28. Spieltag

Hannover 96 verliert Niedersachsen-Duell in Wolfsburg

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Wolfsburgs Jerome Roussillon (vorn) und Hannovers Oliver Sorg liefern sich einen harten Kampf um den Ball. Foto: Peter Steffen

Martin Kind hakt den Klassenverbleib von Hannover 96 nach dem 1:3 in Wolfsburg endgültig ab. Der Haupt-Gesellschafter kündigt Gespräche und Entscheidungen an. Die dürften in der kommenden Woche wohl vor allem Sportchef Horst Heldt betreffen.

Wolfsburg (dpa) - Die Szenen nach der nächsten Niederlage für Hannover 96 hatten schon etwas von Abschied von Sportchef Horst Heldt.

Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia redete nach dem glücklichen 3:1 (1:1) des VfL gegen Hannover aufmunternd auf Heldt ein und tätschelte ihm freundlich den Nacken. Der sichtlich frustrierte Heldt stand wenig später lange vor den 96-Fans - zum letzten Mal als Hannovers Manager? "Das war kein Abschied. Ich wollte ihnen einfach Respekt zollen für das, was sie in den letzten Wochen und Monaten getan haben für die Mannschaft", widersprach Heldt zwar, meinte aber auch vielsagend: "Menschen kommen und gehen, die Fans bleiben."

Dass der 49-Jährige auch angesichts des immer wahrscheinlicheren Abstiegs des Tabellenletzten noch eine Zukunft in Hannover hat, glaubt kaum noch jemand. Zu deutlich ist seit Wochen die Kritik von Haupt-Gesellschafter Martin Kind, zu deutlich sind die Signale, die der 74-Jährige immer wieder aussendet. Eine Trennung von Heldt könnte schon in den nächsten Tagen erfolgen.

"Wir haben jetzt im Wesentlichen Planungssicherheit. Jetzt kann man wirklich alle Fragen kritisch analysieren", sagte Kind nach dem Spiel und fügte konkret auf Heldt bezogen hinzu: "Wir werden jetzt erstmal analysieren, notwendige Gespräche führen und zu gegebener Zeit auch Entscheidungen treffen." Den Klassenverbleib hat der große Entscheider bei 96 nun endgültig abgehakt. "Es gibt ja Wunder, aber an Wunder glaube ich nur begrenzt. Fußball geht weiter, für uns leider in der zweiten Liga", sagte Kind.

Sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang 16 hat Hannover bei noch sechs ausstehenden Spielen. Wieder einmal war die Chance da, diesen Rückstand deutlich zu verkürzen. "Wir hatten trotz des Ergebnisses eine gute Möglichkeit, hier zu gewinnen", sagte Heldt nicht ganz zu Unrecht. 96 begann gut und ging durch Hendrik Weydandt (30. Minute) in Führung. Ein krasser individueller Fehler von Abwehrspieler Kevin Wimmer nur gut 60 Sekunden später holte den Europapokal-Aspiranten Wolfsburg wieder zurück ins Spiel. Der deutlich kleinere Renato Steffen verlängerte per Kopf im Duell mit Wimmer eine Vorlage von Josuha Guilavogui in die lange Ecke (32.).

"Das ist ein Kopfballduell im Strafraum groß gegen klein - das muss man anders lösen", schimpfte 96-Trainer Thomas Doll. Erst im zweiten Durchgang wurde sein Team zunehmend in die Defensive gedrängt. Erneut Steffen (71.) und Jerome Roussillon (78.) schossen den ersten Wolfsburger Sieg daheim gegen 96 seit November 2011 heraus. Etwas zu hoch zwar, dennoch sprang der VfL dadurch zumindest bis zum Sonntag wieder in die Europapokalränge.

Viel diskutiert blieb dabei allerdings auch eine Option, die Doll von Kind selbst geraubt wurde. Der hatte dem Coach untersagt, den vom FC Arsenal ausgeliehenen Japaner Takuma Asano in dieser Saison weiter einzusetzen. Der Leihvertrag beinhaltet eine Klausel, wonach Hannover bei einer bestimmten Anzahl von Einsätzen Asano für eine Ablösesumme zwischen drei und 3,5 Millionen Euro kaufen muss. "Das ist natürlich eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft, des Vertrages, der nicht ganz problemfrei ist. Da muss man draus lernen. Solche Verträge sind nicht unbedingt zu empfehlen", erläuterte Kind seine Entscheidung und watschte Heldt damit ein weiteres Mal ab. Der Manager hatte Asano zu den besagten Konditionen verpflichtet.

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