Eintracht in Unterzahl

Mainz 05 verlängert schwarze Serie von Frankfurt

Die Spieler von Mainz jubeln über die 1:0-Führung gegen Eintracht Frankfurt. Foto: Torsten Silz/dpa
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Die Spieler von Mainz jubeln über die 1:0-Führung gegen Eintracht Frankfurt. Foto: Torsten Silz/dpa

Rückstand gedreht, Sieg gefeiert, Heimdebüt von Trainer Achim Beierlorzer gelungen. Eine Steigerung nach der Pause und ein Mann mehr auf dem Rasen bescheren Mainz drei Punkte im Derby gegen Frankfurt. Die Gäste schwächen sich durch eine Rote Karte selbst.

Mainz - Dank numerischer Überlegenheit hat der FSV Mainz 05 Neu-Trainer Achim Beierlorzer eine glänzende Heimpremiere beschert und die schwarze Derby-Serie von Eintracht Frankfurt verlängert.

Die Hessen unterlagen am Montagabend in Unterzahl mit 1:2 (1:0) und warten damit weiter auf ihren ersten Bundesligasieg in Mainz. Martin Hinteregger brachte die Gäste vor 33.184 Zuschauern in der 33. Minute in Führung, doch Karim Onisiwo (50.) und Adam Szalai (69.) drehten gegen zehn Frankfurter die Partie. Dominik Kohr (44.) hatte kurz vor der Pause wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen.

Beierlorzer strahlte nach dem zweiten Bundesliga-Sieg in Serie und lobte sein Team. «Die Mannschaft ist gierig, die Mannschaft will. Der Trainer darf sie jetzt auf keinen Fall aufhalten», sagte der Mainzer Coach im DAZN-Interview. Und Torschütze Szalai befand: «Nach der Roten Karte war es nur noch eine Frage der Zeit, wann das Tor kommt. Es war ein Arbeitssieg.» Auch Hinteregger sah den Platzverweis für Kohr als spielentscheidend an. «Die Mainzer hatten keine Idee. Wenn wir zu Elft spielen, holen wir die Punkte», meinte der Frankfurter Abwehrspieler.

Die Partie begann zehn Minuten später als geplant, weil Frankfurter Fans kurz vor dem geplanten Anpfiff einen Böller zündeten und Leuchtraketen auf den Rasen feuerten. Spieler der eigenen Mannschaft wurden von den SGE-Fans sogar beschimpft und wieder weggeschickt. Schiedsrichter Manuel Gräfe bat beide Mannschaften daraufhin zunächst wieder in die Kabinen.

Als sich der Rauch verzogen hatte, herrschte zunächst Geister-Stimmung auf den Rängen. Aus Protest gegen die ungeliebten Montagsspiele, die ab der Saison 2021/22 abgeschafft werden, verzichteten beide Fanlager erst einmal auf die übliche lautstarke Unterstützung ihrer Mannschaften.

Das schien die Profis zu beeindrucken, denn die Partie nahm nur schleppend Fahrt auf. Die erste dicke Chance bot sich den Gästen, als Kohr nach Flanke von Filip Kostic den Ball aus etwa acht Metern neben das Mainzer Tor setzte. Viel mehr brachte der Europa-League- Teilnehmer, der auf Abwehrchef Makoto Hasebe (grippaler Infekt) und Stürmer Bas Dost (muskuläre Probleme) verzichten musste, in der Offensive zunächst aber nicht zustande. Auch bei Mainz ging nach vorn kaum etwas, so dass beide Torhüter in den ersten 30 Minuten kein einziges Mal geprüft wurden.

Umso überraschender fiel die Gäste-Führung: Nach einer Ecke kam der Ball zu Hinteregger, der Robin Zentner im FSV-Tor mit einem Flachschuss überwand. Nur vier Minuten später vereitelte Zentner mit einer Fußparade gegen Gonçalo Paciência das 0:2.

Als die Eintracht alles im Griff zu haben schien, ließ sie sich nach einer eigenen Ecke auskontern. Kohr konnte den allein durchgelaufenen Levin Öztunali nur noch unfair bremsen - und sah dafür Rot.

Nachdem die Mainzer Anhänger ihr Team bereits seit der 16. Minute wieder lautstark angefeuert hatten, gaben nach dem Wechsel auch die Frankfurter Fans ihren Stimmungsboykott auf. Auch im Spiel war nun Feuer, weil Mainz stürmisch aus der Kabine kam. Jean-Paul Boëtius (48.) zwang Frederik Rönnow zu einer Glanzparade, kurz darauf traf Onisiwo zum Ausgleich.

Fast hätte sich der Österreicher als Doppel-Torschütze feiern lassen können, doch der Videobeweis belegte, dass der Ball vor seinem vermeintlichen zweiten Treffer im Aus war. Beim Tor des kurz zuvor eingewechselten Szalai war dann alles okay, so dass die 05er den zweiten Sieg im zweiten Spiel unter Beierlorzer bejubeln konnten.

dpa

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