Bundestrainer setzte lieber auf Lehmann

Ausgerechnet in TV-Werbespot: Oliver Kahn offenbart, wie es ihm bei der WM 2006 wirklich ging

Oliver Kahn wurde 2006 als Stammtorwart in der Nationalmannschaft abgelöst. Jens Lehmann stand während der Heim-WM im Tor - jetzt sprach der Startorhüter über diese Episode.

  • Oliver Kahn ist einer der besten Torhüter der Fußballgeschichte.
  • In seiner bewegten Karriere gab es aber auch Tiefen, wie die Degradierung bei der WM 2006.
  • Nun sprach der Titan über das Turnier.

München - Oliver Kahn durchlief eine bewegte Karriere. Als der gebürtige Karlsruher 1994 von seinem Jugendklub, dem KSC, zum FC Bayern* wechselte, konnte man nur ahnen, dass aus dem aufstrebenden Torwarttalent mit der hellblonden Vokuhila-Frisur einmal ein ganz großer werden könnte. Der „nur“ 1,88-Meter große Keeper entwickelte sich letztlich zu einem der besten Spieler auf seiner Position, wurde viermal Europas Torhüter des Jahres. Rekord. 

Zudem stieg der für sein Temperament bekannte Lautsprecher zu einer echten FCB-Legende auf. Von 1994 bis 2008 stand Kahn insgesamt 429-mal im Kasten der Roten. In dieser Zeit sammelte der „Titan“ unzählige Titel* und gewann unter anderem achtmal die Deutsche Meisterschaft, sechsmal den DFB-Pokal* sowie einmal die Champions League

Oliver Kahn: Länderspielkarriere weniger glücklich als Zeit beim FC Bayern

Folglich war Kahn in dieser Zeit auch eine wichtige Stütze in der Deutschen Nationalmannschaft. Insgesamt 86-mal streifte er sich das DFB-Trikot über. Trotz der vielen Einsätze war seine Nationalmannschaftskarriere jedoch weitaus weniger glücklich als die Zeit beim FC Bayern. Im WM-Finale 2002 gegen Brasilien unterlief dem heute 51-Jährigen ein folgenschwerer Fehler, der die 2:0-Niederlage mit begünstigte. 

Enttäuschung pur. Oliver Kahn nach dem verlorenen WM Finale 2002 in Yokohama.

Im nächsten Turnier, bei der Europameisterschaft 2004, wollten Kahn & Co. eigentlich den Titel holen, scheiterten aber enttäuschend in der Vorrunde an Tschechien und den Niederlanden. Also lagen die Hoffnungen der Nation auf die Heim-WM 2006 - bei der auch Kahn wieder angreifen wollte. 

Oliver Kahn: Dämpfer bei der Heim-WM - Klinsmann setzt lieber auf Lehmann

Doch es kam anders. Bundestrainer Jürgen Klinsmann entschied sich dafür, im Turnier auf Jens Lehmann zu setzen. Kahns größter Konkurrent spielte zu dieser Zeit eine prägende Rolle beim FC Arsenal und wurde von Klinsmann als der bessere erachtet. Kahn blieb folglich nur die Bank.

Anfangs wollte der „Titan“ dies jedoch nicht wirklich wahrhaben und gab sich vor dem Turnier als die eigentliche Nummer eins. Im Laufe der WM änderte sich dieser Kurs jedoch und das heutige Bayern-Vorstandsmitglied entwickelte sich zu einem wichtigen Mosaikstein des „Sommermärchens“. Legendär die Szene des Viertelfinales, als Kahn vor dem Elfmeterschießen noch einmal zu Lehmann ging, um diesen auf den Showdown einzuschwören. Für seinen Teamgeist wurde Kahn dann mit dem Spiel um Platz Drei gegen Portugal belohnt.

Zuspruch trotz Rivalität. Kahn zeigte bei der WM Größe.

Oliver Kahn: Titan offenbart, wie es ihm bei der WM 2006 wirklich ging

Dennoch war die Entscheidung, nicht auf ihn als Turnierkeeper zu setzten, natürlich ein Rückschlag. Über diesen sprach Kahn nun am Rande eines Werbedrehs für Paulaner, für die er nun als Testimonial in Erscheinung tritt: „So schön war es bei der WM gar nicht auf der Bank.“ Eine verständliche Einschätzung. 

Am Samstag (4. Juli) trifft der FC Bayern* im Pokalfinale auf Bayer Leverkusen*. Wir begleiten das Duell im Live-Ticker und liefern vor Anpfiff die wichtigsten Infos zur Aufstellung. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Db Wdr

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