Kassel Huskies: Emotionaler Abschied - dann der Sieg gegen den Meister aus Bietigheim

Sieg gegen den Meister: Die Kassel Huskies haben am Sonntagabend mit 4:2 (1:1, 2:1, 1:0) gegen die Bietigheim Steelers gewonnen. Ein Spiel wie jedes andere war es aber nicht.

Es war das erste Huskies-Heimspiel nach Simon Kimm. Der langjährige Besitzer der Schlittenhunde und Halleneigner war am Montag verstorben. Ihm zu Ehren gab es eine Schweigeminute, auf seinem Stammplatz stand ein Bild von Kimm, vor dem Tor ein Blumengesteck, in der Mitte eine Kerze, während die Spieler vom Eis aus auf seinen Platz schauten, auf dem er so viele Jahre gesessen hatte – es war eben kein normales Heimspiel, schließlich hat Simon Kimm Eishockey in Kassel erst möglich gemacht.  

Und dann war da auch noch der heutige Gegner, der Meister aus Bietigheim mit Hugo Boisvert. Der sich von der Saison, ähnlich wie die Huskies, mehr versprochen hat. Doch mit Platz sechs sind die Steelers immerhin auf Playoff-Kurs, die Huskies dagegen müssen wohl auch nach dem 4:2 Sieg gegen den Meister in die Pre-Playoffs.

Wohl noch etwas benommen von der Trauerzeremonie, waren die Huskies gedanklich zunächst nicht bei der Sache. Neil Manning kassierte nach 20 Sekunden eine Zeitstrafe – und die Huskies das 0:1. Tyler McNeely nach nicht mal einer Minute besorgt das erste Tor für die Gäste. Postwendend traf Richard Mueller nur den Pfosten und die Huskies wurden jetzt besser, hatten sich schnell von dem frühen Gegentor erholt.

Sébastian Sylvestre (7.), und Ritter (8.) mit guten Gelegenheiten, während die Steelers kaum gefährliche Aktionen nach vorne hatten. In der 13. Minute ließ der gut aufgelegte Sylvestre dann zwei Verteidiger aussteigen und traf sehenswert zum verdienten 1:1 Ausgleich.

Den besseren Start ins zweite Drittel erwischten wiederum die Steelers. Zwar waren die Huskies dem Führungstor näher, doch die Bietigheimer trafen. Zunächst scheint Steelers-Torwart Sharipov schon überwunden, Toni Ritter kann die Scheibe aber nicht im Kasten unterbringen. Den Konter schließen die Bietigheimer dann eiskalt durch Reneé Schoofs ab – der Meister lag wieder in Führung (25.). Die Schlittenhunde von Tim Kehler gaben aber nicht auf, waren dem Meister mindestens ebenbürtig – das hätte Simon Kimm gefallen.

Huskies erkämpfen sich die Führung

Allen Huskies-Fans in der Eissporthalle gefiel auf jeden Fall das, was sie dann sahen: Nämlich den Ausgleichstreffer durch Richard Mueller, der die Scheibe über die rechte Seite führte und den Puck vorbei an Sharipov im kurzen Eck unterbrachte (35.). Und nur zwei Minuten später klingelte es wieder im Stellers-Kasten: Sébastian Sylvestre läuft alleine auf Sharipov zu, verlädt den Keeper und trifft zur ersten Huskies-Führung (37.). Mit seiner technisch versierten Spielweise ist Sylvestre übrigens auf dem besten Weg, zum Publikumsliebling zu avancieren. Die "Sylvestre, oh oh!" Sprechchöre werden ihm gut getan haben.

Corey Trivino und Richard Mueller verpassten allein vor Sharipov dann das möglicherweise entscheidende 4:2 (43. und 53.), Benjamin Zientek wiederum den Ausgleich für die Gäste (45.). Kurz vor dem Ende traf Trivino dann aber doch noch: Bietigheim hatte seinen Torhüter für einen Feldspieler geopfert und Trivino hatte leichtes Spiel zum 4:2 Endstand einzunetzen (59.)

Nach dem Sieg am Freitag in Deggendorf feiern die Kassel Huskies somit ein sechs-Punkte-Wochenende und nehmen nicht nur emotional Abschied von Simon Kimm, sondern auch so, wie es sich gehört: Mit einem Sieg.

Rubriklistenbild: © Soremski

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