US-Präsident und FIFA

Trump mischt sich wieder in WM-Vergabe ein: "Wir werden uns das sehr genau anschauen"

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US-Präsident Donald Trump mischt sich erneut in die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft ein.

Donald Trump hat es schon wieder getan: Der US-Präsident mischt sich zunehmend in die Vergabe der WM 2026 ein. Für die USA, Kanada und Mexiko könnte das verheerende Folgen haben.

Washington/Frankfurt - Im Rose Garden schien die Sonne, auf Donald Trumps Sakko blitzte die kleine USA-Flagge auf. Und schon wieder dachte der US-Präsident, es wäre ein guter Zeitpunkt, sich mahnend für die Bewerbung um die Fußball-WM 2026 starkzumachen. Die Vergabe durch den FIFA-Kongress werde er sich "sehr genau anschauen", sagte der 71-Jährige. Zwischen den Zeilen klang die Drohung mit, die für die Kampagne der USA, Kanada und Mexiko verheerende Folgen haben könnte.

Zum einen ist die Einmischung von Staatsoberhäuptern in Verbandsangelegenheiten vom Weltverband FIFA zumindest auf dem Papier untersagt. Trump hatte schon in der vergangenen Woche über Twitter mindestens indirekt politische Konsequenzen für die Unterstützer des einzigen Konkurrenten Marokko angedroht.

Allerdings ist es kaum vorstellbar, dass die FIFA ausgerechnet bei dem Land hart durchgreift, in dem derzeit etliche Verfahren gegen frühere Funktionäre laufen. Die US-Justiz hatte mit ihren Ermittlungen 2015 den großen FIFA-Skandal ausgelöst. FIFA-Präsident Gianni Infantino gilt zudem - auch wenn er offiziell neutral sein muss - als Befürworter der gemeinsamen Bewerbung aus Nordamerika.

Trumps Eingreifen könnte nach hinten losgehen

Zum anderen könnten aber die öffentlichen Aufforderungen des in vielen Teilen der Welt nicht unbedingt hochgeschätzten US-Präsidenten die bislang Unentschiedenen ins Marokko-Lager treiben. Abgestimmt wird von den derzeit 207 wahlberechtigten FIFA-Verbänden am 13. Juni in Moskau - auch eine Stadt, in der Trump nicht gern gesehen ist. Zum Sieg reicht die einfache Mehrheit, allerdings ist ausdrücklich auch die Option "Keiner von beiden" vorgesehen. Dann würde die WM neu ausgeschrieben werden.

Die Aussagen des US-Präsidenten am Montag vor dem Weißen Haus folgten auf ein Treffen mit dem nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari, der als erster afrikanischer Staatschef bei Trump zu Gast war. Der 75-Jährige wird sich seinen Teil gedacht haben, als Trump sagte: "Ich hoffe, dass alle Länder Afrikas und Länder auf ganzen der Welt uns gleichermaßen bei unserer Bewerbung (...) unterstützen, wie wir sie unterstützen werden."

Die über 50 Verbände der afrikanischen Konföderation CAF haben sich nämlich längst für Marokko ausgesprochen. Eine WM auf dem zweitgrößten Erdteil hatte bislang nur 2010 in Südafrika stattgefunden. Auch aus Europa und Asien dürfen einige Verbände für die Nordafrikaner votieren.

Trump brachte die WM-Vergabe jedoch unmittelbar mit Handelsbeziehungen in Verbindung. Vor dem 2026-Thema sagte er, die USA "hoffen, der Handelspartner der Wahl für Nationen auf der ganzen Welt zu sein". Und dann: Jede Hilfe bei der WM-Vergabe würde "wertgeschätzt" werden. Bei Twitter hatte er von einer "Schande" geschrieben, "wenn Länder, die wir immer unterstützen, gegen die Bewerbung der USA Lobbyarbeit leisten".

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sein Wahlverhalten noch nicht beschlossen. Der Weltmeister-Verband werde aber "ausschließlich nach sachlichen Kriterien zu einem Ergebnis kommen", hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel zuletzt gesagt: "Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen." Das wäre ja auch verboten.

SID

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