"Tore schießen ist immer geil": Mahir Saglik geht in seine dritte Saison als Löwe

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Trägt seit Januar 2019 das Trikot der Löwen und hat noch Vertrag bis Juni 2021: Stürmer Mahir Saglik.

Am Samstag, 14 Uhr, trifft der KSV Hessen Kassel in seinem zweiten Saisonspiel auf Schott Mainz. Das erste Spiel hatte Mahir Saglik noch wegen eines Infekts verpasst, ob er am Samstag spielen kann ist fraglich. Wir haben mit dem Routinier über seine Zeit bei den Löwen gesprochen.

Fußball. Als Mahir Saglik im Januar 2019 beim KSV Hessen Kassel vorgestellt wurde, war es nicht die für einen Hessenligisten typische Vorstellung. Es wurde zur Pressekonferenz ins Auestadion geladen, neben dem damaligen Trainer Tobias Cramer und Vereinsvertretern war natürlich Saglik selbst und sein Berater und Ex-Werder-Spieler Ivan Klasnic anwesend. Ein bisschen mehr Wirbel als sonst üblich. Auch Saglik war Bundesligaspieler, absolvierte 26 Spiele im Oberhaus und 150 in der zweiten Liga, wurde zudem Deutscher Meister mit dem VfL Wolfsburg.

Statistisch gesehen war der damals 35-Jährige also für die Hessenliga deutlich überqualifiziert, aber eben auch schon im fortgeschrittenen Alter. Jetzt geht Saglik in seine dritte Spielzeit als Löwe - und diesmal endlich in der Regionalliga. Die Rechnung aus dem Januar 2019 ist also aufgegangen. Einer für die Hessenliga untypischen Spielervorstellung folgte etwas, an dass sich die KSV-Fans im Auestadion schnell gewöhnten: An Tore von Mahir Saglik.

Mit 19 Toren in 20 Spielen hatte der Routinier einen großen Anteil am Aufstieg und wurde nicht umsonst zum Spieler der Rückrunde gewählt. „Unser Ziel war es aufzusteigen. Schon als ich das erste Mal hier war und die Strukturen im Verein kennengelernt habe, habe ich gesagt, dass: dieser Verein nicht in die Hessenliga gehört“, sagt Saglik zu seiner Anfangszeit. Die Fans hatte er gleich auf seiner Seite, auch wenn es mal ein Haken oder ein Dribbling zu viel waren, in der Regel lieferte er und es gab Applaus von den Rängen, wenn er für die letzten Minuten mal auf die Bank musste.

Nach zwei verpassten Aufstiegen ist es jetzt geschafft, die Vorfreude ist bei ihm aber eigentlich immer da - egal in welcher Liga. „Ich freue mich immer auf dem Platz zu stehen, aber die Regionalliga ist nochmal ein bisschen attraktiver und zum Beispiel mit Mainz II und der Reserve vom VfB Stuttgart, sind da schon ganz gute Mannschaften dabei“, sagt Saglik.

22 Teams spielen dieses Jahr in der Südweststaffel. Wo genau der KSV steht, ist nach der langen Corona-Pause schwer zu sagen. Und so wird seine Erfahrung in den ersten Spielen wohl umso wichtiger sein. „Ich will mich in jedem Spiel für die Mannschaft einsetzen, dafür muss ich aber auch erstmal spielen“, stapelt Saglik zunächst doch recht tief, stand er doch vergangene Saison in 20 von 22 Spielen auf dem Platz. „Aber klar will ich dann auch eine Führungsrolle übernehmen und den Jungs helfen.“ Und wenn er das sagt, klingt er dabei entschlossen und überzeugend.

Mahir Saglik bei seiner Vorstellung Im Auestadion im Januar 2019.

„Vielleicht denken manche, ich sei mit 37 Jahren zu alt, aber ich bin topfit und ich kann vorangehen und der Mannschaft helfen.“ Sagliks Vertrag läuft noch bis Juni 2021, was dann kommt, kann er noch nicht sagen. „Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt, dafür bin ich noch zu fit. Ich genieße es noch immer, auf dem Platz zu stehen und Tore zu schießen - das ist immer geil, egal ob in der Bundes- oder Regionalliga.“ Saglik und Kassel: Das passt, sagt der Familienvater. Dass er nach seinem Karriereende in Nordhessen bleibt, ist also nicht ausgeschlossen.

Gerade erst ist er mit seiner Familie von Paderborn nach Kassel gezogen. „Zuvor bin ich gependelt. Jetzt habe ich mehr Zeit für meine Familie - und die genieße ich“, sagt er. Mahir Saglik ist also in Kassel angekommen - fußballerisch schon lange, jetzt auch mit seiner Familie.

KSV gegen Schott Mainz: "Erwarte den Gegner defensiver"

Nach dem Auftaktsieg beim VfB Stuttgart II sind die Löwen seit elf Spielen ungeschlagen. Daran soll sich auch am Samstag, 12. September, 14 Uhr, im ersten Heimspiel der Saison gegen Schott Mainz nichts ändern. Diese drehten zum Auftakt einen 0:2 Rückstand gegen Eintracht Stadtallendorf und gewannen schlussendlich mit 4:2.

Erwartet die Fans also ein Offensivspektakel?! „Ich erwarte Mainz gegen uns ein bisschen defensiver als in ihrem ersten Spiel“, sagt KSV-Trainer Tobias Damm. „Schott Mainz hat ein sehr robustes, physisches starkes Team“, beschreibt er den kommenden Gegner. Besonders gut gefallen haben ihm, gegen technisch starke Stuttgarter, das Spiel gegen den Ball und die präzisen Offensivaktionen seines Teams. „Ich gehe aber davon aus, dass wir am Samstag mehr Ballbesitz haben werden und es ein ganz anderes Spiel wird“, so Damm.

Bis auf die noch verletzten Spieler Ingmar Merle und Serkan Durna hat Damm alle Spieler an Bord. Mahir Saglik ist nach überstandener Krankheit wieder fit, trainierte aber erst am Donnerstag wieder mit dem Team.

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