Action am „Deadline Day“

Last-Minute-Transfers der Bundesliga: Ein Klub landet einen Coup, der andere will ein Schnäppchen

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Kevin Trapp (l) und Cheftrainer Adi Hütter während der Pressekonferenz von Eintracht Frankfurt.

Geschäftiges Treiben am "Deadline Day": Ein Nationalspieler wechselt nach Frankfurt, einer muss in München bleiben. Die ganz großen Investitionen blieben zunächst aus.

Hamburg - Ein echter Coup von Eintracht Frankfurt, eine BVB-Ikone für Werder Bremen und ein Millionen-Abgang bei Bayern München: Am "Deadline Day", dem letzten Tag der Transferperiode, tüftelten die Manager der Fußball-Bundesliga unter Hochdruck an den letzten, vielleicht entscheidenden Kaderoptimierungen. Vor allem der Wechsel von Nationaltorhüter Kevin Trapp nach Frankfurt und der Abgang des langjährigen Dortmund-Profis Nuri Sahin an die Weser sorgten im "Sommerschlussverkauf" für Aufsehen. Die ganz großen Investitionen blieben aber zunächst aus.

Als Erster durfte sich Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic kräftig die Hände reiben. Die Rückkehr von Trapp nach Hessen ist ein starkes Signal des Pokalsiegers. "Ich freue mich auf ein weiteres Jahr bei der Eintracht", sagte Trapp, der bereits von 2012 bis 2015 für den Klub gespielt hatte. Seine verfahrene sportliche Situation bei Paris St. Germain bewog ihn nun zu einem Comeback als Leihspieler der Frankfurter.

Werder Bremen landet Coup und verpflichtet BVB-Ikone

Die etwas rumpelige Verkündung des Trapp-Wechsels via verfrühter Videobotschaft war wohl der Hektik am letzten Tag des Transferfensters geschuldet. Nur wenige Minuten nach der Veröffentlichung wurde der Film des Klubs mit dem eindeutigen Titel ("Kevin Trapp ist zurück") wieder gelöscht. Um kurz vor zwölf Uhr kam die offizielle Bestätigung des Transfercoups dann doch noch.

Die Vollzugsmeldung aus Bremen kam am Nachmittag, und Werder gelang dabei eine echte Überraschung. Am Donnerstag hatte Geschäftsführer Frank Baumann noch angekündigt, wohl nicht mehr zuzuschlagen. Einen Tag später erschien Sahin zum Medizincheck am Klinikum "Links der Weser". Der langjährige Profi von Borussia Dortmund soll Werder einen Extrafunken Qualität verleihen, um das ehrgeizige Ziel Europacup erreichen zu können.

Dort ist der FC Bayern Stammgast und fühlt sich auch ohne Juan Bernat stark genug für eine gute Rolle in der Champions League. Für den Spanier bekommen die Bayern angeblich 15 Millionen Euro Ablöse von Paris St. Germain. Der 25 Jahre alte Linksverteidiger war 2014 vom FC Valencia nach München gewechselt, konnte sich dort aber nie gegen David Alaba durchsetzen. Bleiben musste dagegen Ex-Weltmeister Jerome Boateng. Nach wochenlangem Poker wollte Paris für den Innenverteidiger offenbar nicht die geforderte Ablöse von 50 Millionen Euro lockermachen.

Erstaunlich ruhiger Tag in Leipzig - Wolfsburg scheitert wohl bei Cornet-Verpflichtung

Erstaunlich ruhig ging es zunächst bei RB Leipzig nach geschaffter Europa-League-Quali zu, bis zum frühen Nachmittag tat sich nichts. Ein Ersatz für Defensivstratege Naby Keita und die Weiterverpflichtung des bisherigen Leihspielers Ademola Lookman (FC Everton) standen noch auf der Liste von Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick - doch offenbar gestalteten sich die Verhandlungen schwierig.

Derlei Erfahrungen machte auch der VfL Wolfsburg, der sich am letzten Tag wohl offenbar eine Abfuhr einhandelte. Die Niedersachsen wollten den Ivorer Maxwel Cornet von Olympique Lyon unbedingt verpflichten und waren bereit, mehr als 15 Millionen Euro aus dem Tresor zu holen. Doch Lyons Präsident Jean-Michel Aulas kündigte im Vereins-TV an, den Offensivspieler behalten zu wollen. Die TSG Hoffenheim meldete bei der einjährigen Leihe des englischen Juniorennationalspielers Reiss Nelson vom FC Arsenal dagegen am Nachmittag Vollzug.

SID

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