Lange in Überzahl

VfB Stuttgart holt lockeren Derbysieg gegen Freiburg

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Der Stuttgarer Daniel Ginczek (l) beim Duell mit Freiburgs Caglar Söyüncü.

Im Schongang gewinnt der VfB Stuttgart das Landesderby gegen den SC Freiburg. Die Gastgeber profitieren von einem frühen Platzverweis, der allerdings strittig ist. Damit vergrößern sich die Freiburger Abstiegssorgen.

Stuttgart - Mehr als 80 Minuten in Überzahl haben dem VfB Stuttgart einen lockeren Derbysieg gegen den SC Freiburg beschert. Im schwäbisch-badischen Landesduell setzte sich der VfB zum Abschluss des 10. Spieltags der Fußball-Bundesliga im Schongang mit 3:0 (2:0) durch.

Daniel Ginczek (38. Minute), Benjamin Pavard (45.+4) und Simon Terodde (82.) sorgten für den verdienten Erfolg gegen die nach dem frühen Platzverweis für Caglar Söyüncü (12.) hoffnungslos überforderten Freiburger. Während die Schwaben den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößerten, steckt der SCF nach der vierten Saisonpleite im Tabellenkeller fest.

Für die Gäste war die Partie in der mit 58 872 Zuschauern ausverkauften Arena schon früh gelaufen. Die Szene, die zum Platzverweis geführt hatte, erhitzte nicht nur das Gemüt von Freiburgs Trainer Christian Streich. In einem Zweikampf mit Ginczek hatte Söyüncü als letzter Mann im vollen Lauf mit der Hand den Ball berührt, Schiedsrichter Tobias Stieler ließ das Spiel trotz der Stuttgarter Proteste aber zunächst laufen. Erst wenig später bemühte er den Videobeweis und schaute sich die Szene am Spielfeldrand nochmal auf einem Bildschirm an - und schickte Söyüncü anschließend zum Duschen. Streich tobte am Rand. Ob Söyüncü tatsächlich eine klare Torchance verhindert hatte, bleibt strittig.

"Das ist schon anders als alles, was ich gelernt habe bei der Regelschulung", sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier bei "Sky". Mit Blick auf die technische Hilfe für den Unparteiischen aus Köln ergänzte er ironisch: "Da sage ich: Glückwunsch nach Köln". Ginczek kommentierte die Szene so: "Wenn er die Hände nicht dazu nimmt, laufe ich alleine aufs Tor."

Streich ließ sich daher zunächst überhaupt nicht beruhigen. Erst als Stieler die Partie nochmals kurzzeitig unterbrach und auf den Coach einredete, kam dieser zumindest etwas zur Ruhe. Sein Matchplan allerdings war schon zu diesem frühen Zeitpunkt obsolet. Die ohnehin schon defensiv eingestellten Freiburger zogen sich in Unterzahl geschlossen hinter den Ball zurück. Der VfB kontrollierte in der Folge das Spiel und den Ball, Freiburg fand in der Offensive überhaupt nicht mehr statt.

Nachdem Chadrac Akolo (23./29.) noch zweimal am erneut starken Freiburger Keeper Alexander Schwolow scheiterte, münzte Ginczek die drückende Überlegenheit seiner Mannschaft in die Führung um. Eine Flanke von Berkay Özcan nutzte der Angreifer aus der Drehung zu seinem ersten Bundesliga-Treffer in dieser Saison. Praktisch mit dem Pausenpfiff nach langer Nachspielzeit erhöhte Pavard per Kopf nach erneuter Vorlage des agilen Özcan.

Zwar wechselte Streich mit Ryan Kent und Florian Kath zur Pause doppelt. Seine Mannschaft konzentrierte sich in der Folge aber nur noch auf Schadensbegrenzung und brachte den VfB nicht mehr in Gefahr. Stattdessen erhöhte der eingewechselte Terodde mit einem Beinschuss gegen Schwolow auf 3:0 und setzte den Schlusspunkt hinter einen bitteren Freiburger Abend.

dpa

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