31. Spieltag

BVB hakt nach 2:4 gegen Schalke Meisterschaft ab

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Schalkes Daniel Caligiuri (2.v.r) feiert seinen Treffer zum 1:1 Ausgleich per Elfmeter mit den Mannschaftskameraden. Foto: Friso Gentsch

Aus der Traum vom Meistertitel. Das bittere 2:4 im Revierderby gegen den FC Schalke 04 kam für den Tabellenzweiten Borussia Dortmund einer Demütigung gleich. Im ersten Frust über den unerwarteten Rückschlag gaben sich die Dortmunder im Fernduell mit dem FC Bayern geschlagen.

Dortmund (dpa) - Nach der demütigenden Niederlage im Revierderby sprach Lucien Favre Klartext und erklärte den Kampf um die deutsche Meisterschaft vorzeitig für beendet.

"Der Titel ist verspielt. Das ist sehr schwer zu verdauen", kommentierte der Dortmunder Coach das bittere 2:4 (1:2) gegen den Erzrivalen FC Schalke 04.

Seiner Kapitulationserklärung ließ der ansonsten als besonnen geltende Fußball-Lehrer eine deutliche Kritik an der Regelauslegung beim Handspiel folgen. "Das ist der größte Skandal im Fußball seit Jahren. Der Fußball macht sich lächerlich."

Der Rückschlag im Fernduell mit dem FC Bayern traf alle Beteiligten bis ins Mark. Gewinnen die Münchner am Sonntag beim 1. FC Nürnberg, wäre der Rückstand bei noch drei ausstehenden Spielen auf vier Zähler angewachsen. Niemand zweifelt daran, dass der Spitzenreiter die Gunst der Stunde nutzt. "Es kann sich doch jeder denken, wie es ausgeht. Wir sind ja alle keine Träumer. Oder?", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Nur Lizenzspielerchef Sebastian Kehl sprach noch von einer Minimalchance: "Ich möchte den Glauben und die Hoffnung nicht aufgeben und nicht die weiße Flagge hissen. Das Ding ist noch nicht durch."

Nicht nur die verlorenen Punkte nach Gegentoren von Daniel Caligiuri (18./Handelfmeter/62.), Salif Sané (28.) und Breel Embolo (86.) minimieren die Titelchance. Darüber hinaus muss der BVB nach den Roten Karten für Marco Reus (60.) und Abwehrspieler Marius Wolf (65.) vorerst ohne die beiden Profis auskommen. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", klagte Favre.

Nach gutem Start und einem sehenswerten Tor durch Mario Götze (14.) schien der BVB auf gutem Weg, die Bayern im Fernduell weiter unter Druck zu setzen. Doch die Entscheidung von Schiedsrichter Felix Zwayer, bei einem unglücklichen Handspiel von Julian Weigl per Videobeweis auf Elfmeter für Schalke zu entscheiden, brachte die Borussia völlig aus dem Konzept - und Trainer Favre in Rage: "Niemand weiß, wer diese Regel erfunden hat. Es wird das Ziel von jedem Spieler, demnächst gegen den Arm des Gegners zu schießen. Aber es ist schwer, ohne Arme zu spielen", schimpfte Favre.

Referee Zwayer setzte sich gegen diese deutliche Kritik zur Wehr: "Die Aufnahmen haben mir eindeutig gezeigt, dass es nach aktueller Auslegung ein strafbares Handspiel war. Wenn man mit dieser Regel nicht einverstanden ist, sind wir Schiedsrichter die ärmsten Schweine. Wir setzen nur die Regel um."

Caligiuri nutzte die Chance zum Ausgleich und erweckte damit die in den Wochen zuvor verunsicherten Schalker zu neuem Leben. Mit dem unerwarteten Coup beim Erzrivalen kamen die Königsblauen dem Klassenverbleib ein gutes Stück näher. "Ich habe schon im Training gesehen, wie konzentriert die Spieler dabei waren. Dann kommt auch so ein Ergebnis zustande", lobte Coach Huub Stevens.

Aus einer Genugtuung über seinen zweiten Derbysieg in Serie machte der Tedesco-Nachfolger keinen Hehl: "Wenn man hier gewinnt mit 4:2, kann man als Schalke zufrieden sein." Ähnlich sah es Benjamin Stambouli: "Wir hatten ein bisschen Glück, die Sterne haben uns geholfen. Mit diesem Spiel sind viele Dinge vergessen."

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