Sieg im Kellerduell: KSV Hessen macht es gegen Völklingen unnötig spannend

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Sieg im Kellerduell: Der KSV Hessen Kassel hat am Samstag mit 3:2 gewonnen, es aber unnötig spannend gemacht.

Fußball. War das wichtig! Und am Ende auch noch knapper, als es hätte sein müssen. 60 Minuten lang hatte der KSV seinen Gegner aus Völklingen im Griff, ehe zwei unglückliche Aktionen die Völklinger wieder ins Spiel brachten. Dennoch gewann der KSV mit 3:2 (2:0) vor 2000 Zuschauern im Kasseler Auestadion. Szimayer (2.) und Bravo-Sanchez (21.) hatten die Löwen mit zwei Toren in Führung gebracht. Nachdem Völklingen ausgleichen konnte, erzielte Sergej Evljuskin den verdienten 3:2 Siegtreffer (77.).

Unterschiedlicher hätten die Voraussetzungen nicht sein können. Zwar standen Völklingen sowie der KSV punktgleich auf den letzten beiden Plätzen der Tabelle, die Formkurve der Löwen zeigt aber nach oben. Acht Punkte aus den letzten vier Spielen, unter der Woche gewannen die Löwen zudem das Hessenpokal-Halbfinale in Eddersheim mit 2:1 (0:0). Die Gäste hingegen haben die letzten zehn Spielen nicht mehr gewonnen und stellen mit 62 Gegentoren die schlechteste Abwehr der Regionalliga Südwest. KSV-Trainer Tobias Cramer musste auf Admir Saric, Sascha Korb und Ingmar Merle verzichten, Lucas Albrecht saß angeschlagen zunächst nur auf der Bank. Dafür rückte Nael Najjar sowie Sergej Evljuskin in die Startelf.

Also eine klare Angelegenheit? So sah es zumindest 60 Minuten lang aus. Denn der KSV spielte wie ein Team, das noch um den Klassenerhalt kämpft, der Gegner aus Völklingen eher wie eine Mannschaft, die sich schon aufgegeben hat. Schon nach zwei Minuten stellte der KSV die Weichen auf Sieg: Najjar flankt den Ball zu Sebastian Szimayer, der braucht einen Moment um sich den Ball zurechtzulegen, wird aber nicht angegriffen und trifft zur frühen Führung. Der perfekte Start in die Partie.

Der KSV blieb spielbestimmend, die Verunsicherung war den Gästen anzumerken, nennenswerte Torchancen konnten sich die Völklinger nicht herausspielen. Dafür aber der KSV: Marco Dawid spielt den Ball in die Gasse auf Szimayer, dieser wird von Völklingen-Torhüter Crahay gefoult – Elfmeter. Diesen verwandelt Adrian Bravo-Sanchez sicher zum 2:0 (21.).

Noch vor der Halbzeit (40.) nahm der sichtlich genervte Gästetrainer Günter Erhardt Jeremy Groß und Marvin Hadji vom Feld und brachte Dausend sowie Lo Scrudato. Der SV spielte zwar fortan nicht besser, traf aber trotzdem. Jannik Meßner verkürzte in der 61. Minute auf 2:1. Allerdings wurde KSV-Torhüter Niklas Hartmann vor dem Tor im Fünfmeterraum attackiert, der Pfiff von Schiedsrichter Lars Erbst blieb aus.

Und dann wurde es verrückt: Nur drei Minuten später stand es im Auestadion 2:2 und keiner wusste, warum. Mimbala will im Strafraum klären, schießt dabei Völklingens Mike Andreas an und der Ball trudelt zum 2:2 ins Netz. Führung verspielt und einen Gegner, den man 60 Minuten lang im Griff hatte, wieder ins Spiel gebracht – unglaublich!

Die Bilder zum Spiel: KSV Hessen schlägt Völklingen

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Doch der KSV schlug zurück und die Erleichterung auf den Rängen sowie auf dem Rasen war groß. Bravo-Sanchez mit dem Freistoß und Sergej Evljuski köpft den KSV zum Sieg (77.). Dann wurde das Spiel hitziger, die Völklinger hatten Blut geleckt, wollten wiederum zum Ausgleich kommen, blieben aber bis zum Ende ohne Torerfolg. "Meine Tore für den KSV kann man an einer Hand abzählen aber das war sicherlich mein wichtigstes", so Torschütze Sergej Evljuskin nach dem Spiel.

Wichtiges Tor und was für ein wichtiger Sieg für die Löwen, die es hier in der letzten halben Stunde nochmal spannend machten. Die Mission Klassenerhalt bleibt schwierig, ist aber nicht unmöglich. Allerdings punkteten heute auch zwei Konkurrenten der Löwen im Kampf gegen den Abstieg. Die Stuttgarter Kickers gewannen mit 1:0 in Steinbach, die TuS Koblenz mit 1:0 beim Tabellenführer Saarbrücken.

Am Rande

Unterstützung bekam die Löwen-Fans heute von den Anhängers von Holstein Kiel. Die beiden Fanlager verbindet eine Fan-Freundschaft. Und wenn die eigene Mannschaft schon mal spielfrei ist, schaut man mal bei Freunden vorbei. Sah gut aus und hörte sich gut an, was die KSV- und Holstein-Fans da in der Kurve veranstalteten.

Aufstellungen

KSV Hessen: Hartmann, Schmik, Mimbala, Evljuskin, Rakk, Najjar (64. Leinhos), Brill, Schwechel, Bravo-Sanchez (81. Albrecht), Dawid (90. Schütze), Szimayer

Völklingen: Crahay, Birk, Messner, Zimmer, Groß (41.Dausend), Metin, Meridja (90. Rote Karte), Andreas, Zimmermann, Hadji (41. Lo Scrudato), Avan (54. Dimitrijevic)

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