Dicke Luft vor den Länderpsielen

Erneut nicht nominiert: Bayern-Star bangt um WM und übt Kritik am Trainer

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Javi Martinez (l.) hat trotz starker Leistungen derzeit keinen Platz in Spaniens Nationalmannschaft, seinen französischen Kollegen Corentin Tolisso plagt eine Verletzung.

Javi Martinez vom FC Bayern München ist nicht im Kader für das Spiel der Spanier gegen Deutschland. Nun übt er Kritik an seinem Trainer - und erhält prominente Unterstützung.

München - Wenn Jupp Heynckes von Javi Martinez spricht, gerät er schon mal ins Schwärmen. Er habe da einen „überragenden Abwehrspieler, der auch noch Fußball spielen kann und der sehr lauf- und kampfstark ist", so Heynckes über den Basken, den 2012 als seinen Wunschspieler auserkoren und nach München gelotst hatte. 

Eine von Heynckes ersten Amtshandlungen nach der Rückkehr auf die Bayern-Bank: Er zog den „Abwehrspieler“ aus der Innenverteidiger eine Position nach vorne auf die Sechs. Der Schachzug ging auf: Der im defensiven Mittelfeld aufgeboten Martinez stabilisierte das bayerische Spiel spürbar. Während unter Ancelotti der Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld teilweise völlig verwaist war, macht Martinez mit seiner konservativen Interpretation der Sechser-Rolle genau diesen zu seinem persönlichen Hochheitsgebiet. 

Spanien im Testspiel gegen die DFB-Elf ohne Javi Martinez

Trotz der hervorragenden Saison auf Klub-Ebene wurde der Spanier von Nationaltrainer Julen Lopetegui für die Testspiele gegen Deutschland (Freitag, wir berichten im Live-Ticker) und Argentinien nicht berücksichtigt. Damit wartet Martinez bereits seit einem Jahr auf eine Nominierung. Zuletzt für Spanien auf dem Platz stand er in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2014. Immer wieder machten ihm Verletzungen einen Strich durch die Rechnung. 

Im Interview mit ESPN zeigte sich Martinez enttäuscht über das Verhalten seines Trainers: „Er hat mich nie angerufen und nichts dazu gesagt“, kritisierte er Lopetegui. Gleichzeitig versprach Martinez, dass er weiter 100 Prozent geben werde um seinen Traum einer WM-Teilnahme zu erfüllen. Und selbst wenn es nicht klappen sollte, werde er einfach weiter an sich arbeiten.

Martinez hat namhafte Konkurrenz

Trotz der geäußerten Enttäuschung blieb Martinez gewohnt sachlich und zeigte sogar Verständnis für die Lage seines Trainers. „Es ist sehr schwierig in die Mannschaft zu gelangen. Es stehen so viele gute Spieler zur Verfügung“, erklärte Martinez. Und in der Tat hat Lopetegui in der Innenverteidigung und vor allem dem zentralen Mittelfeld die Qual der Wahl: Ob Sergio Ramos, Gerard Pique und César Azpilicueta oder Thiago, Andrés Iniesta und Koke - auf Javi Martinez‘ Parade-Positionen stapeln sich Weltklasse-Akteure.

Martinez wünscht sich Xavi als Trainer

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Trainer konnte sich Martinez dann aber doch nicht verkneifen. Darauf angesprochen, dass die spanische Mittelfeld-Legende Xavi jüngst in einem Interview dafür plädierte, den Bayern-Akteur unbedingt zur WM mitzunehmen, zeigte sich Martinez geschmeichelt vom „besten Mittelfeldspieler der vergangenen 20 Jahre“ gelobt zu werden. Dann schob er lakonisch hinterher: „Das Problem ist, er ist eben nicht der Nationaltrainer.“

Aus Martinez‘ Sicht leider nicht.

dk

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