"Hart aber fair": KSV Hessen-Trainer Dietmar Hirsch im Interview vor dem Saisonstart

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Fiebert seinem ersten Spiel als Löwen-Coach entgegen: Dietmar Hirsch.

Am 27. Juli startet der KSV Hessen Kassel gegen Stadtallendorf in die neue Hessenligasaison. Wie wollen die Löwen spielen und welches Ziel haben sie sich gesetzt? Darüber haben wir mit dem neuen KSV-Trainer Dietmar Hirsch gesprochen.

Fußball. So langsam wird es Ernst für den KSV Hessen Kassel – und natürlich für den neuen Löwen-Coach Dietmar Hirsch. Am Samstag, 27. Juli, startet der KSV Hessen Kassel gegen Eintracht Stadtallendorf in die neue Hessenligasaison. Wie die Löwen spielen wollen, welche Ziele sie haben und wie der neue Trainer so tickt, hat er uns im Interview verraten.

Herr Hirsch, kennen Sie eigentlich das Motto des Oberbürgermeisters von Kassel, der auch beim KSV im Aufsichtsrat sitzt?

Hirsch: Nein, ich werde Christian Geselle aber auch bald erst kennenlernen. Verraten Sie es mir.

„Kassel – das beste Zuhause“. Wie ist ihr erster Eindruck von der Stadt, kann Kassel auch für Sie das beste Zuhause werden?

Ich bin momentan viel am Trainingsgelände und fühle mich hier sehr wohl. Ich wohne ja noch im Hotel und da ist mir oft langweilig. Aber hier sind immer nette Leute, die mich super aufgenommen haben. Von der Stadt habe ich noch nicht so viel gesehen. Das hole ich aber nach, wenn meine Frau auch hier ist.

Dann steht jetzt ein großer Umzug an?

Genau, wir verkaufen gerade unser Haus in Mönchengladbach, das für uns zu groß geworden ist, seitdem meine Kinder ausgezogen sind. Wir haben im Landkreis schon ein nettes Haus gefunden. Das einzige Problem: Die Küche kommt erst im September! Bis dahin werden wir wohl viel grillen (lacht).

Bildergalerie: Die "neuen" Löwen stellen sich vor - Mannschaftspräsentation gegen die EJK

 © Soremski
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Kurze Auszeit vom Testspiel: KSV-Trainer Dietmar Hirsch mit Ehefrau Dagmar, Tochter Leah und Hund Monty. © Soremski
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Hatten Sie schon vor ihrem Engagement Berührungspunkte mit dem KSV? Haben Sie mal gegen die Löwen gespielt?

Nein, in meiner Profikarriere als Spieler habe ich nicht gegen den KSV gespielt. Der KSV ist aber ein Traditionsverein, eine Adresse, die man auf der Fußballlandkarte kennt und nicht irgendein 08/15 Verein. Das hat mich ja auch als Trainer so gereizt.

Sie hatten, bevor sie den Job angenommen haben, keine Möglichkeit die Mannschaft zu sehen, die sie jetzt trainieren. War das für Sie ein großes Problem und wie war ihr erster Eindruck?

Das stimmt, aber ich hatte viel Kontakt mit Mirko Dickhaut, mit ihm habe ich meinen Fußballlehrer gemacht. Er hat mir viel von Kassel erzählt – auch über die Stadt. Aber klar war es am Anfang schwierig, die Spieler kennenzulernen. Aber die Jungs haben meine Ideen gut aufgenommen und haben klasse mitgezogen, das macht es natürlich einfacher.

Wie sieht ihre Spielidee aus?

Wir wollen hoch stehen, den Gegner früh attackieren und schnell nach vorne spielen. Dafür muss man aber auch spielstarke Spieler haben, weil die Gegner, so die Erfahrung aus dem letzten Jahr, gegen uns defensiv stehen werden. Da müssen wir besonders über die Außen kommen.

Und diese spielstarken Spieler hat der KSV?

Ein Beispiel ist Mahir Saglik, der auf engstem Raum agieren kann. Ich bin mir sicher, dass wir einen guten Mix aus Spielertypen haben, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Zudem sind wir in der Breite gut aufgestellt, haben alle Positionen doppelt besetzt. 

Wie stark ist die Hessenliga in dieser Saison?

Schwer zu sagen, es sind ja einige neue Teams dazugekommen. Stadtallendorf habe ich gesehen, die haben eine gute Truppe und haben noch Mitrou geholt. Die Absteiger wie Hessen-Dreieich sind immer gefährlich. Fulda hat die finanziellen Mittel, um eine gute Truppe zusammenzustellen und es gibt auch immer eine Überraschungsmannschaft. Wir müssen unsere Stärken durchbringen und nicht so sehr auf die anderen schauen. Zudem ist die Mannschaft sehr intelligent und kann während des Spiels Dinge verändern – auch das haben wir trainiert.

Frederic Brill bleibt Kapitän?

Kurze Auszeit vom Fußball: Dietmar Hirsch mit seiner Frau Dagmar, Tochter Leah und Hund Monty. Um das ganze Bild zu sehen, klicken Sie oben rechts.

Da sehe ich keinen Handlungsbedarf. Freddy bleibt Kapitän.

Steht die erste Elf denn schon?

Der Stamm steht soweit. Aber Nael Najjar fällt jetzt sechs bis acht Wochen verletzt aus. Er wäre ein Mann für die erste Elf gewesen, da müssen wir jetzt reagieren. Aber zum Glück haben wir ja einen recht großen Kader, in dem alle auf Hessenliganiveau spielen können.

Sind sie ein strenger Trainer?

Mein Team soll aggressiv spielen, das lebe ich dann auch vor und kann während des Spiels nicht sitzen. Den Recaro Sitz am Spielfeldrand brauche ich also nicht (lacht). Ansonsten halte ich eine gewisse Distanz, habe aber immer ein offenes Ohr für meine Spieler. Wichtig ist für mich eine Hierarchie, weil sich zum Beispiel Mahir Saglik mehr erarbeitet hat, als ein U19-Spieler – sportlich sind sie aber gleichgestellt. Zusammengefasst würde ich sagen, ich bin hart, aber fair.

Und das Ziel ist der Aufstieg? Wir müssen nicht, das klingt so verkrampft, aber wir wollen aufsteigen – alles andere wäre ja absurd. Wir trainieren so oft, für den Aufwand will man sich belohnen. Zudem haben wir eine tolle Infrastruktur, tolle Fans und ein schönes Stadion, das passt also schon mal.

Und der erste Ausflug in Kassel geht wohin? Ich wollte mit meiner Frau letztens schon in den Bergpark, die Region hat ja wahnsinnig viele Grünflächen, was auch toll für unseren Hund ist. Wir haben dann aber noch einen Termin im Küchenstudio bekommen, da ist der Ausflug ausgefallen (lacht). Aber mit der Zeit werde ich die Region schon kennenlernen.

Dietmar Hirsch

Dietmar Hirsch (47) spielte in seiner Profikarriere als Spieler unter anderem für Borussia Mönchengladbach, MSV Duisburg, die SppVgg Unterhaching und Hansa Rostock. Als Trainer war er bislang beim SV Schackendorf, dem FC Sylt, den SV Elversberg und dem VfB Oldenburg tätig. Hirsch ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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