Ausgleich in letzter Minute: Kassel Huskies schlagen Lausitzer Füchse im Penaltyschießen

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Strecken für den Sieg: Husky Maximilian Adam.

Das war ein hartes Stück Arbeit und knapper hätte es kaum sein können. 15 Sekunden vor dem Ende des Spiels liegen die Huskies noch gegen die Lausitzer Füchse zurück. Das Spiel entscheiden sie dann erst im Penaltyschießen mit 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 0:0, 1:0) für sich. 

Eishockey. Lange dauert sie nicht mehr, die Hauptrunde der DEL2. Und die meiste Zeit spielte sich diese für die Kassel Huskies als Tabellenführer auch ziemlich angenehm. Vor dem Spiel am Freitagabend gegen die Füchse aus Weißwasser hatten die Huskies noch fünf Heimspiele zu absolvieren. Dabei ging es heute um nicht weniger als die Tabellenführung.

Und diese wussten sie gegen den Tabellenelften aus Weißwasser zu verteidigen. Dieser machte den Huskies das Leben aber gehörig schwer und musste sich erst nach Penaltyschießen mit 3:2 geschlagen geben. So war es ein Kraftakt.

Am Ende holten die Huskies zwei Punkte und bauten den Vorsprung auf den Tabellenzweiten Freiburg noch aus, weil diese in eigener Halle Heilbronn unterlagen.

Huskies-Trainer Tim Kehler musste gegen Freiburg auf Michi Christ, Alexander Heinrich, Nathan Burns und Richie Mueller verzichten. Derek Dinger war nach überstandener Verletzung wieder dabei, spielte in dritten Reihe neben dem jungen Förderlizenzler Maximilian Adam. Dass mit den Lausitzern ein sehr unangenehmer Gegner auf sein Team wartet, war Trainer Kehler schon vor dem Spiel klar. "Die spielen sehr diszipliniert und haben einen guten Torhüter", so Kehler. Füchse-Torwart Carruth war aber zunächst nicht sonderlich gefordert.

Jerry Kuhn dagegen schon. Ihm hatten es seine Vordermänner auch zu verdanken, dass sie nach dem ersten Drittel noch keinen Treffer gefangen hatten. Kuhn parierte stark gegen Karrer (3.), Pozivil (7.) und hielt im 1:1 gegen Brad Ross.

Die Schlittenhunde hatten so ihre Probleme im Aufbauspiel und zeigten nur selten ihre Offensivpower. Nach einem tollen Spielzug über Ryon Moser scheiterte Alex Karachun in guter Position gegen Marc Carruth (13.). Drei Minuten später hatten Mario Szalco sowie Austin Carroll (16.) eine Doppelchance zur Führung. Viel mehr war da (noch) nicht.  

Angespannt wirkte die Stimmung in der mit 4073 gefüllten Kasseler Eissporthalle zuweilen. Es schien, als hätten die Fans der Schlittenhunde geahnt, dass gleich der Führungstreffer fallen würde. Denn der fiel - aber für die Gäste.

Füchse gehen in Führung

Nach einem Konter läuft Jordan George über die linke Seite und sieht das Kuhn das kurze Eck nicht ganz abdeckt und haut den Puck in die Maschen zum 1:0 für die Füchse (22.). War das jetzt der Weckruf? Jein. Die Schlittenhunde wurden zwar stärker, viel Glanz war da aber nicht.

Die erste Reaktion auf den Gegentreffer zeigte Bettahar, der allein vor Carruth auftauchte, aber vergibt (24.). Wenig später machte es dann Humphries besser. Überlegt schlenzt er den Puck zum Ausgleich ins Netz (27.).

Die Entscheidung musste also im letzten Drittel fallen, wollte die Mannschaft von Tim Kehler nicht im dritten Spiel nacheinander in die Verlängerung. Denn das kostet Kraft - und die würde man sich lieber für die Playoffs sparen. Und so wirklich Lust auf Verlängerung hatten anscheinend beide Teams nicht.

Die erste Chance im dritten Drittel hatte Austin Carroll (43.), wenig später macht sich Kuhn lang und den Winkel für Joel Keussen damit zu spitz und verhindert so den Rückstand (45.). Nur eine Minute später bekommt Moser die Scheibe nach einem Schuss von Shevyrin nicht über die Linie gedrückt (46.).

Und dann war es passiert. Keussen zeiht ab, Kuhn rutscht die Scheibe durch und ist geschlagen (49.) - 1:2 und noch knapp zehn Minuten zu spielen. Die Zuschauer stehen jetzt auf, weil sie Huskies sind und treiben ihr Team nach vorn. Weißwassers Murphy kassiert eine Strafe, die Schlittenhunde sind in Überzahl, machen aber nichts draus. 

Kehler nimmt Kuhn vom Eis, die Huskies machen Druck - und erzielen den Ausgleich. 14 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit trifft Austin Carroll zum umjubelten Ausgleich.

Also doch Verlängerung. Aber auch die bringt keine Entscheidung. Also Penaltyschießen. Und hier avancierte Kuhn endgültig zum Mann des Spiels. Alle Füchse scheitern am starken Huskies-Schlussmann, nur Corey Trivino trifft und der Arbeitssieg ist perfekt.

Am Sonntag sind die Huskies spielfrei. Sie werden die Zeit nutzen und Kraft tanken. Denn dieses Spiel hat mal wieder ordentlich Kraft gekostet.

Kassel Huskies - Lausitzer Füchse 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 0:0, 1:0) 

Tore: 0:1 George (22.), 1:1 Humphries (26.), 1:2 Keussen (49.), 2:2 Carroll (60.), 3:2 Trivino (Penalty)

Zuschauer: 4073

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