„Die Mannschaft wird sich verändern“

Hoeneß kündigt Transferoffensive des FC Bayern an - Watzke: „Wir haben vorgesorgt“

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Uli Hoeneß (r.) und Karl-Heinz Rummenigge nach der Pleite in Dortmund.

Uli Hoeneß kündigt für 2019 eine Offensive in Sachen Transfers beim FC Bayern an. Borussia Dortmund aber werde sich wehren, so BVB-Chef Hans-Joachim Watzke.

München - Das Bundesliga-Spitzenspiel und der Tag danach - es gibt viel zu diskutieren über die Folgen, die der 3:2-Erfolg von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern hat. In einer Sache sind sich aber alle Beobachter einig und das betonte auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß am Sonntag via Telefonschalte in der Sky-Talkshow Wontorra: „Ich kann feststellen, dass wir von beiden seiten ein überragendes Bundesliga-Spiel gesehen haben, das war Werbung für den Fußball und die Bundesliga.“

Trotz der besten Saisonleistung des Rekordmeisters fuhr dieser ohne Zähler nach Hause, was Hoeneß zwar wurmte (trotz einer üblen Bierdusche auf der Tribüne, tz.de* berichtete), jedoch nicht so sehr erzürnte wie ein anderes Spiel vor einigen Wochen. „Ich bin heute weniger böse oder traurig als vor ein paar Wochen als wir gegen Gladbach verloren haben“, so der 66-Jährige. „Unsere Mannschaft hat gezeigt, dass sie in einem guten Zustand ist. Ich schaue optimistisch auf die kommenden Wochen.“ Zwar hätte man überlegen können, ob der Dortmunder Schnelligkeit etwas defensiver zu spielen, „aber nach dem Spiel ist man immer schlauer. Ich bin mit der Mannschaft mehr als zufrieden.“

Einen Vorwurf bezüglich der Aufstellung und Leistung des erkrankten Mats Hummels wollte er weder in Richtung des Spielers, noch des Arztes, noch des Trainers richten. Der Coach Niko Kovac steht sowieso weiterhin nicht zur Disposition. Hoeneß: „Die Mannschaft spielt nicht für den Trainer, sondern für Bayern München. Das Thema Niko Kovac war nie ein Thema. Das haben sie eindrucksvoll gezeigt.“

Watzke über den FC Bayern: „Habe nicht den Eindruck, dass sie schwächeln“

Von einer Wachablösung will auch Hans-Joachim Watze, der Vorstandsvorsitzende von Borussia Dortmund nichts wissen, der in der Show im Studio zu Gast war. „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Bayern schwächeln“, sagte er mit Blick auf das Spiel von Samstagabend. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie komplett funktioniert.“ Der Grund für das veränderte Tabellenbild sieht aber er nicht in den ergebnismäßig taumelnden Bayern: „Die Bundesliga ist dieses Jahr stärker, das ist ganz klar.“ Und weiter: „Die Phase, wo du 80, 90 Punkte holst, ist vorbei.“ Dennoch gibt er zu bedenken: „Wir hatten zum ersten mal seit 14 Jahren eine Ersatzbank, die sich nicht vor der von Bayern München verstecken musste.“

Trotz der Verletztenmisere und der Kritik an der Transferpolitik wird der FC Bayern im Winter nicht das Portemonnaie öffnen. „Wir werden keine Aktivitäten auf dem Transfermarkt machen“, sagte Uli Hoeneß mit Blick auf die Winterpause, kündigte aber an: „Im nächsten Jahr kommt der zweite Schritt des Umbruchs, da wird sich die Mannschaft verändern.“ Zuletzt hatte er bereits über seinen Traum, einen PSG-Star zu verpflichten, geäußert (tz.de* berichtete).

Watzke aber hegt keine Sorgen, dass Borussia Dortmund nach der Rückkehr an die Spitze der Fußball-Bundesliga wieder Leistungsträger an den FC Bayern verliert. „Dass im nächsten Jahr einer von unseren Jungs das Trikot von Bayern München trägt, würde ich ausschließen. Wir haben da ein bisschen vorgesorgt. Bei uns gibt es keine Ausstiegsklausel“, sagte der BVB-Geschäftsführer. „Zu Zeiten von Robert Lewandowski und Mario Götze konnten wir uns noch nicht wehren“, kommentierte Watzke mit Bezug auf die Transfers der beiden Stars vor wenigen Jahren. Götze hatte zur Saison 2013/14 eine Ausstiegsklausel genutzt und war für 37 Millionen Euro nach München gewechselt. Im Sommer 2014 war ihm Torjäger Lewandowski ablösefrei gefolgt.

Hoeneß: „Werden die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag spannend halten“

Experte Stefan Effenberg sagte parallel in der Sendung Doppelpass bei Sport1: „Vielleicht sind zu viele Spieler zu lange schon da - die ältere Generation 30 plus. Irgendwann ist der Hunger nicht mehr da, es tritt eine gewisse Sättigung ein. Der Umbruch wurde verpasst.“ Und weiter: „Man hätte ihn stärker vorantreiben müssen, das sehen sie jetzt wohl auch.“

Borussia Dortmund steht nun mit sieben Punkten Vorsprung auf den FC Bayern an der Spitze, der Rekordmeister könnte bei einem Erfolg von RB Leipzig gegen Leverkusen am Sonntag sogar auf Rang vier abrutschen. „An Dortmund kommt in der Meisterschaft keiner vorbei“, betont Hoeneß. Ans Aufgeben denkt er aber natürlich nicht: „Es ist klar, dass wir bis zum letzten Spiel versuchen, diese Meisterschaft nach München zu holen. Die Bundesliga macht richtig Spaß. Wir werden die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag spannend halten, da können sie sicher sein.“

Allerdings konnte der FC Bayern in der Geschichte der Bundesliga noch nie einen Sieben-Punkte-Rückstand nach elf Spieltagen aufholen und noch den Titel holen.

Florian Weiß mit dpa

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