Kuriose Transferabsage

U21-Europameister ging lieber zum HSV als zum FC Bayern: „Gerland war sauer, als ich auflegte“

Änis Ben-Hatira zog in der Jugend ein Angebot des Hamburger SV dem des FC Bayern vor. Hermann Gerland hatte den Youngster zwei Mal angerufen, doch der wollte lieber zum HSV.

  • Änis Ben-Hatira spielt aktuell für den Karlsruher SC in der 2. Liga
  • Davor lief der Offensivspieler für den HSV und Hertha BSC auf
  • Als 17-Jähriger hatte er zudem ein Angebot vom FC Bayern - welches er ablehnte

München - Aktuell ruht der Fußball ja aus bekannten Gründen. Das Coronavirus* hat des runde Leder fest im Griff. Fast auf der ganzen Welt finden aktuell keine Fußballspiele statt. Allerdings ist das kein Grund, dass es nicht zu wilden Transfer-Gerüchten kommen kann. Doch die Corona-Pause sorgte auch dafür, dass die ganzen Star-Kicker genügend Zeit haben, um Interviews zu geben und ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern. 

Dies hat nun auch Änis Ben-Hatira getan. Den inzwischen 31-Jährigen als „Star-Kicker“ zu bezeichnen, ist natürlich etwas zu hoch gegriffen. Ben-Hatira schnürt seine Schuhe aktuell für den Zweitligisten Karlsruher SC. 2009 allerdings holte er mit der deutschen U21 an der Seite von Mesut Özil, Mats Hummels, Manuel Neuer und Sami Khedira den Titel bei der U21-Europameisterschaft

Dennoch kann der Offensivspieler ein paar spannende Anekdoten zum Besten geben. So verrät Ben-Hatira im Interview mit transfermarkt.de, dass er als 17-jähriger Youngster ein Angebot vom FC Bayern* hatten. „Ich werde nie das Datum vergessen, als mich Hermann Gerland angerufen hat. Das war am 10. Oktober 2005“, sagte Ben-Hatira: „Ich glaubte, da erlaubt sich jemand einen Spaß. Ich habe einfach aufgelegt. Ich dachte mir: ‚Hört auf, verarscht mich nicht‘.“

FC Bayern: Zweitliga-Profi ging lieber zum HSV - „Gerland war sauer, als ich auflegte“

Am Ende stellte sich heraus, dass dies kein Fake-Anruf seiner Freunde war und der Rekordmeister wirklich am damaligen DFB-Juniorennationalspieler interessiert war: „Beim zweiten Anruf bin ich rangegangen“, verrät Ben-Hatira: „Hermann Gerland hat erstmal gemeckert und gefragt, wie es sein kann, dass ich einfach auflege.“

Am Ende entschied sich der Deutsch-Tunesier allerdings gegen das Angebot des FC Bayern - und wechselte stattdessen zum Hamburger SV. „Ich war schon vor Ort in München, mir wurde alles gezeigt, unter anderem das Internatszimmer. Ich hatte sogar eigentlich schon zugesagt“, sagt der 31-Jährige. 

Dennoch unterschrieb er letztlich an der Elbe: „Ich war einfach so beeindruckt von Hamburg, obwohl ich – wie mein großer Bruder – eigentlich kleiner Bayern-Fan war“, gesteht Ben-Hatira: „Aber ich war damals so geflasht vom HSV, als Thomas Doll Trainer und Didi Beiersdorfer Manager waren. Das coole Stadion, der Kabinentrakt, die Spieler: All das hat mir imponiert.“

FC Bayern: Ben-Hatira entschied sich als Jugendlicher gegen den Rekordmeister

Beim HSV feierte er zwar sein Bundesliga-Debüt, den Durchbruch aber schaffte Ben-Hatira dort nicht. „Aber ich bereue die Entscheidung nicht“, sagt er: „Ich liebe den HSV, bin dort erwachsen geworden und habe den Sprung zum Bundesligaspieler geschafft.“ Ben-Hatira sei dem Verein „dankbar, es war eine geile Zeit, obwohl es – gepaart mit dem sportlichen Absturz – immer wieder viel Unruhe gab, worunter nicht nur viele Talente, sondern auch gestandene Stars gelitten haben.“

Bis 2017 war Ben-Hatira in der Bundesliga* aktiv. Anschließend verdiente er seine Brötchen in der Türkei, Tunesien und in Ungarn, eher er Anfang des Jahres nach fast einjähriger Vereinslosigkeit wieder nach Deutschland zurückkehrte und beim KSC unterschrieb. 

smk

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Rubriklistenbild: © dpa / Friso Gentsch

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