DFB-Pokal: Berlin lockt

Großer Abgang aus Frankfurt? Kovac glaubt gegen Schalke an Final-Chance 

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Niko Kovac sieht im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Schalke Chancen für seine Frankfurter.

Bekommt Niko Kovac einen großen Abgang bei Eintracht Frankfurt? Viel hängt dabei vom DFB-Pokal-Halbfinale auf Schalke ab.

Gelsenkirchen/Frankfurt/Main - Euphorie auf Schalke, angespannte Atmosphäre in Frankfurt: Während die Eintracht vor dem Pokal-Halbfinale an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) noch immer mit den Nachwehen des Trainerbebens um Niko Kovac kämpft, herrscht beim Bundesliga-Zweiten nach dem Derby-Sieg gegen Borussia Dortmund prächtige Stimmung. „Ich denke schon, dass wir mit einer breiteren Brust in die Partie gehen können“, verkündete Schalke-Trainer Domenico Tedesco am Dienstag.

Rund 250 Kilometer entfernt war sein Frankfurter Pendant Kovac derweil bemüht, das Getöse um seinen bevorstehenden Wechsel zum FC Bayern München hinter zahlreichen Mikrofonen wegzulächeln. „Ich denke, dass Sie mich verstehen, wenn ich sage, dass ich mich auf das Spiel konzentriere. Daran werde ich gemessen“, sagte der Trainer des Bundesliga-Siebten.

Besonders großen Druck wegen der aufgeheizten Debatte in den Medien und bei den Fans verspüre er nicht. „Ich lese wirklich sehr wenig, ich habe diesbezüglich auch nichts gelesen“, sagte Kovac. Er versuche, das Thema einfach auszublenden: „Der Fokus gilt einzig dem Spiel und den nächsten Wochen.“

„Ein Einfluss auf unsere Leistung ist nicht da“

Kovac widersprach dem Eindruck der zurückliegenden Bundesligapartien, dass dem Europa-Cup-Aspiranten im Saison-Endspurt scheinbar etwas die Luft ausgeht. „Die Mannschaft ist körperlich in einem sehr guten Zustand, da gibt es keine Zweifel“, stellte er klar.

Dass Kovac seine Ausstiegsklausel bei der Eintracht genutzt, sich nach eigener Aussage mit den Bayern innerhalb eines Tages geeinigt und die Frankfurter Verantwortlichen dabei übergangen hat - all das wollte er nicht mehr kommentieren. Dass sein Gesicht in den vergangenen Tagen in allen Medien zu sehen war? „Nett“, meinte er schmunzelnd und eher ironisch: „Stark.“

Kapitän David Abraham betonte angesichts der öffentlichen Rummels um den Trainer: „Ein Einfluss auf unsere Leistung ist nicht da.“ In der Kabine gehe es „sehr ruhig, gelassen und professionell zu“, berichtete der Abwehrchef. Die Mannschaft würde die Entscheidung von Kovac „akzeptieren und respektieren“.

Davon geht auch der Gegner aus. „Frankfurt will wie im vergangenen Jahr nach Berlin, sie werden sich zerreißen. Ich glaube nicht, dass dort andere Themen bei den Spielern in den Köpfen sind“, warnte Tedesco. Und Sportvorstand Christian Heidel mahnte: „Wir sind uns ganz, ganz sicher, dass wir aufgrund der Trainer-Thematik nicht auf einen verunsicherten Gegner treffen - leider!“

Kovac glaubt an Final-Chance

Die Veltins-Arena ist mit 61 891 Zuschauern ausverkauft. Tedesco kann auf alle Profis zurückgreifen. Auch der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo hat seine muskulären Probleme überwunden. Vorjahresfinalist Frankfurt muss lediglich auf Angreifer Ante Rebic (Muskelfaserriss in der Wade) verzichten. Dafür könnte der Serbe Luka Jovic stürmen und Kevin-Prince Boateng wieder ins Mittelfeld rücken.

Die Hessen gelten als Außenseiter - aber das waren sie im Halbfinale vor einem Jahr bei Borussia Mönchengladbach auch, ehe im Elfmeterschießen die Endspieltickets gelöst wurden. Kovac glaubt auch dieses Mal an eine Chance: „So wie ich die Jungs im Training gesehen habe, gehe ich davon aus, dass es eine enge Geschichte wird.“ Heidel erwartet ebenfalls einen heißen Pokal-Fight: „Es ist ein K.o.-Spiel, bei dem wir von der ersten Sekunde an alle gemeinsam zeigen müssen, dass wir unbedingt den Final-Einzug wollen.“

dpa

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