Nach 22 Jahren

Iniestas tränenreicher Abschied: "Niemals" gegen Barca

Andres Iniesta verlässt den FC Barcelona
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Andres Iniesta verlässt den FC Barcelona.

Andres Iniesta hat unter Tränen seinen Abschied vom FC Barcelona verkündet. Ab Sommer spielt der Weltmeister von 2010 nach 22 Jahren im Verein nicht mehr bei Barca.

Barcelona/Köln - Andres Iniesta atmete tief durch, die Tränen kullerten über seine Wangen, das Gesicht war noch etwas blasser als sonst. Dann sagte der Kapitän des FC Barcelona mit leiser Stimme die entscheidenden Worte: "Das ist meine letzte Saison hier."

Nach 22 Jahren im Verein verkündete der Mittelfeldkünstler auf einer emotionalen Pressekonferenz, bei der auch sein Trainer Ernesto Valverde und seine Teamkameraden um den deutschen Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen anwesend waren, seinen Abschied von Barca.

Barca verliert nach Xavi nächste Galionsfigur

Den erwarteten Wechsel nach China zu Chongqing Lifan gab der 33-Jährige zwar noch nicht bekannt, versprach aber, dass er "niemals" gegen Barca spielen werde. Iniesta sagte, er wolle bei Barcelona aufhören, solange er sich noch "nützlich und wichtig" fühle. Im Anschluss an seine Ausführungen applaudierten seine Mitspieler ebenso wie die anwesenden Journalisten im vollbesetzten Presseraum.

Der Weltmeister von 2010 entstammt Barcas berühmter Talente-Schmiede La Masia. Seit er zwölf ist, spielt er für die Katalanen. Noch im vergangenen Sommer hatte er einen Vertrag auf Lebenszeit unterschrieben. Nach mehr als 15 Jahren bei den Profis wird er den Verein verlassen und hinterlässt ein prägende Ära. Zusammen mit Xavi stand kein anderer Spieler so sehr für die Spielphilosophie des Tiki-Taka der Katalanen.

Trotz seiner großen Erfolge blieb Iniesta immer demütig und bescheiden. Es waren stets andere, wie Lionel Messi, Neymar oder Ronaldinho, die bei Barca im Mittelpunkt standen. Iniesta setzte seine Mitspieler perfekt in Szene, er machte sie besser, und ließ es dabei so einfach aussehen, als würde er Bonbons verteilen.

Erst in dieser Woche hatte sich das französische Fußballmagazin France Football beim WM-Finaltorschützen 2010 dafür entschuldigt, ihm nie den prestigeträchtigen "Ballon d'Or" verliehen zu haben. "Verzeih uns, Andres", schrieb Chefredakteur Pascal Ferre: "Für uns war er nicht nur ein Spieler, er war der Spieler. Seine Opfer für das Team beraubten ihn letztlich größerer individueller Anerkennung."

„Iniesta war der wichtigste Spieler, den wir hatten"

Am vergangenen Samstag hatte Iniesta mit dem designierten Meister Barcelona das Finale um die Copa del Rey 5:0 gegen den FC Sevilla gewonnen und in Madrid aus den Händen von König Felipe VI den Pokal entgegengenommen. Die Fans beider Lager hatten ihm in der Stadt des Erzrivalen bei seiner Auswechslung kurz vor dem Schlusspfiff mit Standing Ovations noch einmal die Ehre erwiesen.

"Wir haben den Besten der Welt, Messi, aber Iniesta war der wichtigste Spieler, den wir hatten", sagte Klubpräsident Josep Maria Bartomeu nach dem Finale im Königspokal. Am Samstag könnte Barca bei Deportivo La Coruna bereits das Double perfekt machen. Es wäre Titel Nummer 32 für Iniesta. "Du hast die ewige Dankbarkeit der Barca-Fans und der ganzen Fußballwelt. Heute ist kein Abschied. Wir sehen uns bald wieder", schrieb Bartomeu auf Twitter.

"Da ist der Platz, er gehört dir. Spiel!" Mit diesen Worten schickte Louis van Gaal den jungen Iniesta einst in dessen Debüt. Vier Champions-League-Triumphe, sechs Pokalsiege und wohl neun Meisterschaften später geht eine große Ära zu Ende.

SID 

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