Nach 2:4-Pleite gegen die Fohlen

Nach deutlicher Niederlage gegen Gladbach: Werder ist abgestiegen, Bremen trägt Trauer

Ganz bitterer Moment: Interimstrainer Thomas Schaaf konnte den zweiten Abstieg in der Vereinsgeschichte des SV Werder Bremen nicht mehr verhindern.
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Ganz bitterer Moment: Interimstrainer Thomas Schaaf konnte den zweiten Abstieg in der Vereinsgeschichte des SV Werder Bremen nicht mehr verhindern.

Der SV Werder Bremen ist nach einer deutlichen 2:4-(0:1) Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Zweite Fußball-Bundesliga abgestiegen. Der Spielbericht der DeichStube*.

Bremen – Es ist passiert! Werder Bremen ist aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Am letzten Spieltag kassierte das Team auch unter Trainerlegende Thomas Schaaf eine klare Niederlage, verlor gegen Borussia Mönchengladbach deutlich mit 2:4 (0:1). Dennoch durften die Bremer bis kurz vor Schluss noch darauf hoffen, wenigstens den Relegationsplatz zu behalten. Als dann aber der 1. FC Köln gegen Schalke 04 vier Minuten vor Saisonende den Siegtreffer erzielte, war das Schicksal des viermaligen Deutschen Meisters besiegelt.

41 Jahre nach dem bislang einzigen Abstieg geht es als Tabellen-17. wieder runter in Liga zwei – und die Leistung im letzten Spiel, in dem so viel Hoffnung gelegen hatte, ließ keinen Zweifel daran, dass dieser Saisonauskang völlig berechtigt ist. Als der Schlusspfiff ertönte, herrschte Totenstille im Weserstadion. Ein weiterer Traditionsverein ist den Bundesliga-Tod gestorben. Interimscoach Schaaf, erst nach dem vorletzten Spieltag für Florian Kohfeldt installiert, hatte sich bei der Wahl des Systems an die eigene Vergangenheit erinnert und Werder Bremen die Raute verpasst.

Abstieg! Werder Bremen muss nach Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach runter in Liga zwei

Überraschend war aber die Personalauswahl gegen Borussia Mönchengladbach. Manuel Mbom und Romano Schmid, der eine Woche zuvor aus sportlichen Gründen nicht mal im Kader gestanden hatte, bekleideten die Halbpositionen, auf der „10“ agierte Leo Bittencourt, den defensiven Part übernahm Maximilian Eggestein. Im Sturm versuchten sich Josh Sargent und Davie Selke. Für Niclas Füllkrug, Kevin Möhwald, Yuya Osako und Milot Rashica war dagegen in Schaafs Startaufstellung kein Platz. In der Viererkette musste Marco Friedl kurzfristig Linksverteidiger Ludwig Augustinsson (muskuläre Probleme) ersetzen. Friedl geriet nach nur drei Minuten in den Fokus, weil er sich von Marcus Thuram überspielen ließ. Der Hackenpass des Franzosen fand Stefan Lainer, der wiederum querlegte auf Lars Stindl. Von Ömer Toprak und Eggestein ungedeckt traf der Gladbach-Kapitän ins kurze Eck.

0:1 nach drei Minuten – das war genau der Fehlstart, den Werder Bremen nicht gebrauchen konnte und das erste untrügliche Zeichen, dass dieser Tag kein Bremer Tag werden würde. Werder lief früh dem Rückstand hinterher, gelangte über ihre Raute zunächst allerdings überhaupt nicht nach vorne. Aber dann: Über gutes Kurzpassspiel kam der Ball zu Sargent, der Bensebaini abschüttelte und frei vor dem Borussen-Tor den mitgelaufenen Selke bediente. Alles richtig bis dahin, und eigentlich war das Tor nur noch Formsache. Doch Selke brachte das unfassbare Kunststück fertig, den Ball nicht an Gladbach-Keeper Yann Sommer vorbeizudrücken. Mit dem rechten Fuß schob er in die Mitte, statt mit dem linken in die freie Torhälfte (19.). Der Nachschuss von Mbom wurde geblockt, die große Chance zum Ausgleich vertan.

Die 100 Mitarbeiter, die Werder von der Tribüne unterstützen durften und alles gaben, schwiegen entsetzt. Und natürlich dürfte alle die Vorahnung beschlichen haben, dass am Ende absteigt, wer solche Chancen nicht nutzt. Aber immerhin: Zur Pause stand es im Spiel des 1. FC Köln gegen Schalke 04 noch 0:0, weshalb Werder Bremen in der Blitztabelle trotz des Rückstands weiter den Relegationsplatz besetzte. Aber 45 Minuten blieben, in denen alles über den Haufen geworfen werden konnte – im positiven wie im negativen Sinn.

Ein trauriger Tag: Werder Bremen steigt nach 2:4-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach ab

Die zweite Halbzeit war jedoch nur sieben Minuten alt, als Werder Bremen den nächsten Rückschlag hinnehmen musste. Mit einem einfachen Doppelpass überspielten Hannes Wolf und Thuram die weit aufgerückte Bremer Abwehr, und nach 40 Metern freier Bahn Richtung Bremer Tor vollstreckte der 23-Jährige zum 0:2. nur sechs Minuten später war das Spiel dann auch schon gelaufen. Bensebaini traf nach einer Freistoß-Vorlage per Kopfball-Bogenlampe zum 0:3. Ab jetzt war klar: Der direkte Klassenerhalt war außer Reichweite, es ging nur noch darum, dass Köln nicht gegen Schalke gewinnt und damit hinter Werder bleibt. Die Aufmerksamkeit der Bremer auf der Tribüne verlagerte sich folglich gen Köln, die gesperrten und verletzten Profis starrten längst nicht mehr auf den Platz, sondern nur noch auf ihre Handys, verfolgten so das Geschehen in Köln. 

Zeitgleich mit dem Gladbacher 4:0 durch Neuhaus rutschte dann allen das Herz in die Hose, Sebastian Andersson traf für den FC zum 1:0. Blankes Entsetzen bei den Bremern, die in diesem Moment abgestiegen waren. Doch nach Videobeweis zählte das Tor nicht, 20 Minuten vor dem Saisonende stand Werder Bremen trotz des klaren Rückstands immer noch auf Rang 16. Doch das eigene Schicksal lag ausgerechnet in den Händen jener Mannschaft, die in der kompletten Saison nichts Gutes abgeliefert hatte. Dass die mittlerweile eingewechselten Rashica und Füllkrug für Werder trafen (80./82.) – eigentlich egal. Nur Schalke zählte. Aber der Tabellenletzte hielt nicht durch. Vier Minuten vor dem Ende erzielte Sebastiaan Bornauw dann doch das Tor für Köln und machte den Abstieg des SV Werder perfekt. Bremen ist nach 40 Jahren kein Bundesliga-Standort mehr. Ein trauriger Tag. (csa) Auch interessant: Kein neues Angebot für Thomas Schaaf: Der Technische Direktor muss gehen, weil Werder Bremen das Geld für den Posten fehlt. Verdienter Abstieg! Nach den Tränen braucht Werder Bremen schnelle Lösungen - ein Kommentar! *DeichStube.de ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Mediengruppe Kreiszeitung und der WESER-KURIER Mediengruppe sowie ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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