Saisonfinale

Leipzig vor Berlin-Reise unter Druck - Wirbel um Hasenhüttl

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RB-Leipzig-Cheftrainer Ralph Hasenhüttl (r) und Sportdirektor Ralf Rangnick unterhalten sich.

Für RB Leipzig steht im Saisonfinale bei Hertha BSC viel auf dem Spiel. Die Debatte um Trainer Ralph Hasenhüttl sorgt weiter für Wirbel.

Leipzig - Champions League, Europa League oder gar nichts - für RB Leipzig ist vor dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga am Samstag bei Hertha BSC (15.30 Uhr/Sky) noch alles drin. Allerdings dürfte die Konzentration auf das Finale erheblich gestört sein. Die Frage um die Zukunft von Trainer Ralph Hasenhüttl sorgte zumindest für viel Wirbel.

Ein Sieg in Berlin - und RB ist zumindest in der Europa League dabei. Sollten gleichzeitig auch noch Bayer Leverkusen zu Hause gegen Hannover 96 und 1899 Hoffenheim gegen Borussia Dortmund verlieren, würden die Leipziger sogar noch in die Königsklasse einziehen. Er glaube allerdings nicht, dass "beide ihre Heimspiele verlieren", sagte Hasenhüttl am Donnerstag, auch wenn "im Fußball schon viel passiert" sei.

An die Hauptstadt haben die Sachsen in Sachen Europapokal noch gute Erinnerungen. In der vergangenen Saison feierte die Hasenhüttl-Elf dort im Mai durch einen 4:1-Erfolg bei der Hertha erstmals in der Vereinsgeschichte den Einzug in die Champions League. "So schließt sich der Kreis. Dieser Ort hat uns einen sehr schönen Moment geliefert", sagte der RB-Coach.

Hasenhüttl: "Es tut gut, dass wir wieder paar Alternativen mehr haben"

An selber Stätte kann Hasenhüttl am Samstag wieder auf Spielmacher Naby Keita und Abwehrspieler Willi Orban zurückgreifen, die beide ihre Sperren abgesessen haben. Der Schwede Emil Forsberg ist dagegen weiter gesperrt. "Es tut gut, dass wir wieder ein paar Alternativen mehr haben", sagte Hasenhüttl. Yussuf Poulsen, Ademola Lookman (beide Sprunggelenk) und Dominik Kaiser (Fuß) sind allerdings leicht angeschlagen.

Der Coach steht vor dem Finale ungewollt im Mittelpunkt. Die Debatte um seine Zukunft hält den Klub weiter in Atem. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung soll der 50-Jährige vor dem Aus stehen und deshalb bereits seinen Urlaub verlegt haben. Nach einer stressigen Saison mit 48 Pflichtspielen wollte der Österreicher ab Pfingsten mehrere Wochen in Übersee ausspannen.

Rangnick betonte dagegen am Donnerstag: "Für die Spieler ist ab Sonntag Urlaub. Beim Trainer ist das in der Regel etwas anders, ich war auch letztes Jahr noch mit Ralf Rangnick unterwegs. Das hat mit meinem Urlaub gar nichts zu tun. Danach wird eine Woche später in Urlaub gefahren". Zudem sei Ralf Rangnick ein Sportdirektor, "der einem die Rückendeckung gibt. Das schätze ich sehr an ihm."

Der Verein wollte den Bericht derweil nicht kommentieren. "Es gibt keinen neuen Stand", sagte Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff dem SID: "Wir haben zuletzt immer wieder betont, dass wir uns nach der Saison zusammensetzen werden. Und deswegen kommentieren wir auch nicht täglich die wildesten Spekulationen."

Sportdirektor Rangnick stieß ins selbe Horn und präzisierte die Aussagen seines Geschäftsführers. "Wir werden uns am Montag oder Dienstag zusammensetzen", sagte Rangnick bei einer Talk-Runde der Leipziger Volkszeitung (LVZ).

Am Wochenende hatte alles noch nach Friede, Freude, Eierkuchen ausgesehen. Hasenhüttl beteuerte im Aktuellen Sportstudio des ZDF, dass er seinen 2019 auslaufenden Vertrag verlängern wolle. Selbst eine Anfrage von Bayern München im Januar hatte ihn davon nicht abbringen können - mehr Treuebekenntnis geht nicht.

Doch es ist in der Tat auch vorstellbar, dass die Vereinsführung sauer ist auf Hasenhüttl. Seine Weigerung, schon früher über einen neuen Vertrag zu verhandeln, dürfte Leipzigs starkem Mann Rangnick nicht gefallen haben. Zumindest hat diese Haltung in den letzten Wochen und Monaten sehr viel Unruhe in den Klub gebracht.

Und auch bei der strategischen Ausrichtung zum Saisonende soll es unterschiedliche Vorstellungen gegeben haben. Rangnick soll sich für eine Konzentration auf die Bundesliga ausgesprochen haben, Hasenhüttl indes war mit seiner Mannschaft Feuer und Flamme für die Europa League, vergeigte durch die lange Doppelbelastung aber womöglich die erneute Qualifikation für die Champions League.

Erst nach dem Spiel am Samstag wird sich zeigen, wer mit seiner Strategie richtig lag und wie das endgültige Fazit für die Saison ausfällt.

sid

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