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„Waren überrascht“ – Kimmich-Aussage über Nagelsmann-Entlassung lässt tief blicken

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Von: Florian Schimak, Manuel Bonke

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Das DFB-Team traf in Mainz auf Peru. Spiel eins nach dem WM-Debakel. Allerdings stand eher der FC Bayern in Fußball-Deutschland im Fokus.

Mainz – Das WM-Debakel in der Wüste von Katar ist Geschichte. Das DFB-Team traf im Spiel eins nach der WM 2022 auf Peru. Es sollte eine neue Aufbruchstimmung im Hinblick auf die Heim-EM 2024 entstehen. Am Ende siegte Deutschland mit 2:0 (2:0) dank zweier Treffer von Niclas Füllkrug.

Allerdings hat Fußball-Deutschland derzeit nur ein Thema: Das Trainer-Beben beim FC Bayern! Am Samstag wurde Thomas Tuchel in München vorgestellt, nachdem Julian Nagelsmann am Freitag freigestellt wurde. Neben dem Bundestrainer hat sich Joshua Kimmich überraschend deutlich positioniert.

Natürlich stand auch der sportliche Aufgalopp der deutschen Fußballer im Fokus. Zumal Hansi Flick einige unbekannte Gesichter nominiert und auch gegen Peru aufgestellt hatte.

Wir fassen für Sie die Stimmen aus dem ZDF und aus der Mixed Zone zusammen.

Joshua Kimmich (DFB-Kapitän) nach dem Spiel über...

... die Partie: „Wir sind ganz gute in die erste Hälfte gestartet. In der zweiten Hälfte kam dann kein Spielfluss zusammen. Da müssen wir ein bisschen mehr den Ball laufen lassen.“

... das System mit zwei Spitzen: „Klar, wenn dann die Spitzen heute noch treffen, ist das umso besser. Es hat uns heute gutgetan, dass wir heute die Box besetzt hatten.“

... den Trainerwechsel, während er bei der Nationalmannschaft war: „Klar, ist das kurios. Aber so ist das Geschäft. Wenig Liebe, wenig Herz. Wir müssen mit der Entscheidung leben. Am Ende ist es enttäuschend, wenn es zum Trainerwechsel kommt, weil es bedeutet, dass wir Spieler versagt haben.“

Joshua Kimmich sorgte mit seiner Aussage nach dem Spiel gegen Peru über die Entlassung von Nagelsmann für Aufsehen.
Joshua Kimmich sorgte mit seiner Aussage nach dem Spiel gegen Peru über die Entlassung von Nagelsmann für Aufsehen. © IMAGO/Jan Huebner

Joshua Kimmich in der Mixed Zone nach dem Spiel über...

... die Bayern-Entscheidung, Nagelsmann zu entlassen: „Wenn der Trainer entlassen wird, ist das auch immer ein Versagen von uns Spielern. Hätten wir unsere Leistung gebracht, hätten wir unsere Spiele gewonnen, hätten wir den Trainer nicht entlassen müssen, beziehungsweise die Verantwortlichen.“

... seine „wenig Herz und wenig Liebe“-Aussage: „Ich habe gesagt, dass in diesem Geschäft generell wenig Platz für Liebe und Herz ist. Das haben viele von uns schon am eigene Leib erfahren, dementsprechend muss man wieder mal versuchen, damit umzugehen und lernen, damit umzugehen.“

... eine vermeintliche Kritik an den Bayern-Bossen: „Das ist ja unabhängig von den Bossen. Das ganze Geschäft: Ihr Medien, Entscheidungen, die getroffen werden. Es ist ja nicht so, dass das immer schön für einen ist. Aber so ist das Leben nun mal nicht.“

... die Bayern-Kabine, die Nagelsmann verloren haben soll: „Ne, das würde ich nicht sagen. Die Gründe sind, dass wir zu wenig Spiele gewonnen haben und nicht erfolgreich genug waren. Natürlich sind wir in allen Wettbewerben vertreten. Trotzdem hat man gesehen, dass wir gerade in der Bundesliga nicht richtig performt haben. Wir haben von zehn Spielen nur fünf gewonnen. Aber ich kann sagen, dass er Trainer nicht die Kabine verloren hat. Ich habe schon ein paar Trainer-Wechsel mitgemacht: Das war jetzt nicht so, dass es sich intern in der Kabine angedeutet hat, weil die Spieler unzufrieden waren. Wir waren überrascht.“

Die DFB-Stars Joshua Kimmich und Leon Goretzka (r.) zeigen sich von der Nagelsmann-Entlassung betroffen.
Die DFB-Stars Joshua Kimmich und Leon Goretzka (r.) zeigen sich von der Nagelsmann-Entlassung betroffen. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

Leon Goretzka (Deutschland) nach dem Spiel bei ZDF über ...

... die Partie: „Wir haben das Spiel gewonnen, zwei Treffer erzielt und haben kein Gegentor bekommen. Das waren schon mal zwei Ziele, die wir uns gesteckt haben. Es war noch nichts perfekt, eigentlich gar nichts perfekt. Aber wir wollten hier Schwung aufnehmen und da ist uns gelungen.“

... Niclas Füllkrug: „Er hat zwei schöne Tore gemacht. Er hat gezeigt, dass er auch für die Nationalmannschaft weiter treffen kann.“

... die Ablenkung durch die Entlassung von Julian Nagelsmann: „Spätestens, wenn das Spiel angepfiffen ist, ist es meine Pflicht, mich nur auf die Nationalelf zu konzentrieren. Das ist mir gelungen. Ich würde lügen, wenn die letzten Tage uns nicht betroffen gemacht haben. Es ist immer extrem in so einem Geschäft, wie schnell das gehen kann.“

... sein emotionaler Post nach der Entlassung: „Es ist immer extrem schwierig. Wir hatten eine sehr enge Beziehung zu Julian. Ich habe ihn wahrscheinlich häufiger gesehen als meine Familie. Wenn so einer dann nicht mehr da ist, so aus dem Nichts, dann ist das natürlich erstmal ein Schock. Aber wir müssen den Klub-Verantwortlichen vertrauen, dass sie das Beste für unseren Verein tun. So ist das im Fußball, aber wir müssen das professionell mit umgehen. Es ist nichts Schlimmes, dass man da auch ehrlich ist und es auch mal emotional wird.“

... die Salihamidzic-Aussage, es hätte beim FC Bayern Risse zwischen dem Team und Nagelsmann gegeben: „Ich wäre ja doof, wenn ich meinem Chef widerspreche. Also ich persönlich hatte jetzt keine Risse zu Julian, aber ich weiß nicht, wie das bei den anderen Spielern war.“

Bundestrainer Hansi Flick lässt gegen Peru in neuem System spielen.
Bundestrainer Hansi Flick lässt gegen Peru in neuem System spielen. © Imago/Beautiful Sports

Hansi Flick (Bundestrainer) vor dem Spiel im ZDF über ...

... seine Erwartungen vor dem Spiel: „Wir haben die Woche sehr gut trainiert. Es kann nicht alles funktionieren. Aber wir wollen heute Leidenschaft. Es geht nicht um Perfektion. Wir wollen gewinnen. Jeder Sieg zahlt ein auf unser Selbstvertrauen.“

... Marius Wolf, der sein Debüt gibt: „Er hat die rechte Bahn unter Kontrolle, offensiv, wie defensiv. Er zeigt beim BVB tolle Leistungen.“

... das neue System mit zwei Angreifern: „Wir haben drei Stürmer eingeladen, wir wollen im März das System mit zwei Stürmern mal ausprobieren. Wir sind überzeugt davon, dass wir heute ein gutes Spiel machen werden.“

... die Gespräche mit den Bayern-Stars nach dem Trainer-Beben in München: „Was ich mit den Spielern gesprochen habe, bleibt unter uns. Es ist das erste Spiel nach der WM, wir sind in einer Bringschuld. Das zählt nun erstmal.“

... den Kontakt mit Thomas Tuchel: „Wir haben genauso Austausch. Der Kontakt, als er in Paris oder bei Chelsea war, war damals schon vorhanden. Ich werde den Kontakt suchen, das tue ich mit jedem Trainer. Das werde ich auch mit Thomas tun.“ (smk)

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