Nach Cramer-Abschied vom KSV Hessen: "Mannschaft braucht neuen Impuls"

+
Verlässt den KSV Hessen Kassel: Tobias Cramer

Die Saison ist für den KSV Hessen Kassel vorbei, die Löwen spielen auch nächstes Jahr in der Hessenliga - ohne Tobias Cramer. "Die Mannschaft braucht einen neuen Impuls", sagt er.

Dramatischer hätte das Saisonfinale für den KSV Hessen Kassel wohl kaum sein können. Am Ende war es eine Saison, gemacht für einen KSV-Hollywood. Punkteabzug wegen fehlender Schiedsrichter im Verein, die vorzeitige Entlassung Cramers, weil er seinen Fußballlehrer machen wollte. Dann die Kehrtwende, bleibt er vielleicht doch? Auch in der Hessenliga?

KSV-Vorstand Jens Rose deutete dies zumindest in einem Fernsehinterview an. Cramer zeigte sich gesprächsbereit, wollte aber auch eine berufliche Zukunft außerhalb des Fußballgeschäfts nicht ausschließen. Jetzt trennen sich die Wege. Die nächste Spielzeit findet definitiv ohne Trainer Tobias Cramer statt. Seit 2014 war er bei den Löwen, zunächst als Co-Trainer von Matthias Mink, ab 2016 als Cheftrainer. Bei einem Aufstieg hätte sich sein Vertrag automatisch verlängert, so endet der Kontrakt am 30. Juni. Der begonnene Weg, junge regionale Talente zu fördern, soll fortgesetzt werden, heißt es vom Verein.

„Ich war ja nicht nur Trainer, sondern auch sportlicher Leiter. Und der bewertet den Trainer, das ist in meinem Falle nicht ganz einfach“, so Cramer. „Ich bin am Ende aber zu dem Entschluss gekommen, dass die Mannschaft einen neuen Impuls braucht.“ Besonders in den entscheidenden Spielen hätten ein paar Prozent gefehlt, „da muss man ganz ehrlich sein.“ Wohin es ihn verschlägt, weiß er noch nicht, „da bin ich als Sauerländer ganz entspannt“, so Cramer. Seine Zeit beim KSV bezeichnet er aber als „überragend“, auch wenn sie ganz schön Körner gekostet habe.

Bildergalerie: Tobi Cramers Jahre bei den Löwen

 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
Tobias Cramer mit Sergej Evljuskin und Kommentator Florian Naß nach einer Veranstaltung in der Caricatura. © Ehrig
Tobias Cramer und Co-Trainer Tobias Damm, der auch nächste Saison ein Löwe bleibt. © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
Tobias Cramer und Huskies-Sportdirektor Rico Rossi. © Soremski
 © Soremski
 © Seeger
 © Seeger
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
KSV-Vorstand Jens Rose, Tobias Cramer und KSV Aufsichtsrat Enno Gaede beim Neujahrsempfang 2019. © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © 

Und wie geht es jetzt weiter? Zunächst müssen sich wohl alle KSV-Anhänger sammeln, die Saison verdauen. Am Montag lud Cramer sein Team zum Grillen ein, danach ging es für die meisten in den Urlaub. An Spekulationen um seinen Nachfolger wollte er sich nicht beteiligen. „Das müssen die Gremien entscheiden“, sagt Tobias Cramer. Zumindest regional sind nicht viele Trainer auf dem Markt.

Jörg Müller, ehemaliger KSV-Spieler und Trainer, wäre zu haben, er scheidet bei Verbandsligist SV Kaufungen aus.

FSC-Trainer Alfons Noja wird in Zukunft immer wieder ein Name sein, der genannt wird, wenn der KSV einen Trainer sucht. Er arbeitete schon erfolgreich als A-Jugendtrainer bei den Löwen, Cramer schätzt ihn als Mensch und Trainer.

Bildergalerie: KSV Hessen Kassel schlägt Friedberg mit 4:0

 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski

Und ist ein Verein auf Trainersuche, wird auch gerne Mario Deppe als potenzieller Nachfolger gehandelt. Er trainiert momentan aber den SSV Sand, kennt die Hessenliga aus seiner Zeit beim OSC Vellmar aber in und auswendig. Die Löwen lassen sich hingegen noch ein bisschen Zeit.

„Wir haben noch keinen Kandidaten, das machen wir in Ruhe“, so Vorstand Jens Rose. Verständlich, diese Saison muss man erstmal sacken lassen.

Zwischenruf: Weiter, immer weiter

von Marcel Ehrig

Der Traum vom Aufstieg ist ausgeträumt – und er hätte nicht brutaler enden können. Ein bisschen erinnert das Bangen und Zittern am Wochenende an die Schalker Mannschaft von 2001, die auf der Videoleinwand den Ausgleich des FC Bayern mit ansehen musste und die Meisterschaft damit futsch war. „Weiter, immer weiter!“, mit diesem Worten hatte Olli Kahn damals seine Mitspieler nach vorne gepeitscht. Ähnlich machtlos wie die Schalker mussten die Löwen das 2:2 in letzter Sekunde von Bayern Alzenau hinnehmen – die Aufstiegsrunde zur Regionalliga war dahin. Und klar, die Löwen haben die Relegation im Endspurt verspielt.

Doch klar ist auch: Früher oder später lässt jede Mannschaft mal Punkte liegen! Wenn man nahezu mit elf Spielern eine Serie bestreiten muss, weil Alternativen auf der Bank fehlen – das zehrt an den Kräften, das hat man gemerkt. Ins Feld führen muss man aber auch die fünf Minuspunkte, ohne die wäre der KSV jetzt in der Relegation. Wie man es dreht und wendet, am Ende bleibt eine ordentliche, aber äußerst unglückliche Saison im Jahrbuch stehen. Die Mannschaft ist intakt, mit vielen Stammspielern wurde schon verlängert. Schafft es der neue Trainer, diesen Teamgeist aufrecht zu erhalten und gibt es mal eine Saison ohne Punkteabzug, dann klappt es auch mit dem Aufstieg. Bis dahin gilt das Motto: „Weiter, immer weiter“, auch wenn das gerade nicht einfach ist – für Spieler, Trainer, Verantwortliche und Fans.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Dietmar Hirsch wird neuer Trainer des KSV Hessen Kassel

Der Fußballlehrer erhält bei den Löwen zunächst einen Einjahresvertrag mit Option auf Verlängerung bei Aufstieg um 2 Jahre.
Dietmar Hirsch wird neuer Trainer des KSV Hessen Kassel

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.