"Die Fans sind sonst unser Vorteil": Huskies-Kapitän Denis Shevyrin zum DEL2-Start und Spiele ohne Zuschauer

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Durchgesetzt: Huskies-Kapitän Denis Shevyrin startet mit seinem Team in Frankfurt in die neue Saison.

Die Kassel Huskies starten heute nach langer Pause in Frankfurt in die neue DEL2 Saison. Zum Auftakt haben wir mit Denis Shevyrin über den Start der Huskies ohne Zuschauer, die lange Pause und über die Situation im Eishockey gesprochen. Zudem gibt es personelle Neuigkeiten bei den Schlittenhunden.

Eishockey. Verdammt lang ist es her. Im März absolvierten die Kassel Huskies ihr letztes Pflichtspiel in der DEL2 – vor Zuschauern und die Playoffs vor Augen. Mit den Spielen in Frankfurt (heute, 19.30 Uhr) und gegen Freiburg (Sonntag, 18.30 Uhr) geht es in die neue Saison, vorerst ohne Zuschauer und mit viel Ungewissheit, aber auch großer Vorfreude auf die anstehende Saison, wie Huskies-Kapitän Denis Shevyrin im Interview erklärt.

EXTRA TIP: Denis, am Wochenende startet endlich die neue Saison. Sie laborieren noch ein einer Verletzung, sind Sie für die ersten Spiele fit?

Denis Shevyrin: Das wird sich leider erst noch entscheiden. Wir schauen von Tag zu Tag aber ich hoffe natürlich, dass es reicht.

Das letzte Pflichtspiel ist so lange her, kann man die Vorfreude auf die jetzt beginnende Saison überhaupt noch angemessen beschreiben?

Ich bin einfach sehr, sehr, sehr froh, dass es jetzt endlich wieder los geht. Psychologisch hat es gut getan, die Jungs endlich wiederzusehen und als Team zu trainieren. Es ist eine gute Anspannung, weil es in dieser Saison ja auch um den Aufstieg geht.

Die Vorbereitung vor dem ersten Teamtraining war aus bekannten Gründen sehr lang. Konnten Sie sich individuell trotzdem gut auf die Saison vorbereiten?

Im Gegensatz zu den letzten Jahren war es natürlich eine ganz andere Situation. Man hat sich dann mit Homeworkouts fit gehalten oder ist laufen gegangen. Es war ja ein ständiges hin und her und der Start wurde immer wieder verschoben. Sonst weiß man genau, wann man welche Muskelgruppen oder die Grundkondition stärken muss, damit man am Tag x topfit ist. Und dann hieß es: ‚Jetzt doch noch nicht, sei bitte in vier Wochen topfit.‘

Die Testspiele mussten die Huskies schon ohne Zuschauer bestreiten. Wie tief sitzt der Frust, dass das Team auf absehbare Zeit ohne Fans auskommen muss?

Das ist einfach unglaublich schade, nicht unbedingt frustrierend. Wir haben hier in Kassel eine überragende Fankultur, die uns auf dem Eis einen Vorteil verschafft. Wir waren im letzten Jahr in der eigenen Halle auch deswegen so stark, weil wir unsere Fans im Rücken hatten – sie können den Unterschied machen. Wir alle kennen aber die Situation und akzeptieren sie.

Zum Auftakt geht es gleich nach Frankfurt. Hätten Sie sich zu Beginn einen vermeintlich leichteren Gegner gewünscht?

Leichte Gegner gibt es in der Liga nicht. Also nein, es ist gut so, wie es ist, und vergangene Saison haben wir dort auch gewonnen – das wollen wir natürlich wiederholen. An sich gibt es aber keine leichten Gegner in der DEL2, über die Saison gesehen kommt es auf die Konstanz an.

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 © Soremski
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Ein kurzer Blick in die DEL, in der Sie für die Iserlohn Roosters gespielt haben. Dort soll am 19. November entschieden werden, ob die Saison im Dezember beginnt. Glauben Sie daran?

Ich hoffe es. Nach allem was ich so mitbekommen habe, und was so in den Medien kursiert, sieht es ganz gut aus, deswegen bin ich positiv gestimmt. Wenn die DEL nicht startet, wäre das aber schon ein herber Schlag.

Müsste man dann Angst um die Zukunft des deutschen Eishockeys haben?

Das kann ich schwer beurteilen aber es hängt einfach wahnsinnig viel dran. Wenn eine ganze Saison ausfallen würde, wäre das tödlich für den Sport. Das geht los bei Spielern und Mitarbeitern der Clubs, bis hin zu Talenten, die nicht mehr gefördert werden können und ein ganzes Jahr verlieren.

Am Wochenende sollen am besten zwei Siege gefeiert werden. Sie hatten dagegen vor Kurzem schon was zu feiern – ihre Hochzeit! Herzlichen Glückwunsch!

Danke (lacht), im nächsten Jahr ist dann die große Hochzeit geplant, wenn sich die Lage hoffentlich beruhigt hat. Das Team hat uns vor dem Standesamt überrascht, das hat uns sehr gefreut. Anschließend waren wir nur mit den engsten Familienmitgliedern im Restaurant und haben ‚gefeiert‘ – wenn man das mit den Auflagen überhaupt so nennen kann. Außerdem war am nächsten Tag Training angesetzt! (lacht)

Laub wird ein Husky - Dinger und Müller verlängern - Tiffels wird ausgeliehen

Auf diese Personalien haben die Huskies-Fans lange warten müssen. Jetzt haben Kassel-Urgestein Derek Dinger und Marco Müller neue Verträge bei den Schlittenhunden unterschrieben. Dazu können die Huskies mit Lukas Laub und Dominik Tiffels, der per Leihe von den Kölner Haien kommt, zwei Neuzugänge präsentieren. Für Derek Dinger wird es die vierte Saison im Huskies-Dress. Nachdem der gebürtige Kasseler bereits in der Saison 2009/10 in der DEL für die Nordhessen auflief, kehrte er im Sommer 2018 zurück in seine Heimat.

Neben den beiden Vertragsverlängerungen können die Kassel Huskies auch einen Neuzugang präsentieren: Lukas Laub schließt sich für die kommende Saison dem Huskies-Rudel an. Laub (26) ist in der DEL2 kein Unbekannter. In der vergangenen Saison spielte er bei den Bietigheim Steelers. Der Linksschütze absolvierte bereits Trainingseinheiten mit der Mannschaft. Am Freitag gegen Frankfurt soll Laub schon mit von der Partie sein.

Nach Moritz und Marcel Müller wird auch Dominik Tiffels von den Kölner Haien an die Huskies ausgeliehen. Auch er soll schon gegen Frankfurt für die Huskies auf dem Eis stehen. Der 26-Jährige gebürtige Kölner ist seit vier Jahren im Profi-Team der Haie. Zuvor war er unter anderem in Bremerhaven, Hamburg, Heilbronn und für die Minnesota Wilderness in der NAHL aktiv.

Moritz Müller befindet sich derzeit bei der deutschen Nationalmannschaft. Ob er nach dem Deutschland Cup für die Huskies auflaufen wird, ist noch nicht entschieden.

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