„Diskriminierend und stigmatisierend“

Nach Kritik an Flirt-Tipps: So reagiert der argentinische Verband

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Die argentinische Fußball-Nationalmannschaft beim Mannschaftstraining. 

Nachdem der argentinische Fußballverband in einem Handbuch zur WM in Russland ein zweifelhaftes Frauenbild vermittelt hatte, folgte nun die offizielle Entschuldigung. 

Buenos Aires - Wegen zweifelhafter Tipps für die Eroberung von schönen Russinnen bei der anstehenden Weltmeisterschaft steht der argentinische Fußballverband AFA in der Kritik. Der Verband entschuldigte sich am Mittwoch (Ortszeit) für Passagen mit sexistischen Flirttipps in einem WM-Handbuch.

Das Handbuch über „Sprache und Kultur Russlands“ kam bei einer Schulung für Journalisten, Funktionäre und Trainer zum Einsatz, die zur WM nach Russland reisen. Russische Frauen wollten nicht als Objekte gesehen werden, hieß es in dem zweiseitigen Kapitel mit dem Titel „Was muss ich tun, um eine Chance bei einem russischen Mädchen zu haben?“. „Weil russische Frauen schön sind, wollen viele Männer nur mit ihnen ins Bett. Vielleicht wollen sie das auch, aber sie sind Menschen und wollen sich auch wichtig und einzigartig fühlen.“

Argentinischer Verband entschuldigt sich

Es folgen Tipps, wie argentinische Männer bei Russinnen landen können. Zum Schluss wird gewarnt, dass manche Frauen sich nur für reiche oder gut aussehende Männer interessieren. „Aber keine Sorge, es gibt viele schöne Frauen in Russland und nicht alle sind für Dich. Sei wählerisch.“ Nach scharfer Kritik in sozialen Netzen sammelten Verbandsmitarbeiter noch während der Schulung die Unterlagen ein und entfernten das Kapitel, wie ein teilnehmender Journalist auf Twitter berichtete.

Der Text sei irrtümlich zu dem Handbuch hinzugefügt worden, schrieb der Verband in einer Mitteilung. Die Aussagen spiegelten nicht die Ansichten der AFA wieder. Argentiniens Institut gegen Diskriminierung und Rassismus (INADI) kritisierte die Passagen - die von einem Blog kopiert worden waren - als „diskriminierend und stigmatisierend“.

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dpa

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