Fußball-Bundesliga

Wolfsburger Origi klaut Schalke den Sieg

Divock Origi traf in der Nachspielzeit zum 1:1. Foto: Guido Kirchner
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Divock Origi traf in der Nachspielzeit zum 1:1. Foto: Guido Kirchner

Zwei Videobeweise, zwei Elfmeter, ein Fehlschuss von Gomez. Dennoch holt Wolfsburg nach einem turbulenten Spiel auf Schalke noch einen verdienten Punkt. Der eingewechselte Origi gleicht Bentalebs Führung in der Nachspielzeit zum 1:1 aus.

Gelsenkirchen (dpa) - Mit seinem Joker-Tor hat Divock Origi dem FC Schalke 04 den sicher geglaubten Sieg noch aus den Händen gerissen.

Der Stürmer des VfL Wolfsburg erzielte in der Nachspielzeit (90.+3) in einem kuriosen Bundesligaspiel mit zwei Videobeweisen und zwei Elfmetern den Ausgleich zum 1:1 (0:1) und bescherte den Niedersachsen einen wichtigen Punkt. Vor 60 429 Zuschauern in der Veltins-Arena hatte Nabil Bentaleb Schalke per Strafstoß in der 44. Minute zunächst in Front geschossen.

Nach einer Ecke und einer undurchsichtigen Situation im Wolfsburger Strafraum befragte Schiedsrichter Markus Schmidt zunächst den Videoassistenten. Der plädierte für Strafstoß, weil Joshua Guilavogui Schalkes Abwehrspieler Thilo Kehrer gehalten hatte. Bentaleb ließ sich diese Chance zum verdienten 1:0 kurz vor der Pause nicht entgehen. Kehrer selbst meinte später ehrlich: "Das war ein Kann-Elfmeter, aber man muss ihn nicht geben."

Kurios: Der genesene Mario Gomez hatte in der 60. Minute die große Chance zum Ausgleich vergeben, als er einen Elfmeter über das Tor hämmerte. Auch hier war das vermeintliche Vergehen mit bloßem Auge nicht zu sehen. So erkannte Schmidt (Stuttgart) zum zweiten Mal nach Video-Studium auf Strafstoß. Naldo bestritt später, dass er VfL-Profi Yannik Gerhardt regelwidrig attackiert hatte: "Für mich war es kein Elfmeter. Dann hatten wir Pech, dass wir in der letzten Minute noch den Ausgleich kassiert haben. Das darf nicht passieren."

Dabei blieb die Aktion des Brasilianers ohne Folgen, weil Gomez verschoss. "Ich bin weggerutscht", sagte der Nationalstürmer, der sich am Ende doch noch über einen Punkt freuen konnte. "Ich bin stolz auf die Mannschaft. So zurückzukommen, ist aller Ehren wert."

Für die Wolfsburger war es nach acht Niederlagen auf Schalke der erste Punktegewinn, für Trainer Martin Schmidt das sechste Remis in der Bundesliga mit dem VfL. "Mittlerweile bin ich gewohnt, Unentschieden zu kommentieren. Ich sehe es so, dass wir sechsmal nicht verloren haben. Aber irgendwann werden wir den Bock umstoßen und den ersten Sieg einfahren", sagte der Schweizer, der Origi und Daniel Didavi zunächst auf der Bank gelassen hatte. Mit ihrer Einwechslung in der Schlussphase kam dann noch einmal viel Bewegung in die VfL-Offensive. Der Lohn war der späte Ausgleich.

Auch ohne Leon Goretzka (muskuläre Probleme) war Schalke lange überlegen und dominierte das Spiel mit viel Ballbesitz. "Es war vielleicht die beste erste Halbzeit, seit ich Trainer auf Schalke sein darf", sagte Domenico Tedesco. "Wir haben den Sieg ein Stück weit schon gespürt, müssen den Punkt aber letztlich akzeptieren. Wolfsburg hatte am Ende unfassbare Qualität auf dem Platz. Deswegen ist Kritik heute nicht angebracht. Wir haben alles rausgepustet."

Beide Trainer waren sich am Ende darüber einig, dass die Video-Entscheidungen in Ordnung waren. "Wenn man davon positiv betroffen ist, ist es ein bisschen wie Geschenke auspacken. Andersherum ist es natürlich negativ", meinte Tedesco. Sein Kollege Schmidt sei auch ein "Befürworter" des Beweises. Allerdings würde er sich wünschen, dass es schneller geht. "Es dauert einfach zu lange. Man kommt dann schnell aus dem Rhythmus."

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