"Unter Tobi Damm muss uns erstmal jemand schlagen": Adrian Bravo-Sanchez im Interview  

+
Ist heiß auf die neue Saison: KSV-Spieler Adrian Bravo-Sanchez.

Endlich dürfen die Löwen nach der Corona-Pause wieder auf den Platz. Kommende Woche startet das Team in die zweite Vorbereitungsphase. Im Interview spricht Publikumsliebling Adrian Bravo-Sanchez über die Vorbereitung, den Lockdown und eine baldige Aufstiegsfeier mit den Fans.

Fußball. Sie hatten einen Lauf, wurden dann aber aus bekannten Gründen ausgebremst. Aufgestiegen sind sie trotzdem, mussten aber lange darauf warten, endlich wieder auf dem Rasen stehen zu können. Seit Anfang Juli sind die Löwen jetzt wieder im Training. Nach dem ersten Test vergangene Woche in Erfurt (3:3) gab es nochmal eine Woche Urlaub. Ab Montag geht der Blick in Richtung erstes Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart II am 5. September. Mit Löwe Adrian Bravo-Sanchez haben wir über die erste Phase der Vorbereitung, den Aufstieg in die Regionalliga und seinen Lieblingsverein Barcelona gesprochen.

EXTRA TIP: Adrian, die erste Vorbereitungsphase ist geschafft. Wegen der Corona-Pandemie musstet auch ihr improvisieren. Was war diesmal anders, im Gegensatz zu den letzten Jahren?

Adrian Bravo-Sanchez: Wir mussten, wie so viele, natürlich auch ein bisschen umplanen. Das fängt mit der Kabine an. Da wurden wir in Gruppen eingeteilt, damit wir nicht alle gleichzeitig in der Kabine sind. Zudem müssen wir uns in eine Liste eintragen, wann wir angekommen sind und wieder gehen – und natürlich desinfizieren wir uns oft die Hände.

Mal ne kurze Pause auf dem Rasen, ehe es am Montag mit dem Training weitergeht. Löwe Adrian Bravo-Sanchez beim Interviewtermin am Trainingsgelände des KSV Hessen.

Und nach der langen Pause habt ihr erstmal viel an der Kondition gearbeitet? 

Wir waren ja konditionell nicht ganz bei null, weil wir Laufpläne bekommen haben. Aber die Einheiten waren schon knackig. Nach dem eigentlichen Training gab es häufig noch eine kurze Laufeinheit. Buschi (Co-Trainer Sebastian Busch, Anm.d.Red.) nennt das dann gerne ‚nochmal das Herz-Kreislaufsystem hochfahren‘ (lacht). In der zweiten Phase werden wir noch mehr auf verschiedene Spielsysteme etc. eingehen.

Zuvor gab es ja eine lange Pause und Fußball spielen war unmöglich. Konnten Sie die Zeit für sich gut nutzen?

Naja, meine Freundin würde jetzt sagen, dass ich auf jeden Fall zu wenig für die Uni gemacht hab (lacht). Ich habe viel draußen trainiert und war laufen, die Uni hab ich da ein bisschen vernachlässigt. Klar habe ich meine Kurse gemacht, aber da wäre mehr drin gewesen.

Betrachtet man Ihr letztes Jahr, ging es fußballerisch hin und her. Stammspieler unter Tobias Cramer, unter dem neuen Trainer Dietmar Hirsch nur Reservist, dann wieder Stammspieler unter Tobias Damm, es folgte eine Siegesserie, die Corona-Pause und dann der Aufstieg. Haben Sie das aufgearbeitet oder denken Sie über sowas nicht weiter nach? 

Ich bin schon jemand, der sich Gedanken darüber macht, was so in der letzten Zeit passiert. Insgesamt war es wirklich ein ereignisreiches Jahr für mich, aber ich bin niemand der den Kopf in den Sand steckt, wenn es mal nicht läuft. Und als ich dann nicht im Auestadion spielen durfte, hat mich das umso mehr motiviert und ich habe im Training alles dafür gegeben, um bald wieder auf dem Platz zu stehen. Dann kam der Trainerwechsel und meine Situation hat sich wieder geändert. So schlecht kann ich davor also nicht trainiert haben.

Bildergalerie: KSV Hessen trainiert wieder auf dem Platz - Saisonfortsetzung ungewiss

Gehörten zur ersten Trainingsgruppe, die am Donnerstag loslegte: Luis Allmeroth (v.l), Marco Dawid, Mahir Saglik, Alban Meha und Kapitän Frederic Brill mit Co-Trainer Sebastian Busch. © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski
 © Soremski

Es war lange unklar, ob der KSV kommende Saison nun Regional- oder Hessenliga spielen wird.

Das war ein ständiges Hin und Her. Ständig gab es neue Meldungen – ein Verband will weiterspielen, ein anderer Verband wiederum nicht. Es gab Tage, da war man echt down. Als Fußballer war das mit der Gefühlslage echt schwierig, weil alles so ungewiss war.

Dann kam die Nachricht vom Aufstieg in die Regionalliga. Wie wurde das gefeiert?

Wir haben uns natürlich riesig gefreut, auch wenn wir nicht auf dem Platz standen. Wir haben dann auf Abstand am Trainingsgelände ein paar Bier getrunken – mehr war ja auch nicht drin. Und trotzdem war es schön, weil wir uns lange nicht gesehen hatten. Sobald Corona rum ist, wollen wir das für uns, aber auch mit unseren Fans nachholen und feiern.

Jubelnder Bravo-Sanchez  so wollen ihn die Löwe-Fans auch in der Regionalliga sehen.

Die Vollprofis durften die Saison regulär zu Ende spielen. Ihr Bruder Antonio, der auch schon für den KSV gespielt hat, ist Fan des FC Barcelona. Sie bestimmt auch? 

Ja klar!

In LaLiga lief es am Ende aber nicht so gut. 

Da muss ich aufpassen, was ich sage (lacht). Ich bin großer Barça-Fan, aber das war insgesamt nicht das Barcelona, das man aus den Vorjahren kannte. Da fehlt es an vielen Dingen – auch an Qualität im Kader.

Zurück nach Deutschland. Haben Sie die Regionalliga Südwest weiterhin verfolgt?

Ja, es war ja seit dem Abstieg unser Ziel, da wieder hinzukommen. Deswegen habe ich die Transfers und die Liga weiterhin verfolgt.

Ist die Regionalliga mit mehreren Mannschaften jetzt stärker geworden? 

Schwer zu sagen. Aber mit Waldhof Mannheim und Saarbrücken sind zwei dicke Brocken weg, die wir in unserer letzten Regionalliga-Saison noch hatten. Aber das ist auch schon wieder zwei Jahre her. Es gibt viele Vereine, die finanziell deutlich besser aufgestellt sind als wir, aber auch Vereine, die nicht so professionell aufgestellt sind. Von daher glaube ich, hält es sich die Waage.

Unter Tobias Damm habt ihr noch kein Spiel verloren. Wann ist es soweit? 

2020 nicht mehr! (lacht) Wir haben ja jetzt unser Auftaktprogramm bekommen und dann schaut man und macht intern schon so seine Scherze. Von daher: Ich sage, nach fünf Spieltagen sind wir Tabellenführer, dann haben wir gleich einen guten Lauf und schauen weiter.

Man muss sich ja Ziele setzen. 

Na klar, ich will ja jedes Spiel gewinnen, da kann kommen wer will. Und unter Tobi Damm muss uns erstmal jemand schlagen.

Adrian Bravo-Sanchez (26) wurde in Kassel geboren. In seiner Jugend spielte er für den KSV Baunatal, im Herrenbereich für den FSC Lohfelden und den KSV Hessen Kassel. Bei den Löwen spielt Bravo-Sanchez seit 2016 und besitzt noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021. Sein Bruder Antonio spielte ebenfalls für den KSV Hessen und steht jetzt bei Verbandsligist SSV Sand unter Vertrag. Adrian Bravo-Sanchez studiert Sport und Spanisch auf Lehramt und wohnt mit Freundin Katharina in Kassel.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bildergalerie: KSV Hessen Kassel und FK Pirmasens trennen sich 1:1

Der KSV Hessen Kassel bleibt weiterhin ungeschlagen. Gegen den FK Pirmasens spielten die Löwen am Samstag im Auestadion 1:1 (1:1). Hier gibt's die Bilder zum Spiel.
Bildergalerie: KSV Hessen Kassel und FK Pirmasens trennen sich 1:1

Wieder ein Punkt: KSV Hessen trennt sich 1:1 von FK Pirmasens

Der KSV Hessen Kassel bleibt weiterhin ungeschlagen. Nach dem 3:3 in Stadtallendorf gab es am Samstag wieder eine Punkteteilung. Gegen den FK Pirmasens spielten die …
Wieder ein Punkt: KSV Hessen trennt sich 1:1 von FK Pirmasens

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.