Nur negative Presse?

„Heftig, was da abgeht“: Kimmich kritisiert Unterstützung aus Deutschland

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Joshua Kimmich kritisiert, wie die Presse mit der National-Elf umgeht. 

Hat Deutschland ein Problem mit der Nationalmannschaft? Diese Frage hat die tz bereits am vergangenen Freitag gestellt. Nach dem Schweden-Spiel könnte man diese Frage etwas anders formulieren: Haben die Medien ein Problem mit der Nationalmannschaft?

Moskau - Wenn es nach Siegtorschütze Toni Kroos geht, ja! „Man hatte das Gefühl, relativ viele Leute in Deutschland hätte es gefreut, wenn wir heute rausgegangen wären. Aber so leicht machen wir es ihnen nicht“, polterte Kroos nach seinem Last-Minute-Tor und setzte in den Katakomben des Olympiastadions von Sotschi noch einen drauf: „Ich hatte das Gefühl, dass alles, was man irgendwo gelesen hat, extrem negativ war. Bei mir kommt so ein Gefühl an, dass immer ein bisschen Schadenfreude mit dabei ist, wenn man etwas kritisieren kann.“

Die Meinung teilt übrigens auch Joshua Kimmich. Der 23-Jährige stärkt seinem DFB-Kollegen den Rücken, indem er sagt: „Wir repräsentieren unser ganzes Land. Da stehen 82 Millionen dahinter. Wenn man das in der Presse verfolgt, ist es heftig, was da abgeht und wie das alles angeheizt wird. Wenn wir dieses große Ziel erreichen wollen, sollten wir alle an einem Strang ziehen.“

In München ist vor allem Thomas Müller dafür bekannt, regelmäßig an die Medien zu appellieren und sie mit ins Boot holen zu wollen. Für den Erfolg des FC Bayern lehnte er sich in den vergangenen Jahren dafür schon das eine oder andere Mal aus dem Fenster, beim DFB tat er das während der WM kurz vor dem Schweden-Spiel ebenfalls. „Wir wünschen uns doch alle, dass wir noch mehrere Wochen im Spiel sind“, sagte Müller.

Kimmich kritisiert insbesondere Presse

Nun kritisiert Kimmich: „Man hat nicht das Gefühl, dass das ganze Land hinter einem steht. Der Zuschauer vielleicht schon, aber was die Presse angeht, bekommt man einen anderen Eindruck. Es gibt aber einen Unterschied zwischen produktiver Kritik und darin, auf den Zug der Kritik aufzuspringen. Es ist auch so, dass sich viele Experten zu Wort melden und das Ganze anheizen. Das ist unnötig.“ Für das beste Argument, um die Kritiker im ganzen Land verstummen zu lassen, können die DFB-Kicker ohnehin nur selbst sorgen. Und zwar mit einem souveränen Sieg im letzten Gruppenspiel am Mittwoch (16 Uhr, ZDF) gegen Südkorea. Oder um es mit den Worten von Toni Kroos zu sagen: „Die Klasse wird es hoffentlich richten.“ 

Video: Marcel Reif ändert Meinung über Toni Kroos

Marcel Reif dachte über Toni Kroos lange „den braucht kein Mensch“. Die Leistung von Toni Kroos im Spiel gegen Schweden hat seine Meinung über den fünfmaligen CL-Sieger aber grundlegend geändert.

Lesen Sie auch: WM 2018 - So kommt Deutschland ins Achtelfinale - diese Szenarien sind möglich

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