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Trump schimpft über WM-Vergabe: "Eine Schande"

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Donald Trump.

US-Präsident Donald Trump mischt sich in die Vergabe der WM 2026 ein. Für die USA, Kanada und Mexiko könnte das ein Bärendienst sein.

Washington/Frankfurt - Wenn Donald Trump twittert, geht das selten gut aus. Am Donnerstagnachmittag, einen Tag bevor Kanzlerin Angela Merkel zu Besuch kam, meinte der US-Präsident, sich in die Vergabe der Fußball-WM 2026 einmischen zu müssen. Schließlich, so der Tenor seiner 279 Zeichen, werde die gemeinsame Bewerbung der USA mit Kanada und Mexiko höchst unfair behandelt. Allen Gegnern droht er deshalb mit Konsequenzen.

„Es wäre eine Schande“

"Es wäre eine Schande, wenn Länder, die wir immer unterstützen, gegen die Bewerbung der USA Lobbyarbeit leisten. Warum sollten wir diese Länder unterstützen, wenn sie uns nicht unterstützen (auch nicht bei den Vereinten Nationen)?", schrieb der US-Präsident. Die nordamerikanische Bewerbung bezeichnete er (in Versalien) als "stark". Den einzigen Kontrahenten der Kampagne nannte er nicht.

Marokko ist aber keine sieben Wochen vor der geplanten Vergabe durch den Kongress des Weltverbandes FIFA in Moskau (13. Juni) längst ein sehr ernst zu nehmender Konkurrent geworden. Das nordafrikanische Land erhält wie erwartet gewaltigen Zuspruch aus den anderen Verbänden des Kontinentalverbandes CAF - aber auch, und das dürfte Trump sauer aufstoßen - aus Europa.

Frankreich stimmt gegen USA

Frankreich beispielsweise, das erklärte Verbandspräsident Noel Le Graet öffentlich, wird aus alter Verbundenheit für Marokko stimmen. Ausgerechnet Frankreich, denn beim Besuch des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron versuchte Trump in den vergangenen Tagen, größtmögliche Verbundenheit zu demonstrieren. Das mit der Schande passt da nicht ins Bild.

Seinem eigenen Land könnte der US-Präsident mit seinem Tweet einen Bärendienst erwiesen haben. Die FIFA, die zurückhaltend reagierte und auf ihre Statuten verwies, schreibt in eben jenen klar vor, dass politische Einflussnahme verboten ist. Ob Trumps indirekte, politische Drohung deshalb noch Konsequenzen haben wird, ist offen - ebenso wie die Frage, ob der US-Präsident die Kanzlerin auf die WM-Vergabe angesprochen hat.

Trump macht WM-Vergabe zum Politikum

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sein Wahlverhalten noch nicht beschlossen. Der Weltmeister-Verband werde aber "ausschließlich nach sachlichen Kriterien zu einem Ergebnis kommen", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel: "Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen."

Für Frank Steffel, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im deutschen Sportausschuss, ist der Trump-Tweet "ein Skandal" und eine "massive Provokation" des FIFA-Kongresses. "Diese Art der politischen Einmischung ist untragbar und muss zu einer eindeutigen Zurückweisung seitens des Weltverbandes führen", ließ der Politiker mitteilen.

Beim Kongress stimmberechtigt sind in Moskau Stand jetzt 207 FIFA-Mitglieder, 104 Voten reichen für den Sieg. Allerdings ist auch die Option "Keiner von beiden" vorgesehen. Dann würde die WM neu ausgeschrieben werden, was für beide Bewerber nach den Bemühungen der vergangenen Monate ein Schlag ins Gesicht wäre.

Infantino unter Manipulationsverdacht

Für die FIFA ist die WM-Vergabe vor allem für die Aufbesserung des eigenen Image entscheidend - die Erinnerung an die dubiose Doppelvergabe nach Russland (14. Juni bis 15. Juli) und Katar (2022) ist noch frisch. Wirklich gut funktioniert das bislang aber nicht.

Seit ein paar Wochen wird der Wahlkampf von jeder Menge Schmutz begleitet. FIFA-Präsident Gianni Infantino wird vorgeworfen, alles zu tun, damit die USA, Kanada und Mexiko das Großereignis, an dem erstmals 48 Mannschaften teilnehmen werden, ausrichten dürfen. Unter anderem soll der Schweizer versucht haben, an den Regularien zu schrauben, damit Marokko gar nicht erst zugelassen wird.

Gegen FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura wurde sogar die FIFA-Ethikkommission eingeschaltet, weil die 55-Jährige angeblich einen Interessenkonflikt nicht angezeigt habe. Afrikas früherer Fußballer des Jahres, der Senegalese El Hadji Diouf, der Lobbyarbeit für Marokko leistet, sei mit Samoura (über mehrere Ecken) verwandt, lautete vermeintlich der Vorwurf. "Absolut lächerlich", sagte Samoura dazu der BBC. Das Verfahren wurde nach ein paar Tagen wieder eingestellt.

SID 

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