Eklat in der Youth League

Piräus-Hooligans attackieren FCB-Fans - Jetzt reagiert der FC Bayern

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Hooligan-Randale bei Youth-League-Spiel in Piräus.

Eklat in der Youth League: Das Spiel zwischen dem FC Bayern München und Olympiakos Piräus wurde von Ausschreitungen überschattet. Drei FCB-Anhänger kamen verletzt ins Krankenhaus.

Update vom 23. Oktober, 16.19 Uhr: Am Tag nach dem Eklat beim Youth-League-Spiel zwischen dem FC Bayern München und Olympiakos Piräus ist der Schock nach wie vor groß: Vermummte Fans hatten den Platz und den Gästeblock gestürmt, insgesamt sind drei Anhänger des deutschen Fußball-Rekordmeisters leicht verletzt worden. 

Dies teilte der Klub am Mittwoch auf seiner Homepage mit. Die Verletzten seien nach „medizinischer Behandlung zum Glück mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden“, hieß es dort. 

Eklat in der Youth League: Hooligans stürmen Platz - Bayern-Fans verletzt

Wegen der Vorfälle am frühen Dienstagabend hat der FC Bayern Beschwerde bei der Disziplinar- und Kontrollkommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) eingelegt. Die UEFA werde aber „ohnehin ein Verfahren aufnehmen“, sagte Mediendirektor Stefan Mennerich dem Bayerischen Rundfunk und ergänzte. „Ich bin sicher, dass die UEFA die richtigen Schritte einleiten wird, damit so etwas nicht mehr vorkommt.“

Die UEFA hatte am Dienstagabend auf Anfrage mitgeteilt, sie werde zunächst die Berichte der offiziellen Spielbeobachter abwarten, ehe sie sich zu etwaigen Verfahren oder Sanktionen äußern könne. Eine Strafe beträfe jedoch nur die U19 von Piräus, nicht die erste Mannschaft. Piräus hatte sich in einer Mitteilung bereits entschuldigt: „Diese Eindringlinge haben nichts mit der Olympiakos-Familie zu tun.“ Das Spiel endete 4:0 für die Gäste.

Die Profis gewannen ihr Spiel danach ebenfalls. Aber: Lucas Hernandez verletzte sich dabei. Inzwischen wird sogar schon über einen Nachfolger für Bayern-Trainer Niko Kovac diskutiert, da die jüngsten Auftritte alles andere als souverän waren. Auch bei Borussia Dortmund wird offenbar die Trainerfrage gestellt.

Auch nach dem Spiel des 1. FC Kölns gegen die TSG Hoffenheim kam es zu üblen Fan-Randalen. Zudem stürzte ien Mann über die Balustrade.

„Wie im Krieg!“ Piräus-Hooligans attackieren Bayern-Fans - Eklat vor der CL-Partie

Erstmeldung vom 22. Oktober, 19.01 Uhr: Piräus - Das Youth-League-Spiel der U19 von Bayern München bei Olympiakos Piräus ist von Zuschauer-Ausschreitungen überschattet worden. 

Weil wenige Minuten vor Spielende mehrere vermummte Fans auf den Platz rannten, musste die Begegnung beim Stand von 4:0 (1:0) für die Gäste unterbrochen werden. Rund 80 Hooligans, darunter einige mit Motorrad-Helmen maskiert und Stöcken in der Hand, stürmten am Dienstagabend den Rendi-Sportplatz.

Bei den Randalierern handelte es sich allem Anschein nach um Olympiakos-Hooligans. Der FC Bayern bestätigte auf der eigenen Homepage die Vorfälle.

Erst nach rund 25 Minuten konnte das Spiel fortgesetzt und ohne weitere Treffer letztlich zu Ende gebracht werden. Am Münchner Block wurden Fahnen geklaut, dazu warfen die Vermummten Gegenstände in die Zuschauerreihen. Laut Polizei war von fünf Verletzten die Rede.

FC Bayern-Piräus: Hooligans stürmen Youth-League-Spiel - und greifen FCB-Fans an

„Vor vier Jahren habe ich etwas Ähnliches schon bei einem U19-Spiel in Nürnberg miterlebt. Ich war damals Trainer der A-Jugend des FC Bayern“, sagte Holger Seitz, Teil der sportlichen Führung des Bayern-Nachwuchses zu Bild: „Auf dem Trainingsgelände sind Ultras zu uns in die Kabine gestürmt. Aber das heute war noch aggressiver und gewaltbereiter. Unsere Gedanken waren direkt nach der Eskalation bei den Fans, die das miterleben mussten und teils verletzt wurden. Wir wünschen ihnen nur das Beste.“

Am Abends verschickte Olympiakos eine offizielle Mitteiliung, wo sich der Verein von den Anhängern deutlich distanzierte. „Olympiakos verurteilt mit Nachdruck die Invasion von Hooligans in das ‚Rentis Training Center‘ am heutigen Nachmittag. Diese Eindringlinge haben nichts, aber absolut gar nichts mit der Olympiakos-Familie zu tun.“ Nachwuchstrainer Dimitris Mavrogenidis sagte im TV: „Es ist tut mir leid. Das ist nicht Olympiakos.“

Seitz erklärte weiter: „Bis man überhaupt versteht, was passiert, vergeht schon eine gewisse Zeit. Dann schaut man, dass man die umliegenden Kinder und alle Anwesenden in Sicherheit bringt. Wir mussten auch die Spieler so schnell wie möglich auf die gegenüberliegende Seite bringen.“

„Wie im Krieg!“ Piräus-Hooligans attackieren Bayern-Fans - Eklat vor der CL-Partie

Nach Informationen der Bild waren die Ausschreitungen nach knapp drei Minuten vorbei. Klub-Verantwortliche von Piräus sollen den Bayern-Ärzten bei der Erstversorgung der Verletzten geholfen haben. 

Nach den Hooligan-Attacken spielten beide Teams das Spiel am Mittelkreis zu Ende. „Als der Schiedsrichter wieder angepfiffen hat und sich die Spieler beider Teams, die teilweise zuvor heulend auf dem Platz standen, am Mittelkreis zusammengefunden haben, wurde die letzten zwei, drei Minuten gemeinsam Rondo gespielt. Ich denke, ihre Message nach außen war: ‚Wir wollen nur miteinander Fußball spielen. Das war sehr bewegend für mich“, erklärte Seitz. 

Video: Neuer spricht nach dem Piräus-Spiel Klartext

Der geplante Besuch des Champions-League-Spiels am Abend wurde abgesagt. „Uns war wichtiger, die Geschehnisse gemeinsam mit den Spielern und dem Betreuerstab zu besprechen“, sagte Seitz. Bei den Profis stand nach der Partie die Problemzone Defensive im Fokus.

FC Bayern: Youth-League-Spiel in Piräus wegen Ausschreitungen unterbrochen

Die Bayern führen die Tabelle der Gruppe B weiter mit jetzt sieben Punkten nach drei Partien an. 

In Piräus trafen Super-Talent Joshua Zirkzee (3) und Lasse Günther für die Jugend des deutschen Rekordmeisters. Am Abend (21.00 Uhr) treffen die Münchner in der Champions League in Piräus auch auf Olympiakos. Am nächsten Tag müssen dannRB Leipzig gegen Zenit St. Petersburg und Borussia Dortmund gegen Inter Mailand ran. Wir erklären Ihnen auch auf*tz.de, wie Sie die beiden Partien live verfolgen können. 

Neben den Vorfällen in der Youth League, sorgte eine Aussage von Olympiakos-Berater Christian Karembeu über einen ehemaligen Bayern-Star für Aufsehen.  

FCB-Coach Niko Kovac steht vor der Partie in Athen zudem gehörig unter Druck, da die Münchner aktuell nicht wirklich überzeugen können - einmal mehr droht eine Herbst-Krise.

Zudem stellt sich vor der CL-Partie die Frage, wer Abwehrboss Niklas Süle ersetzt. Der Innenverteidiger fällt mit einem Kreuzbandriss monatelang aus. Die Lösung könnte in Transfers im Winter liegen - Kandidaten für den FC Bayern gibt es mehrere.

Beerbt Ralf Rangnick Niko Kovac beim FC Bayern?

sid/fs

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