Elf Profis über 30, fast alle sollen bleiben

„Die Zukunft steht schon heute auf dem Platz“ - aber stimmt das wirklich, FC Bayern?

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Arjen Robben (l.) und Franck Ribéry sind die mitunter ältesten Profis beim FC Bayern.

Der FC Bayern leckt nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League seine Wunden. Die Verantwortlichen sind nun bei der Planung für die Zukunft mehr denn je gefordert.

München - Thomas Müller hätte die Saison nach dem Tiefschlag von Madrid am liebsten vorzeitig beendet. Aber, sagte der Weltmeister, "im Fußball geht es immer weiter, auch wenn nach so einem Spiel die Zeit stillstehen sollte". Tat sie natürlich nicht. Am Donnerstag hatte der FC Bayern schon wieder Training, so als hätte es das erneute Aus im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid nie gegeben.

Die Münchner bereiteten sich auf das Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Absteiger 1. FC Köln vor. Die Partie ist eine lästige Pflichtaufgabe - doch immerhin hat der Rekordmeister noch das Ziel, "dass wir zumindest das Double gewinnen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem bitteren 2:2 von Madrid.

Auch der scheidende Trainer Jupp Heynckes schwor sein Team noch im Estadio Bernabeu auf das Pokal-Endspiel am 19. Mai in Berlin gegen Eintracht Frankfurt ein. Da wolle man, so Rummenigge, "eine Saison abrunden, die ihresgleichen sucht".

2017/18 wäre mit Double-Gewinn „auf jeden Fall eine Supersaison“

Überhaupt wollten sich die national unangefochtenen Münchner, die sich schon vor zwei Wochen die 28. Meisterschaft gesichert hatten, das Jahr nach dem vermeidbaren K.o. in der Königsklasse nicht kaputt reden lassen. Bei einem DFB-Pokalsieg wäre es "auf jeden Fall eine Supersaison. Wir spielen die ganze Saison ohne den besten Torwart der Welt, haben einen Haufen Verletzte und sind gegen ein Real in Bestbesetzung - bis auf Carvajal - knapp gescheitert. Da muss man stolz sein", betonte Mats Hummels.

Ein Beigeschmack bleibt trotzdem, weil eben der ganz große Wurf in der Champions League zum fünften Mal in Folge nach dem historischen Triple 2013 nicht gelang. Sportdirektor Hasan Salihamidzic meinte zwar trotzig, "dass wir uns das Ding schon irgendwann holen". Doch der Kampf um den begehrten Henkelpott wird für die Bayern angesichts der finanzstarken Konkurrenz aus England und Spanien immer schwieriger.

Zwei Jung-Nationalspieler kommen - aber reicht das?

Die Verantwortlichen der Bayern um Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß sowie der neue Coach Niko Kovac sind deshalb bei den Planungen für eine erfolgreiche Zukunft mehr denn je gefordert. Der FC Bayern habe mit Joshua Kimmich, Niklas Süle, Corentin Tolisso, James Rodriguez und Kingsley Coman "den Umbruch bereits erfolgreich eingeleitet. Die Zukunft des FC Bayern steht schon heute auf dem Platz", sagte Rummenigge unlängst und verwies zudem auf die jungen Nationalspieler Leon Goretzka (kommt von Schalke 04) und Serge Gnabry (Leihgabe an Hoffenheim), die die Münchner ab Sommer noch verstärken werden.

Kommt im Sommer zum FC Bayern: Serge Gnabry.

Was der Bayern-Boss aber nicht sagte: Beim Halbfinal-Hinspiel gegen Real (1:2) hatte das Durchschnittsalter der Münchner Startelf 29,4 (!) Jahre betragen.

Investiert der FC Bayern jetzt bis zu 100 Millionen Euro?

Elf Profis aus dem Luxuskader der Münchner haben die 30 schon überschritten wie Arjen Robben (34), Franck Ribery (35), Rafinha (32), Manuel Neuer (32), Sandro Wagner (30) und Arturo Vidal (30) oder erreichen die 30 in diesem Jahr noch wie Javi Martinez, Jerome Boateng, Robert Lewandowski, Mats Hummels und Sven Ulreich. Thomas Müller wird 29.

Mit allen "Oldies" bis auf Vidal, der angeblich gehen kann, planen die Bayern auch ab Sommer fest, wie tz.de berichtet.* Was der FC Bayern ansonsten noch vorhat, ist offen. Vor einigen Wochen hatte Rummenigge schon einmal angedeutet, dass auch der FC Bayern bereit sei, 80 bis 100 Millionen Euro für einen Spieler auszugeben.

SID

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