Gabriel Barbosa, der nur noch einschieben muss. 

Barbosa, in Europa manchen unter seinem Spitznamen ‚Gabigol‘ bekannt, sollte der Held des Abends werden. In der Nachspielzeit springt Pinola ein langer Ball vom Kopf vor die Füße des Brasilianers, der die Kugel kompromisslos mit einem strammen Dropkick in die Maschen schickt. 2:1! Das Spiel war gedreht, und bei Flamengo gab es kein Halten mehr. 

Vor drei Jahren war der heute 23-jährige Barbosa bei Inter Mailand noch krachend gescheitert. Und zeigte nach seinem jetzt schon legandären Final-Doppelpack, wie er bei den Nerazurri zum Transferflop werden konnte. Als River Plates Palacios für eine Tätlichkeit vom Feld muss, rastet auch Barbosa aus und handelt sich noch eine komplett unnötige rote Karte ein. Makulatur: Denn am Ausgang änderte das nichts mehr.

Copa Libertadores: Wahnsinniges Finale weckt schlimme Erinnerungen bei Bayern-Fans

Bayern-Fans dürfen sich nun mit ihrem Ehemaligen, Rafinha, freuen. Werden aber nicht umhinkommen, mit River Plate zu fühlen. Die Münchner wissen schließlich, wie sich solch ein Last-Minute-Knockout anfühlt. Die Sprache ist natürlich vom Champions-Legaue-Finale 1999. In Barcelona sorgte Manchester United für einen Schock, der manchen Bayern immer noch in den Knochen steckt. 

Mario Basler hatte den Rekordmeister damals nach acht Minuten per direktem Außenrist-Freistoß in Führung gebracht. Doch als die Mannschaft um Trainer Ottmar Hitzfeld schon wie der sichere Sieger aussah, stachen die Joker von United-Coach Sir Alex Ferguson. Erst sorgte Teddy Sheringham für den Ausgleich, ehe Ole Gunnar Solskjaer, heute Coach der Red Devils, in der dritten Minute der Nachspielzeit die ganz kalte Dusche für den FC Bayern anstellte. Rafinha und der CF Flamengo werden heute froh sein, diese Erfahrung nicht selbst gemacht zu haben. Mit dem Sieg reiht sich der 34-Jährige außerdem in einen exklusiven Kreis. Er ist erst der zehnte Spieler, der Copa Libertadores und Champions League gewinnen konnte. 

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Ernersto Arias

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