Überraschung bei der WM-Kader-Nominierung

Petersen zur WM-Nominierung: „Damit nicht wirklich gerechnet“

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Nils Petersen.

Stürmer Nils Petersen vom SC Freiburg hat auf die Nominierung für den vorläufigen WM-Kader überrascht reagiert.

Freiburg - „Die Nominierung ist eine sehr große Ehre für mich. Ich habe damit nicht wirklich gerechnet und bin sehr dankbar. Die Chance dabei sein zu können, ist die Krönung der Saison“, sagte Petersen laut einer Mitteilung des SC Freiburg. Petersen war in der Bundesliga mit 15 Toren der zweitbeste Torjäger hinter Torschützenkönig Robert Lewandowski. „Von ihm erhoffe ich mir einiges“, sagte Bundestrainer Joachim Löw am Dienstag bei der Kader-Präsentation in Dortmund.

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Löw betonte Petersens Fähigkeiten als Joker. Mit 20 Treffern nach einer Einwechslung ist Petersen Rekordhalter der Fußball-Bundesliga. „Nils Petersen hat noch nicht so viel internationale Erfahrung. Aber ich glaube, er wächst mit seinen Aufgaben“, sagte Löw.

Für die A-Nationalmannschaft hat Petersen noch nie gespielt. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro holte der 29-Jährige vor zwei Jahren Silber mit der deutschen Mannschaft. Mit sechs Toren war er Torschützenkönig, spielte dabei aber nur einmal von Beginn an.

Nils Petersen im Portrait: Musterprofi und Top-Joker

Nils Petersens letzter Auftritt in einem Trikot mit dem Adler auf der Brust endete mit einem Fehlschuss - und der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen. Im Finale vergab der Stürmer des SC Freiburg gegen Brasilien seinen Versuch im legendären Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro und ermöglichte Neymar die Gelegenheit zum entscheidenden Treffer beim 5:4 im Elfmeterschießen. So überraschend Petersen vor zwei Jahren von Horst Hrubesch für den Olympia-Kader nominiert worden war, so unerwartet kommt nun die Wahl von Bundestrainer Joachim Löw für die Weltmeisterschaft in Brasilien.

Wobei: Bei seinen Glückwünschen zu Olympia-Silber sagte Löw vor zwei Jahren auch, er sei sicher, „dass der ein oder andere Spieler das Potenzial für die A-Mannschaft hat“. Gedacht hat er dabei wohl eher an Niklas Süle oder Julian Brandt, die wie Petersen nun im ersten Russland-Kader stehen. Doch auch Petersen hat seither einen herausragend guten Ruf im deutschen Fußball. Für junge Profis ist er ein Vorbild - bei Olympia und in Freiburg.

Der 29 Jahre alte Angreifer ist der Typ Fußballer, der immer alles gibt und nie murrt - auch dann nicht, wenn er nach dem Abstieg in die 2. Liga in Freiburg bleibt, dort 21 Tore schießt und im ersten Jahr Bundesliga dann oft nur als Joker ins Spiel kommt, weil der Platz in der Startelf zumeist an Florian Niederlechner ging.

Was machte Petersen? Neun seiner zehn Saisontore erzielte er nach Einwechslungen, stellte damit eine Bestmarke ein und eine neue auf. Gerade die Joker-Qualitäten hob Löw nun hervor. Mit inzwischen 20 Toren nach Einwechslung hält er den Bundesliga-Rekord. „Wir kennen seine Qualität. Wenn der Gegner müde wird und es mehr Räume gibt, kann er sie nochmal besser ausspielen“, erklärte Trainer Christian Streich damals seine Vorliebe für Petersen als Joker.

An Freiburgs Klassenverbleib in der vergangenen Saison hatte Petersen, der in seiner Karriere außerdem für Werder Bremen, den FC Bayern München, Energie Cottbus und Carl Zeiss Jena spielte, mit seinen 15 Saisontoren nun wieder maßgeblichen Anteil. Nur Robert Lewandowski traf in der Liga häufiger. Petersens Fähigkeiten und Spielverständnis kennt Löw gut. Er ist häufig Gast im Schwarzwald-Stadion. Zuletzt beim 2:0 der Freiburger gegen den FC Augsburg am vergangenen Samstag.

dpa

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