„Meister des Spiels“

Paris St. Germain: Emery geht - freie Bahn für Tuchel

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Unai Emery verlässt die Pariser zum Saisonende.

Trainer Unai Emery verlässt Frankreichs Topklub Paris St. Germain am Saisonende. Damit ist der Weg für den früheren Dortmunder Thomas Tuchel an die Seine frei.

Hamburg/Paris - Die Aussprache von Grundbegriffen wie "but" (Tor), "hors-jeu" (Abseits) oder "plongeon" (Schwalbe) dürfte für Thomas Tuchel kein Problem mehr sein. Schließlich soll der ehrgeizige Trainer ja schon fleißig Französisch pauken, um bei seiner sich anbahnenden Vorstellung als neuer Coach von Paris St. Germain eine gute Figur zu machen. Und allmählich kann Tuchel sein Lernpensum weiter erhöhen.

Emery gibt Abschied bekannt

Denn seit Freitag ist der Weg für den 44-Jährigen an die Seine frei: Der bisherige Trainer Unai Emery verlässt den französischen Fußballmeister am Saisonende. Das gab der Spanier selbst bekannt. "Ich habe den Spielern mitgeteilt, dass ich mich mit Präsident Nasser Al-Khelaifi und Sportdirektor Antero Henrique darauf geeinigt habe, nicht weiterzumachen", sagte Emery. Der 46-Jährige hatte den Posten beim Klub von Weltmeister Julian Draxler und Nationaltorwart Kevin Trapp vor zwei Jahren als Nachfolger des Franzosen Laurent Blanc übernommen.

Doch den Auftrag der Scheichs aus Katar, mit dem hochgerüsteten Team um Superstars wie Neymar oder Kylian Mbappe endlich die Champions League zu gewinnen, konnte Emery nicht erfüllen. Nach dem klaren Achtelfinal-K.o. gegen Real Madrid senkten die Klubbesitzer für ihn den Daumen. Und nun soll Tuchel wohl endlich diese Sehnsucht stillen. Offiziell bestätigt ist die Verpflichtung des ehemaligen Dortmund-Coaches zwar noch nicht, aber dass Tuchel nach der Weltmeisterschaft PSG übernimmt, bezweifelt in Paris niemand mehr. Die L'Equipe hieß ihn bereits als "Meister des Spiels" willkommen.

Zwei-Jahres-Vertrag für Tuchel

Eigentlich hätte Tuchel ja den FC Bayern übernehmen sollen, doch PSG-Mehrheitseigner Tamim ben Hamad Al-Thani und Präsident Nasser Al-Khelaifi waren offenbar schneller als Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Bei einem Treffen in Doha soll sich Tuchel mündlich mit den Paris-Bossen auf einen Zweijahresvertrag (plus Option auf eine weitere Saison) geeinigt haben. Er wird wohl fürstlich entlohnt werden, aber die Ansprüche könnten größer auch nicht sein.

Umso wichtiger wird für Tuchel sein, die Stars auf seine Seite zu ziehen. Allen voran Neymar. Den Brasilianer soll es nach seiner Premierensaison in Frankreich wieder nach Spanien ziehen. Gerüchte um einen Transfercoup von Real Madrid halten sich hartnäckig. "Man wird sehen, wie er die Kabine managt. Das ist das Schwierigste bei den großen Mannschaften", sagte der Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang zuletzt über seinen ehemaligen Trainer: "Er ist einer, der ein bisschen verrückt ist, ein bisschen wie ich."

Aber ein bisschen verrückt zu sein, kann als Trainer eines Klubs wie Paris St. Germain ja auch nicht schaden.

SID

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