Sars-Cov-2 und Covid-19 legen Sport lahm

Fußball-Verträge ändern sich (theoretisch) zum 1. Juli: Jura-Professor erklärt Probleme wegen des Coronavirus

Ein Experte klärt wegen des Coronavirus auf, was mit den Fußball-Verträgen passiert. Diese ändern sich eigentlich am 1. Juli.

  • Das Virus Sars-Cov-2 (Coronavirus) sorgt auch im Fußball für viele offene Fragen.
  • So zum Beispiel ist unklar, was mit den Verträgen passiert, die sich ab dem 1. Juli ändern.
  • Jura-Professor Dr. Philipp Fischinger von der Uni Mannheim erklärt, was das Coronavirus mit der Krankheit Covid-19 auslöst, wenn die Bundesliga-Saison nicht bis zum 30. Juni zu Ende gespielt wird.  

Mannheim - Das Coronavirus* hat die Welt im Griff. Nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) betonte zuletzt, dass es die größte Krise seit dem 2. Weltkrieg ist, wie RUHR24.de* berichtet. 

Coronavirus (Fußball): Sars-Cov-2 und Covid-19 verschieben EM 2020, Olympia 2020 und Verträge

Derzeit ist noch völlig unklar, welche Ausmaße das Coronavirus (Live-Ticker zu NRW)* mit sich bringt. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Existenzen wegen des Sars-CoV-2 und Covid-19 bedroht sind. Wie beispielsweise auch im Sport-Bereich.

Die Fußball-Europameisterschaft 2020 wurde bereits um ein Jahr verschoben, ebenso die Olympischen Spiele 2020. In der Fußball-Bundesliga fragen sich sowohl Fans als auch Verantwortliche, was mit den Verträgen passiert, die sich ab dem 1. Juli ändern.

Coronavirus (Fußball): DFL will Bundesliga-Saison trotz Sars-Cov-2 und Covid-19 zu Ende spielen

Denn aktuell weiß keiner, wie es wegen des Coronavirus im Fußball (Live-Ticker)* weitergeht. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) will unbedingt, dass die Bundesliga-Saison zu Ende gespielt wird.

Zur Not auch mit sogenannten "Geisterspielen", also ohne Zuschauer. Zu viel Geld steht auf dem Spiel. Genau genommen über 750 Millionen Euro, sofern die Spielzeit wegen des Virus Sars-CoV-2 und Covid-19 abgebrochen werden muss.

Coronavirus (Fußball): Bundesliga-Verträge ändern sich nach dem 30. Juni

Im Moment sieht es aber eher so aus, als ob die Fußball-Saison nicht bis zum 30. Juni zu Ende gespielt werden kann. Falls sie überhaupt noch fortgesetzt wird. Doch was bedeutet das für die vielen Bundesliga-Verträge?

Prof. Dr. Philipp Fischinger (40), Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht sowie Sportrecht an der Uni Mannheim bezieht im Interview mit dem kicker Stellung. Demnach brauchen die Fußball-Klubs trotz des Coronavirus offenbar nicht zwingend eine Sondervereinbarung, um Spieler halten zu können.

Alexander Nübel wechselt eigentlich zum 1. Juli vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München. 

Jurist empfiehlt Fußball-Klubs wegen Coronavirus Sondervereinbarungen für Verträge

Zwar betont Philipp Fischinger, dass "Sondervereinbarungen empfehlenswert" sind, "um Rechtssicherheit zu schaffen". Der Jurist von der Uni Mannheim fügt aber einen entscheidenden Hinweis für die Fußball-Klubs in der Coronavirus-Krise an. 

"Nach meiner Einschätzung enden die Arbeitsverträge aber unabhängig von ihnen nicht mit dem 30. Juni, wenn die Saison bis circa Ende Juli oder Mitte August fortgesetzt wird und die "Transferfenster" so verschoben werden, dass vor der nächsten Saison Wechsel möglich sind. Stattdessen laufen sie bis zum tatsächlichen Saisonende."

Coronavirus (Fußball): DFB-Mustervertrag zeigt wichtigen Zusatz für Bundesliga-Klubs für einen Vertrag

Dabei verweist Philipp Fischinger auf einen Mustervertrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). "Dort heißt es: "Der Vertrag gilt [...] bis zum 30.6.2020 (Ende des Spieljahres 2019/2020)". Dieser Zusatz zeigt, dass der Wille der Vertragspartner darauf zielt, den Spieler für das gesamte Spieljahr einzustellen", so der 40-Jährige weiter.

Außerdem seien die Klubs, nicht nur aus der Bundesliga, daran interessiert, die Interessen aller Seiten zu berücksichtigen. Darüber hinaus würden Spieler ihr Gehalt, auf das wegen der Coronavirus-Krise viele Spieler und Trainer mittlerweile schon teilweise verzichten, auch über den 30. Juni hinaus erhalten.

Coronavirus (Fußball): Transfer-Beispiel der Bundesliga an Alexander Nübel von Schalke 04 zum FC Bayern

Für den Professor der Uni Mannheim sei deswegen am Beispiel von Alexander Nübel (23), für den sich wegen Manuel Neuer eine irre Wende beim FC Bayern München* anbahnt, die Lösung trotz Coronavirus-Krise klar. "Meine Rechtsauffassung ist, dass sich ihr bisheriger Vertrag über den 30. Juni hinaus automatisch verlängert und erst mit tatsächlichem Saisonende endet, je nach Konstellation per Vertragsauslegung oder Störung der Geschäftsgrundlage. Erst am darauffolgenden Tag beginnt dann der Vertrag mit dem neuen Verein."

Alexander Nübel wechselt bekanntlich innerhalb der Bundesliga vom FC Schalke 04* zum FC Bayern München. Stellt sich aktuell nur die Frage, wann genau. Der Plan sah ursprünglich den 1. Juli vor. Für Philipp Fischinger sieht es auch diffiziler aus, was mögliche Anpassungen von Reglements angeht.

Coronavirus (Fußball): Jura-Professor empfiehlt Bundesliga-Klubs nach Lösung zu suchen

"Verbände haben nicht die Möglichkeit, direkt in die Arbeitsverträge zwischen den Vereinen und Spielern "hineinzuregieren" und diese "par ordre du mufti" zu verlängern oder auszusetzen. Aber es ist natürlich möglich und auch dringend zu empfehlen, dass die Verbände durch die Verschiebung der Transferfenster eventuelle verbandsrechtliche Hürden für konstruktive Lösungen beseitigen."

Heißt: Die Bundesliga wird sich auch mit anderen Verbänden, mindestens europaweit, zusammensetzen müssen, um nach einer Lösung zu suchen. Voraussetzung dafür ist, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Das Coronavirus scheint da aktuell aber nicht mitzuspielen.

rawi

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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