Sieg gegen den Ex-Coach: Huskies schlagen Dresden nach furioser Schlussoffensive

Die Kassel Huskies haben am 6. Spieltag der DEL2-Saison ihren dritten Sieg in Folge gefeiert. Nach dem Sieg gegen die Lausitzer Füchse gab es heute einen 6:3(1:1, 1:1, 4:1) Sieg, ein Wiedersehen mit Ex-Trainer Rico Rossi und eine furiose Schlussphase.

Eishockey. Vergangene Saison zur selben Zeit standen sie noch auf der anderen Seite. Toni Ritter trug das blaue Trikot, Rico Rossi stand als Coach hinter der Bande der Schlittenhunde. Jetzt waren beide mit den Dresdner Eislöwen zu Gast , mussten nach der 6:3 (1:1,1:1,4:1) Niederlage aber ohne Punkte die Heimreise nach Sachsen antreten. Besonders die Schlussphase hatte es in sich.

Mit einem ordentlich Applaus wurde zumindest einer der beiden Rückkehrer von den Huskies-Fans begrüßt. Und Rico Rossi? Der wurde von den Fans behandelt wie jeder andere gegnerische Trainer auch, was das Verhältnis zwischen dem Meister-Coach von 2016 und den Fans gut widerspiegelt. Rossi stand über weite Strecken seiner Amtszeit nicht sonderlich hoch im Kurs. Einen Seitenhieb konnten sich die Fans der Schlittenhunde dann aber doch nicht verkneifen: "Rossi, du hast einen Sch*** Verein", hallte es Mitte des zweiten Drittels vom Heuboden. Rossi war erst am Donnerstag in Dresden vorgestellt wordenund gewann am Freitag sein erstes Spiel als Dresden-Trainer.

Die Kassel Huskies wollten ihren dritten Sieg in Folge und gleichzeitig das 6-Punkte-Wochenende klar machen, nachdem man am Freitag in Weißwasser mit 5:2 gewonnen hatte. Den besseren Start erwischte aber der Gast aus Dresden. Während Marco Müller noch auf der Strafbank saß, nahm Thomas Pielmeier Maß und hämmerte den Puck unter die Latte und ins Tor (6.).

Zu diesem Zeitpunkt war das Team von Tim Kehler gedanklich noch nicht wirklich auf dem Eis, die Anfangsphase gehörte den Dresdnern. Doch das Gegentor hatte auch etwas Gutes: Jetzt waren die Schlittenhunde wach! Nur eine Minute später zieht Justin Kirsch ab und trifft zum 1:1 (7.). Geprägt von vielen leichten Fehlern auf beiden Seiten waren es die Huskies, die jetzt am Drücker waren.

Spencer Humphries trifft die Latte (8.), bei Karachuns Schuss war Dresden-Goalie Eisenhut schon geschlagen, der Puck aber nicht mit vollem Umfang hinter der Linie (12.). Jerry Kuhn dagegen blieb Sieger im Duell mit Nick Huard (16.) und rettet in letzter Sekunde beim Schuss von Toni Ritter (20.). Im zweiten Drittel sollte es dann nicht lange dauern, bis die 2586 Fans in der Kasseler Eissporthalle jubeln durften. In Überzahl trifft Humphries zur 2:1 Führung (23.).

Doch auch die Führung hielt nicht lange. Dale Mitchell hat Platz zum kontern, bringt die Scheibe zu Jordan Knackstedt und schon eine Minute später steht es 2:2 (24.). Und wieder haben die Schlittenhunde im Anschluss Chancen, Carroll (26. und 32), Kirsch (30.) und Karachun mit einem Lattenschuss verpassen aber die erneute Führung. Das Team von Trainer Tim Kehler hatte jetzt mehr vom Spiel, ohne spielerisch zu glänzen.

Die Huskies waren auch weiter um Kontrolle bemüht, bekamen das im letzten Drittel aber zunächst nicht aufs Eis. Beide Mannschaften neutralisierten sich jetzt, gingen weniger ins Risiko, Chancen blieben Mangelware. Allerdings folgte das Spiel einem klaren Muster: Ein Team geht in Führung und kurz darauf gleicht das andere aus.

Vier Huskies-Tore in sechs Minuten

Das sah dann so aus: Mitchell Dale bringt die Eislöwen erneut  in Führung (52.). Nur zwei Minuten später kommt Justin Kirsch zum Abschluss, Eisenhut pariert aber Lois Spitzner staubt ab - 3:3 (54.). Und dann konnte man es spüren, der Sieg für die Schlittenhunde lag förmlich in der Luft. Toni Ritter und Alex Dotzler müssen in die Box - die Huskies haben in Überzahl die große Chance zum Sieg. Sie schnüren die verbliebenen drei Eislöwen vor ihrem Tor ein, legen sich den Gegner zurecht. Und dann klingelt es - und das nicht nur ein Mal.

Spencer Humphries wird in Überzahl frei gespielt - 4:3 (57.). Dresden scheint geschockt, Richie Mueller nutzt das, läuft an allen vorbei und trifft zum 5:3 (57.), da wurde gerade noch das Tor von Humphries ausgerufen. Rico Rossi nimmt Eisenhut aus dem Kasten, Bettahar kommt an die Scheibe und trifft zum 6:3 Endstand. Von 3:3 auf 6:3 in nur zwei Minuten oder vier Tore der Huskies in sechs Minuten. 

Erwischten beide Mannschaften nicht ihren Sahnetag, waren diese Schlussphase der Höhepunkt des Spiel. Die Schlittenhunde feiern damit ihren dritten Sieg in Folge, bleiben zu Hause in dieser Spielzeit unbesiegt und schlagen ihren alten Coach Rico Rossi.

Rubriklistenbild: © Soremski

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