FIFA-Prozess: Jury verurteilt zwei ehemalige Funktionäre

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Der ehemalige FIFA-Vizepräsidenten Juan Angel Napout.

Im FIFA-Prozess sind zwei ehemalige Fußball-Funktionäre aus Südamerika unter anderem wegen organisierter Kriminalität, Korruption und Betrug verurteilt worden.

Zürich - Die Jury im New Yorker Gericht im Stadtteil Brooklyn befand den früheren brasilianischen Verbandsboss Jose Maria Marin (85) in sechs von sieben Fällen und den ehemaligen FIFA-Vizepräsidenten Juan Angel Napout (59/Paraguay) in drei von fünf Fällen für schuldig. Das Strafmaß steht jeweils noch aus, Richterin Pamela Chen ordnete aber sofortige Haft für beide an.

Im Fall von Perus früherem Fußball-Chef Manuel Burga (60) hat die Jury noch kein Urteil gefällt. Der Ausschuss wird seine Beratungen am Dienstag fortsetzen. Im Gegensatz zu den anderen beiden wird Burga nicht die Annahme von Bestechungsgeldern, sondern "nur" Verschwörung vorgeworfen. Chen merkte an, bislang "keine Gründe" für eine Berufung zu sehen.

FIFA will „alle notwendige Schritte“ unternehmen

Der Weltverband FIFA betonte unmittelbar im Anschluss, "alle notwendigen Schritte" unternehmen zu wollen, um von den schuldig gesprochenen Angeklagten Entschädigungszahlungen einfordern zu können.

Marin soll laut Anklage 6,55 Millionen Dollar, Napout 10,5 Millionen Dollar Schmiergeld angenommen haben. Als Gegenleistungen sollen die Funktionäre ihren Einfluss bei der Vergabe von Marketing- und TV-Rechten an Turnieren und Spielen vor allem im südamerikanischen Kontinentalverband CONMEBOL verkauft haben.

Insgesamt richtet sich die US-Anklageschrift gegen 42 Personen, von denen sich bereits mehrere schuldig bekannt haben. In New York trat beispielsweise der frühere argentinische Rechtehändler Alejandro Burzaco als Kronzeuge auf und gab an, während seiner Karriere 160 Millionen Dollar Schmiergeld an verschiedene Fußball-Funktionäre gezahlt zu haben.

SID

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